Forgeborn Scathe
Potential Skills
Abenddämmerung: Loderndes Heulen
Lv. 1Verursachter Hitze-SDN +16%.
Wenn der Anwender eine Ultimative Fertigkeit wirkt, erhält er Verursachter Standardangriff-SDN +75% für 20 Sek.
Effekte desselben Namens sind nicht kumulierbar.
Weapon History
Es war spät in der Nacht. Aus der Werkstatt nebenan quoll Rauch hervor. Man konnte das Klirren eines Hammers, der auf einem Amboss aufprallt, in einem Umkreis von drei Blocks hören. Es geschah absichtlich. Es war laut. „Was will sie nur beweisen“, fragtest du dich. Du wolltest es erst ignorieren, doch plötzlich fiel dir wieder ein, wie diese Irre davon sprach, dass ihre Arbeit fast vollendet sei. Und so machtest du auf dem Absatz kehrt, zogst deine Jacke an und gingst über die Straße, während du die Worte „Talos bewahre, dass sie das Ding wirklich schmiedet“ murmeltest. Durch den Spalt ihrer Tür flogen glühende Funken nach draußen. Da bereutest du es, eine Jacke angezogen zu haben. Es war unerträglich heiß. Das Licht des Feuers hatte auch die Vagabundin angelockt, die drei Blocks entfernt lebte. Sie war nicht so warm gekleidet und schnaubte sofort, als sie dich sah. „Du Trottel. Sieh dich nur an, so dick eingepackt. Wann hast du das letzte Mal den Ofen in deiner Schmiede angezündet?“ Die Vagabundin sprach schon so, noch ehe sie gelernt hatte, zu laufen. Mithilfe ihrer Spucke hüllte sie ihre Waffen in einen giftigen Mantel. Du ignoriertest sie und öffnetest die Tür. Das ganze Haus war durchflutet vom Glühen der Schmiede. Die Irre stand daneben und brach in hysterisches Gelächter aus, als sie sah, wie ihr beiden ihre Werkstatt betratet. „Ihr seid zu spät! Ich werde diejenige sein, die dieser Waffe Leben einhaucht!“, rief die Irre, während ihr der Schweiß aus den Poren triefte. In ihrem Gesicht erkanntest du puren Fanatismus. Die Vagabundin trat an die Schmiede heran und studierte das blubbernd heiße Ferrium. Ihr Tonfall wurde ernst, als sie die Worte „Das sieht nicht gut aus. Sie wird sie schmieden“ sprach. Neid stieg aus deinem Magen auf. Es fühlte sich so an, als müsstest du dich übergeben. Ihr hasstet einander wie die Pest, doch früher wart ihr drei beste Freunde. Du hattest bereits vergessen, wie es dazu kam, und auch, wie ihr gemeinsam aufgewachsen wart. Selbst all die Abende, an denen ihr gemeinsam getrunken hattet, entzogen sich deinem Gedächtnis. Das Einzige, woran du dich erinnern konntest, war die Prophezeiung, die sich durch Seš’qa verbreitete: „Diesen Winter wird eine legendäre Waffe das Licht der Welt erblicken. Doch nur drei Schmiede können darauf hoffen, ihr Leben einzuhauchen.“ Wie es das Glück (oder das Pech) wollte, handelte es sich bei euch dreien um die besten Schmiede der Stadt. Von diesem Moment an war jeder von euch von der Vorstellung besessen, die legendäre Waffe vor den anderen zu schmieden. Jedes Treffen entwickelte sich zu einem Hinterhalt oder einem Versuch, die anderen bewusstlos zu schlagen und aus der Stadt zu werfen. Sowohl dir als auch der Vagabundin fehlten in diesem Moment die Worte. Ein begabter Schmied muss nur einen Blick aufs Feuer werfen, um zu wissen, welch enorme Macht diesem innewohnte. Die Irre trat auf den Blasebalg, um die Temperatur im Schmiedeofen zu erhöhen, doch so sehr sie sich auch abmühte, der Ofen wollte einfach nicht heißer werden. Sie seufzte und wischte sich den Schweiß aus dem Gesicht. Das Gesicht der Vagabundin verfinsterte sich und in hämischem Tonfall sagte sie: „Du wirst scheitern.“ Doch die Irre zuckte nicht mal mit der Wimper. Sie lachte nur und sagte: „Ganz im Gegenteil!“ Und daraufhin schlitzte sie sich die Kehle auf. Ihr Blut ergoss sich wie Lava aus ihrem Hals und floss in den Ofen. Du und die Vagabundin wollten ihr zu Hilfe eilen, doch es war zu spät. Die Irre fiel in den Ofen, und durch die Stadt hallte eine ohrenbetäubende Explosion. Der Ofen spie Feuer, das sich in der ganzen Werkstatt ausbreitete. Die Flammen brüllten so laut, dass sie fast der Nacht selbst ein Ende setzten. Selbst der Himmel fürchtete sich vor dem, was gleich passieren würde, und entsandte einen Schneesturm, um das Feuer zu löschen. Als die Temperatur immer schneller anstieg, sahst du die Vagabundin verzweifelt an. Sie brauchte nichts zu sagen, nach Jahrzehnten des stillschweigenden Verständnisses wusstest du genau, was sie dachte. Du nähertest dich dem Feuer, blendetest die schmerzhaften Verbrennungen aus und tratst wieder und wieder auf den Blasebalg. Die Waffe, die in der Schmiede entstand, brummte und klagte. Es war nicht heiß genug. Die Temperatur war zu niedrig. Sie brauchte ein Feuer, das heiß genug war, um ein Loch in den Himmel zu brennen. Die Vagabundin grinste verstohlen. In ihren Augen tanzte das Feuer – eine Brunst aus Zorn, Schmerz, Reue und Ehrgeiz. Das Feuer brach aus ihren Augen hervor und verschlang sie. Du hattest keine Zeit zu trauern, denn der Schneesturm der Nacht tobte unablässig weiter. Ihre Flammen konnten jeden Moment erlöschen. Du warst der Trottel der Gruppe, der die Schmiedekunst nie gemeistert hatte. Deine einzige Stärke lag in der präzisen Verwendung des Blasebalgs, die es dir erlaubte, einen Ofen besser zu befeuern als die anderen beiden. Jahre der Erfahrung machten dich zu einem Meister, der das Feuer nie ausgehen ließ. Der Blasebalg schwoll an und leerte sich wieder, während das Feuer tanzte und brüllte. Die züngelnden Flammen leckten an deiner Haut, die allmählich wie Kerzenwachs dahinschmolz. Doch der bloße Gedanke daran, wie diese Waffe ihre Form erlangte, versetzte dich in ein Hochgefühl, das dich vor Befriedigung erstrahlen ließ. Tat es weh? Es schmerzte weitaus weniger als das eine Mal, als die Irre in eurem letzten Streit ein Stück aus deinem Gesicht herausgebissen hatte. Ehe dich die Flammen vollständig verschlangen, erinnertest du dich daran, wie sie in der Taverne über dich lachten. Die Flammen würden dem Schneesturm, der die ganze Nacht wüten würde, vermutlich nicht standhalten. Und nach dem Feuer in der Werkstatt würde von euch dreien nichts mehr übrig sein. Doch was zurückbleiben würde, war ein Schmiedeofen und in ihm ein Schwert, das dazu im Stande war, alles und jeden auf der Welt zu spalten. Und dieser Gedanke spornte dich an.