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Informationen

Chisa

Chisa VA

Chinesisch: Zhao Lingze
Japanisch: Kanemoto Hisako
Koreanisch: LEE JOO EUN
Englisch: Leader Looi

Chisa Forte-Untersuchungsbericht

Resonanzkraft

Auge der Entwirrung

Resonanz-Bewertungsbericht

>>>Autorisierung bestätigt. Zugehörige Dateien entsperrt. Willkommen, Inspektorin ███>>> Kraftbewertungsbericht: NHA-Auge der Entwirrung-017 Testperson: Chisa Kuchiba Resonator-Typ: Mutant Position des Tacet-Zeichens: Rechter Oberarm Prüfstelle: Ashinohara – Neo-Honami – Resonator-Überwachungszentrum Die Tests zeigen, dass die Testperson über eine außergewöhnliche kognitive Fähigkeit verfügt, die Struktur, Form und Bewegung beobachteter Objekte intuitiv zu erkennen. Während sie ihre Kraft einsetzt, kann sie die Schwachstellen von Objekten durch ihren Blick analysieren und präzise Interferenz anwenden, um strukturelle Zerstörungen herbeizuführen. Anmerkungen: Die Testperson berichtet, dass sie „Fäden“ wahrnimmt, die Objekte auflösen. Vorläufige Analysen deuten darauf hin, dass diese „Fäden“ keine tatsächlichen Objekte sind, sondern visuelle Manifestationen, die nur in ihrem Blickfeld existieren.

Overclock-Diagnosebericht

>>>Zugriffslevel-Upgrade: R-III>>> Die Kraft des Subjekts zeigt Erweiterbarkeit und Wachstumspotential, das über die Sicherheitsgrenzen hinausgeht. Unter extremen Bedingungen könnte sie in der Lage sein, abstrakte Raumstrukturen zu analysieren, die „Fäden“ von Anomalien innerhalb anomaler Räume zu identifizieren und Ereignisse der Realitätsverzerrung zu induzieren, einschließlich räumlicher ██. Aktuelle anomale Indikatoren: Mehrere steile Schwankungen in ihrer Rabelle-Kurve wurden festgestellt, mit Spitzenwerten, die sich der kritischen Grenze nähern. Die Stabilität der Kraft bleibt schwach, was ein messbares Risiko für Übertakten darstellt. Vorläufige Überwachungsmaßnahmen: Das Subjekt ist verpflichtet, ein Halsband-Resonator-Suppressionsgerät zu tragen, um ihre Kraft zu regulieren, und wird auf die Beobachtungsliste der Hochrisiko-Resonatoren gesetzt. Relevante Überwachungsbehörden sind angewiesen, aktuelle Aufzeichnungen zu den Kraft-Änderungen des Subjekts sowie zu ihrem Echtzeit-Standort bei den zentralen Behörden zu führen. Falls erforderlich, können zwangsweise Maßnahmen gemäß den gesetzlichen Bestimmungen ergriffen werden.

Chisa Geschätzte Gegenstände & Gefälligkeiten

Altmodische Schere
Altmodische Schere
Eine Schere im altmodischen Design. Vor Jahrzehnten noch ein alltäglicher Anblick auf jedem Markt, ist sie seitdem heimlich, still und leise in Vergessenheit geraten. Einst schnitt sie lose Fäden von Akademieuniformen ab. Sie durchtrennte das Band eines Geburtstagsgeschenks. Das Schicksal hat die Angewohnheit, seine Vorzeichen in den kleinsten Gesten zu verbergen. Mit jedem Öffnen und Schließen markierte sie unzählige Enden und Anfänge in ihrem Leben – sie schnitt Fäden, Bänder, Strukturen und Schleifen gleichermaßen durch. Jeder Schnitt war nie wirklich ein Ende, sondern ein stiller Vorbote von etwas Neuem.
Rotes Haarband
Rotes Haarband
Manche sagen, ein roter Faden bringe Schutz mit sich. Andere glauben, er wehre das Böse ab. Aber in älteren Erzählungen heißt es, er verbinde Menschen mit der unausweichlichen Anziehungskraft des Schicksals. Ein unsichtbares Band, verknüpft mit dem Schicksal, hat sie still und leise, aber mit unwiderstehlicher Kraft mit anderen und einer unbekannten Zukunft verbunden. Von diesem Moment an, wie lang und einsam ihre Reise auch immer sein mag, schreitet sie mit dem Echo der Gefährtenschaft voran.
Schutztalisman
Schutztalisman
Sie erinnert sich noch gut an diesen Tag. Der Regen hatte gerade aufgehört und hinterließ einen strahlend blauen Himmel. Ihre Eltern hielten ihre Hände, während sie gemeinsam die Glocke des Schreins läuteten. Inmitten des nachhallenden Geläuts befestigte ihre Mutter einen kleinen Schutztalisman an ihrem Handgelenk. „Er wird dich immer beschützen, Chisa.“ Die kleine Chisa schüttelte ihr Handgelenk und sah zu, wie die Quaste sich im Wind wiegte, als würde sie ein Gelübde erfüllen, das sie in ihrem jungen Alter noch nicht verstehen konnte. „Egal, wie weit du gehst, egal, wann das sein wird – wir werden immer hier sein und darauf warten, dass du nach Hause kommst.“

Chisa Geschichte

Der Sommer, in dem die Geschichte begann
Als Sechsjährige verbrachte sie den Sommer auf den Schultern ihres Vaters.

Die nächtliche Brise trug den Duft von Feuerwerk und gegrilltem Tintenfisch von den Festständen herüber. Mit einem Marshmallow-Stick in der einen Hand zeigte die kleine Chisa mit der anderen zum Himmel. Goldfischförmige Laternen schaukelten im Wind, und über den Köpfen flammten Feuerwerkskörper auf. Sie sah rote Stränge, die an den Handgelenken der Leute befestigt waren, sich ausdehnten, miteinander verflochten und so ein warmes, unsichtbares Netz bildeten, das die Festbesucher sanft umhüllte.

„Was hast du dir gerade gewünscht, Chisa?“, fragte ihre Mutter, während sich das Feuerwerk zart in ihren Augen spiegelte. Chisas Wangen waren vom Apfelsirup ganz klebrig, als sie sie aufblies und stolz verkündete: „Ich möchte wie Mama sein! Um die schönsten Papierschnitte zu machen, damit ich alle kostbaren, glücklichen Dinge aufbewahren kann …“

Ihr Sommer als Zwölfjährige war anders. In diesem Jahr versank ihre Welt plötzlich in Stille.

Ihr Vater war auf endlosen Geschäftsreisen, und die Kühlschranktür war mit den Schichtplänen ihrer Mutter vollgeklebt. Mit der Zeit gewöhnte sie sich an das Besetztzeichen, das ihre Anrufe jäh beendete.

„Ist schon okay. Ich kann mich um mich selbst kümmern“, flüsterte die kleine Chisa sich selbst zu. Sie hob den Deckel vom Topf und wollte sich ein Sukiyaki-Eintopfgericht mit Zitronengeschmack zubereiten. Auf dem Tisch lag eine aufgeschlagene Kochbroschüre, auf der in großen Lettern stand: Ein wohltuendes Gericht für ein Familientreffen.

Die Brühe begann zu brodeln und erfüllte den Raum mit dem reichhaltigen Duft von Rindfleisch und Gemüse. Die Fenster beschlugen vom Dampf. Chisa wandte ihr Gesicht dem beschlagenen Glas zu und sah nur ihr eigenes blasses, einsames Spiegelbild. Kein Lachen, kein Klirren von Gläsern.

„Für ein Familientreffen.“

So ein liebevoller Begriff, dachte sie, und doch so unendlich fern.
Die lange Regenzeit
Ihr fünfzehnter Sommer trug den Geruch von Bleistiftspänen und Einsamkeit in sich.

An einem Nachmittag ließ der Regen kurz nach. Mit einem Stapel Bücher, die sie zurückbringen wollte, überquerte Chisa den Innenhof und kam am Ausrüstungsraum vorbei. Hinter der Tür erklang gedämpftes Schluchzen. Durch den schmalen Spalt sah sie ihre Klassenkameradin Ritsuko, die von drei Mädchen in die Enge getrieben wurde. Ihr Hemd war mit Tinte befleckt, ihre Brille lag zerbrochen auf dem Boden. Die Anführerin hielt ein Feuerzeug an den aufgestickten Namen auf ihrer Uniform, wodurch die Luft mit dem bitteren Geruch von verbranntem Stoff erfüllt wurde.

Das erinnerte Chisa an den Frosch im Biologieunterricht, der flach und mit abgespreizten Gliedmaßen auf dem Seziertisch fixiert war, dessen Herz jedoch noch immer vergeblich schlug. Bevor sie überhaupt nachdenken konnte, hatte ihre Hand bereits gehandelt. Sie stieß die angelehnte Tür auf und zog die Schere heraus, die sie immer bei sich trug.

Diese kleine Schere war während ihrer gesamten Karriere die treue Begleiterin ihrer Mutter gewesen und an sie weitergegeben worden. Jetzt war sie zum ersten Mal auf das Gesicht einer Person gerichtet.

„Lasst sie los“, forderte sie.

Die Vergeltung kam schnell. Am nächsten Morgen war das Wort „Idiotin“ in ihren Tisch geritzt. Ihr Spind quoll vor zerfetzten Lehrbüchern über. Am schlimmsten waren jedoch die verschwommenen Gesichter. Als sie versuchte herauszufinden, wer sie zu Fall gebracht hatte, bemerkte sie zu spät, dass alle Gesichter um sie herum zu Farbklecksen verschmolzen waren. Im Arztbericht war von einer „psychogenen Sehstörung“ die Rede. Infolge ihrer erwachten Kraft hatte ihr Gehirn den Strang durchtrennt, der es ihr ermöglichte, Gesichter zu erkennen.

In diesem Moment hörte sie tatsächlich ein leises Schnappgeräusch. Nicht das spröde Zerreißen von Nerven, sondern das zarte Schnappen einer Goldfischlaternenschnur an einem Ast während eines Festes. Die warmen, lebendigen Stränge, die einst die Menschen miteinander verbanden, lösten sich auf und fielen in einem Regenguss aus zerrissenen Fragmenten zu Boden.

Als ihre Schere den letzten Zettel voller bösartiger Worte zerfetzte, prasselte Regen gegen die Fenster des Klassenzimmers. Chisa starrte auf ihr verschwommenes, flackerndes Spiegelbild im Fenster und erkannte plötzlich, dass Erwachsenwerden bedeutete, zu lernen, jeden fehlplatzierten Strang selbst abzuschneiden – Laternenschnüre, die sich in Ästen verfangen hatten, Drachenschnüre, die ihren Eltern aus den Händen glitten, oder die grausamen bogenförmigen Linien, die auf den Lippen ihrer Peiniger eingefroren waren.

Die Regenzeit zog sich hin. Mit der zunehmenden Sommerhitze zirpten die Zikaden lauter. Chisa umklammerte ihre Schere und begann, sich einen Weg vorzustellen, den sie selbst bahnen konnte: einen Weg, der vielleicht einsam war, aber ihrem Wesen entsprach. Einen Weg, auf dem sie niemals umkehren müsste.
Unscharfe Konturen
In ihrem sechzehnten Sommer erstreckten sich endlos dunkle Wolken. Ein Sturm braute sich zusammen. Donner dröhnte in ihren Ohren, als sie vor den raumhohen Fenstern des Resonator-Überwachungszentrums stand.

„Hast du mich gehört?“ Die Stimme klang schroff und unzufrieden. Chisa blickte auf, nur um festzustellen, dass die Gesichtszüge des Sprechers sich in Nichts auflösten.

„Klar und deutlich“, antwortete sie in die Leere.

Ihr Halsband schloss sich mit einem Klicken und hinterließ das kalte Gefühl der Überwachungsausrüstung auf ihrer Haut.

Auf dem Rückweg brach der Sturm schließlich los. Als sie durch den Park eilte, stieß sie auf einen Jungen, der neben einer Rutsche weinte und eine abgerissene Drachenschnur umklammerte. In ihrer Wahrnehmung stach der Drachen, der in den Baumwipfeln festhing, mit unheimlicher Klarheit hervor: Drei Äste bildeten eine natürliche Sperre, und wenn der äußerste rechte Ast durchtrennt würde …

„Warte mal“, hielt sie den Jungen davon ab, an der Schnur zu ziehen. Seine Augen weiteten sich. Mit einem leisen Schnappen spaltete sich der Ast, bevor der Drachen herabschwebte und sanft in seinen Armen landete.

„Vielen Da–“ Seine Freude wurde von einem schrillen Schrei unterbrochen. „M-Monster! Bleib von meinem Kind weg!“

Chisa folgte dem entsetzten Blick der Frau und wurde sich wieder des kalten Halsbands bewusst, das sich um ihren Hals schlang.

Es war kein großes Problem. Sie sagte sich, dass sie sich mittlerweile daran gewöhnt haben sollte.

Sie konnte den Rahmen des Drachens sehen, die Flugbahnen der Regentropfen und selbst die Strömungen der Ladungen, die sich durch die Gewitterwolken zogen, aber kein einziges Gesicht und kein einziges Herz.

Sie drehte sich um und wollte gerade in den Regen schreiten, doch ein kleiner Ruck am Ärmel hielt sie zurück. Der Junge hatte sich aus dem Griff seiner Mutter befreit. Er drückte ihr ein Päckchen sternförmiger Bonbons in die Hand. „Hier. Das ist für dich! Mein Lehrer sagt, nur die Mutigen bekommen Sternbonbons, daher …“

Die Plastikverpackung knisterte leise in ihrer Hand. Chisa starrte den Jungen an. Sein Gesicht war immer noch verschwommen, doch es leuchtete wie Glühwürmchen, die vor langer Zeit bei einem Fest um Laternen gekreist waren.

„Mama sagt, Leute mit diesen Halsbändern sind böse“, flüsterte er und beugte sich näher zu ihr. „Aber ich glaube ihr nicht. Wie du den Ast eben abgeschnitten hast … Das war total cool.“

Chisa hielt inne und hockte sich dann hin, um ihm über den Kopf zu streicheln.

Die Vorrichtung an ihrem Hals rührte sich nicht. Ihr Resonanzspektrum zeigte eine selten gleichmäßige Kurve. Wie ein Sommerhimmel nach dem Sturm durchbrach endlich ein Hauch von Licht die Dunkelheit.
Albtraum des zweiten Monats
„…!“

Chisa schreckte aus ihrem Albtraum hoch, kalter Schweiß bedeckte ihren Rücken. Benommen spürte sie noch immer einen stechenden Phantomschmerz in ihrer Seite, der an ihren Nerven zerrte.

Aber ihr Fleisch war unverletzt, anders als im Traum. Sie holte tief Luft, presste eine Hand auf ihre Brust und versuchte, ihr rasendes Herz zu beruhigen.

Es waren zwei Monate vergangen, seit sie in Honami gefangen wurde. Ihr Körper gewöhnte sich langsam an den endlosen täglichen Kreislauf, doch jede Nacht zogen die Alpträume ihre Seele tiefer in den Abgrund.

Sie drehte den Kopf zum Sofa. Sumika schlief dort tief und fest. Eine Hand rutschte vom Kissen, die andere lag neben einem offenen Notizbuch, das mit Zahlen und Aufzeichnungen vollgekritzelt war.

Draußen regnete es unaufhörlich in Strömen.

Als Sumika schließlich aufwachte, war es bereits Abend geworden. Der Sturm hatte nachgelassen. Vereinzelte Sterne funkelten matt am tiefblauen Himmel, wie silberne Nägel, die achtlos in der kalten Nacht verstreut waren. Noch gähnend folgte sie Chisa in einen Minimarkt. Während Chisa sorgfältig Lebensmittel und Vorräte aus den Regalen nahm, drehte sie sich um und sah, dass Sumika – bereits mit Notizbuch und Stift in der Hand – in das flackernde Schild über ihnen vertieft war.

„Chisa, sieh dir das mal an …“, flüsterte sie mit vor Aufregung zitternder Stimme. „Es ist genau wie beim letzten Mal! Die Zeit, die Flackerfrequenz … Alles stimmt überein! Wenn wir nur noch ein paar Proben sammeln könnten … dann können wir mit diesen Daten das Muster hinter der Zeitschleife aufdecken!“

Als Chisa das Leuchten in ihren Augen sah, ballte sie unbewusst die Fäuste. In ihrer Handfläche spürte sie noch das Gefühl des Schnitts von gestern, als sie die Stränge der Tacet-Dissonanzen durchtrennt hatte – ein kalter Schauer, wie das Reißen von Seide.

Immer wenn sie ihre Schere zog und ihre Kraft einsetzte, tauchten purpurrote Linien in ihrem Blickfeld auf – die Stränge des Lebens, die nur für sie sichtbar waren. Im Gegensatz zur Wärme menschlicher Adern stanken diese Stränge nach Verwesung. Sie verfolgten die Zurückgelassenen, rissen sie entzwei und zogen diese zerbrechlichen Leben neben dem Lamento in eine weitere Zeitschleife.

Chisa betrachtete ihr Spiegelbild im Fenster: ein ruhiges, fast blasses Gesicht, aber mit einem letzten Funken Glut, die noch immer in ihren Augen loderte.

Gestern war sie wieder auf dasselbe Mädchen gestoßen – genau hier, in genau diesem Laden. Jenes Mädchen, das sie in jeder Zeitschleife traf, das immer so aufrichtig ihre Snacks mit ihr teilte und nie bemerkte, dass ihr das schillernde Leuchten der Zurückgelassenen anhaftete. Vielleicht war es diese zerbrechliche, aber unnachgiebige Freundlichkeit, die Chisa davon abhielt, zu akzeptieren, dass diese Stadt für immer in der Vergangenheit gefangen war.

Die Nacht war lang, aber die Morgendämmerung würde stets folgen.

Als das erste Licht endlich durch die bleiernen Wolken brach, glaubte sie, das zitternde Surren der Stränge zu hören. Chisa presste ihre Hand auf ihre Brust und wusste, dass mit Beginn der nächsten Zeitschleife alles wieder zurückgesetzt würde.

Aber das war in Ordnung.

Solange sie die Schere in der Hand hielt, solange die Fragmente der Wärme nicht vollständig vergessen waren …

würde sie weiter voranschreiten, bis sie endlich den Albtraum durchdringen und die Schlinge durchtrennen konnte.
Über den Sommer hinaus
Am Nachmittag plätscherte Nieselregen gegen das Fenster.

Chisa stand am raumhohen Fenster des Raumwanderer-Archivs. Mit achtzehn hatte sie endlich die Muße, dem Rhythmus des Regens zu lauschen – nicht dem monotonen Takt von Honamis sich ständig wiederholenden Regentropfen, sondern dem echten Regen von Lahai-Roi. Frisch, lebendig, mit einem Hauch von Süße in der Luft. Es war die Art von Regen, die eine auf dem Balkon zum Trocknen aufgehängte Akademieuniform locker durchnässte oder einen ahnungslosen Schüler auf dem Heimweg klatschnass werden ließ.

Aus dem Kaffee auf ihrem Tisch stieg sanft Dampf auf. Sie packte mithilfe ihrer Schere einen Zuckerwürfel aus … Ja, sie trug sie immer noch überall mit sich herum, obwohl sie jetzt eher zum Zurechtstutzen von Topfpflanzen oder zum Öffnen von Paketen verwendet wurde. Der Zucker löste sich in der dunklen Oberfläche der Tasse auf. Hinter dem Fenster platschten ein paar Schüler in leuchtend gelben Regenmänteln durch Pfützen. Ihre leuchtenden Farben durchbrachen den grauen Schleier des Nieselregens und weckten Erinnerungen an Tage, an denen sie endlosen Schleifen und unablässigen Anfängen gegenüberstand – an eine Person, die einst an ihrer Seite dem Zielpunkt der endlosen Zeitschleife entgegenschritt und sich mit ihr einen Weg durch die lange Nacht bahnte; und an eine Person, die sich entschied, unzählige falsche Pfade allein zu beschreiten und selbst zu einem Eckpfeiler der Wahrheit zu werden.

Als der Regen nachließ, trat Chisa mit einem Buch unter dem Arm aus dem Archiv. Die feuchte Abendbrise hob ihr frisch geschnittenes Haar an. Der Campus erstreckte sich vor ihr, belebt durch das sanfte Leuchten nach dem Regen. Eine Gruppe von Studenten der Ingenieursabteilung war in eine hitzige Debatte über ein Schwebegerät vertieft. Jemand bemerkte sie durch den dünner werdenden Nebel, winkte ihr fröhlich zu und rief sie zu sich –

Sie beobachtete diese jungen, leidenschaftlichen Seelen – Gefährten unter demselben Himmel wie sie, die alle auf das selbe Sternenmeer zusteuerten. Und sie erkannte mit erstaunlicher Klarheit, dass sie nicht länger eine Wanderin war, die in einer endlosen Zeitschleife verloren war. Ihr Leben hatte sich nach einer Phase der Stagnation bereits wieder dem rauschenden Fluss angeschlossen, der alle vorwärts trug.

Sie hatte diesen endlosen Sommer tatsächlich hinter sich gelassen.

Mit festem Schritt ging sie auf ihre neue Zukunft zu.

Chisa Sprachaufnahmen

Gedanken: I
Diese vernickelte Schere wiegt etwa 152 Gramm. Ihr maximaler Öffnungswinkel beträgt etwa 60 Grad. Das reicht gerade aus, um dicke Wolle durchzuschneiden, selbst wenn sich in der Naht gestepptes Fleece verbirgt. Solche Zahlen konnte ich schon als kleines Mädchen schätzen. Aber nachdem diese seltsame und furchterregende Kraft über mich gekommen war, begann ich mehr zu sehen. Jetzt fühlt sich sogar ein einziger Zentimeter wie eine ganze Welt an.
Gedanken: II
Als ich klein war, saß ich auf der Veranda unseres Hauses, lauschte den Zikaden und schnitt aus buntem Papier Goldfische und Glückssterne aus. Meine Mutter saß neben mir und nähte ein Yukata. Der Ventilator quietschte, während er sich drehte, und im Fernsehen liefen langatmige Mittagsdramen … Wenn ich jetzt daran zurückdenke, waren solche Sommer irgendwie ein Luxus.
Gedanken: III
In Honami endet der Sommer nie. Aber es gibt keine Zikaden. Keine abendlichen Windspiele. Nur die endlose Schleife des Lamentos … Manchmal finde ich alte Schachteln mit Kandiszucker in verlassenen Gemischtwarenläden. Normalerweise sollten Lebewesen in einer Sonoro-Sphäre keinen Hunger verspüren. Aber dieser zuckrige Geschmack weckt immer Erinnerungen an Feste zu Hause, an Süßigkeiten in der Hand … Entschuldigung, ich glaube, das ist alles nicht wirklich wichtig.
Gedanken: IV
Ich … Ich kann mir Gesichter nicht gut merken. Als ich klein war, sagten die Leute immer, ich würde mich zu sehr auf Details konzentrieren. Aber seit die Gesichter vor meinen Augen verschwimmen, bin ich darauf angewiesen. In dieser Sonoro ist der „Tod“ nur vorübergehend. Diejenigen, die verschwinden, tauchen immer wieder auf, als wäre nichts gewesen. Deshalb mache ich mir Notizen. Der Fettfleck auf dem Ärmel des Ladenbesitzers gegenüber. Die Form der Haarspange der Verkäuferin im Laden. So weiß ich auch dann noch, wer sie sind, wenn ihre Gesichter verschwimmen.
Gedanken: V
Seit der Grundschule war ich das, was man eine „Musterschülerin“ nennt. Konstant gute Noten. Immer anwesend. Saubere Handschrift. Hausaufgaben immer überpünktlich. Kein einziger Knick in meinen Schulbüchern. Für die meisten Menschen reicht das aus … und mir macht das nichts aus. Aus diesen Gründen haben mir die Leute immer vertraut, ohne mich jemals wirklich zu kennen. Aber bei dir ist das anders. Du bist nicht zu mir gekommen, weil du gesehen hast, dass ich „gute Leistungen erbracht habe“. Du bist nicht geblieben, weil ich „zuverlässig“ wirkte.
Wir standen immer wieder gemeinsam am Rande des Zusammenbruchs dieser Stadt. Deshalb wollte ich dir das sagen. Wie du gesagt hast … du bist {Male=mein Partner;Female=meine Partnerin}. Also vertraue ich dir natürlich auch.
Chisas Hobby
Handarbeit, Schneiderei und dazu noch … Mathematik. Ja, ich würde sagen, darin bin ich ziemlich gut.
Chisas Problem
Es liegt wahrscheinlich an meiner mangelnden Mimik. Viele Leute finden mich „unnahbar“. Es ist aber nicht so, dass ich jemanden nicht mag. Ich weiß einfach nicht … wie ich auf andere Menschen auf natürliche Weise zugehen soll.
Lieblingsessen
Schokoriegel … Ein ehemaliger Klassenkamerad hat mir einmal einen gegeben und gesagt: „Wenn du so trübsinnig dreinschaust, wird dein Blutzucker abstürzen.“ Ich habe die wissenschaftliche Erklärung dafür nicht wirklich verstanden. Aber nachdem ich einen probiert hatte … Seitdem habe ich immer ein paar Packungen griffbereit. Sie sind gut für einen schnellen Energieschub und sorgen für einen klaren Kopf. Das ist der Hauptgrund, warum ich sie habe.
… Aber ich muss zugeben, dass mir die Originalgeschmacksrichtung besser schmeckt als Erdbeere.
Ungeliebtes Essen
Scharfes Essen. Ich habe an den Schwarzen Küsten einige Gerichte aus Huanglong probiert, und sie waren … einzigartig. Das war das erste Mal, dass ich mich über meine mangelnde Toleranz gegenüber scharfen Gewürzen geärgert habe. Aber vielleicht ändert sich das mit ausreichend Übung? Ich werde es weiter probieren müssen.
Ideale
… Ich habe keine großen Ideale. Ich weiß nur, dass ich nicht so tun kann, als hätte ich etwas nicht gesehen, wenn etwas passiert ist. Wenn ich mit meinen Fähigkeiten helfen kann, und sei es auch nur ein bisschen, dann werde ich sie weiterhin einsetzen.
Chat: I
Diese kleine Schere, die ich immer bei mir habe, war ein Geschenk meiner Mutter. Sie hat sie während ihrer gesamten Laufbahn als Näherin benutzt. Später habe ich sie verwendet, um meine neue Akademieuniform für den ersten Schultag anzupassen. Sie passte nicht ganz, also habe ich sie selbst geändert. Sie fühlt sich an wie ein unsichtbarer Faden, den meine Eltern in mich eingenäht haben. Still, aber er zieht mich immer vorwärts.
Chat: II
An dem Tag, an dem sie mir dieses Halsband angelegt haben, regnete es zum ersten Mal seit Tagen in meiner Heimatstadt. Ich beobachtete den Regenguss und die aufziehenden Gewitterwolken durch das Fenster und seltsamerweise verspürte ich ein Gefühl der Erleichterung. Meine Resonanzkraft war eingeschränkt worden. Und ich sagte mir: „Jetzt werden sie dich nicht mehr hassen.“
Über Sumika
Sumika war die Erste, die das „Schleifenmuster“ der Sonoro aufdeckte. Wir haben oft die ganze Nacht im Unterschlupf verbracht und Daten ausgewertet. Ich brauchte Kaffee, um konzentriert zu bleiben, aber sie war immer hellwach. Ehrlich gesagt, war sie fast schon manisch. Aber ich wusste, wie sehr sie die Wahrheit hinter dem Lamento der Stadt verstehen wollte. Vielleicht ist das einfach die Natur einer echten Forscherin. Wie sie selbst sagte: Sogar die gefährlichste Gleichung braucht jemanden, der bereit ist, sie zu lösen.
Über Namipo
Aus Liebe geboren. Immer freundlich und zuverlässig … Das ist der Wächter von Honami. Zumindest stellt es sich selbst so vor. In der Nähe von Namipon fühlt man sich friedlich. Es ist schwer zu erklären. Manchmal folgt es mir leise. Ich bemerke es erst, wenn es mich mit seinem weichen Fell an meinem Arm berührt, und mich fragt, ob ich Kaffee möchte. Aber hinter diesem Gesicht verbirgt sich noch etwas anderes. Etwas Großes. Vielleicht versucht es einfach nur … die Liebe zurückzugeben, die ihm einst entgegengebracht wurde.
Über Buling
Sie ist eine sehr faszinierende … Taoistin. Wenn ich mich recht erinnere, kommt sie aus Mengzhou in Huanglong? Sie benutzt immer seltsame Metaphern und lokale Redensarten und zeigt ihre seltenen Antiquitäten, die sie mit sich herumträgt. Einmal hat sie mir sogar ein „Kauf zwei, erhalte 20 % Rabatt“-Angebot gemacht. Vielleicht nehme ich das Angebot an. Nur um zu sehen, was passiert.
Über Die Küstenwächterin
Die Küstenwächterin hat mir sehr geholfen, während ich mich an den Schwarzen Küsten erholt habe. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich eingelebt hatte, aber mit der Zeit begann ich, die Freundlichkeit dort zu spüren. Die Küstenwächterin hat mich einmal zum Strand von Keimlingshafen mitgenommen, um die Sterne zu sehen. Sie waren unendlich. Und ich dachte mir … Sumika muss viele Male unter demselben Himmel gestanden und sich die Zukunft ausgemalt haben, die sie sich erhoffte.
Geburtstagswünsche
Ein Geburtstag … ist nicht nur der Jahrestag der eigenen Geburt. Er erinnert auch daran, dass man noch da ist. Allein das macht ihn für mich wichtig.
Also … bitte bleib weiterhin gesund, besonnen, grenzenlos tüchtig und jemand, auf den andere zählen können. Möge jeder deiner Tage reibungslos verlaufen und möge es immer jemanden geben, der dich begleitet.
… Das ist der prägnanteste und praktischste Geburtstagswunsch, der mir eingefallen ist.
Entspannen: I
Hmm … Das ist es nicht. Sondern das hier.
Entspannen: II
*Emotion*
Entspannen: III
… Dann geh schon.
Selbstvorstellung
Kuchiba Chisa. Taktisches Entwicklungsprogramm, Ingenieursabteilung. Sternenfackel-Akademie. Kraftspezialisierung: strukturelle Sezierung … Entschuldigung, aber jetzt ist wohl nicht der richtige Zeitpunkt für Formalitäten.
Begrüßung
Ich werde … diesen Stillstand auflösen.
Beitritt zum Team: I
Ich komme gleich zur Sache.
Beitritt zum Team: II
Zeit, alles etwas abzukürzen.
Beitritt zum Team: III
Arbeiten wir wieder zusammen.
Aufstieg: I
… Die Fäden. Ich kann sie jetzt klarer sehen.
Aufstieg: II
Die Struktur ist komplexer, aber auch … eindeutiger erkennbar.
Aufstieg: III
Meine Resonanzkraft breitet sich weiter aus … Keine Sorge, ich kann sie kontrollieren.
Aufstieg: IV
Das war weder Zufall noch ein glücklicher Umstand. Es gibt einen Ausweg aus dem Stillstand. Wir werden Seite an Seite kämpfen … genau wie früher.
Aufstieg: V
Egal, wohin das führt … dieses Mal bin ich dabei.
Standardangriff: I
Abgeschnitten, bis auf den Mikrometer.
Standardangriff: II
Ausgeschnitten, in einem Atemzug.
Standardangriff: III
Zerlegen!
Standardangriff: IV
In Stücke!
Standardangriff: V
Zerbrechen!
Standardangriff: VI
Verbindungen getrennt.
Standardangriff: VII
Durch die Reihen schneiden!
Standardangriff: VIII
Fäden laufen zusammen.
Schwerer Angriff: I
Knoten gelöst.
Schwerer Angriff: II
Abweichung korrigiert.
Resonanz-Skill: I
Totpunkt, fixiert.
Resonanz-Skill: II
Auge der Entwirrung!
Resonanz-Skill: III
Stresspunkte kartiert.
Resonanz-Skill: IV
Das endet hier!
Resonanz-Skill: V
Struktureller Zusammenbruch.
Resonanzbefreiung: I
Ein entscheidender Moment.
Resonanzbefreiung: II
Das Nichts, dekonstruiert!
Resonanzbefreiung: III
Komm … finde dein Ende.
Intro-Skill: I
Lebensader gekappt.
Intro-Skill: II
Blinken!
Kraftkreislauf: I
Bruchstelle, fixiert.
Kraftkreislauf: II
Bruchstelle, markiert.
Getroffen: I
… Der Schnitt ist nicht tief.
Getroffen: II
… Eine Fehlkalkulation.
Verletzt: I
Strukturelle Integrität intakt. Weitermachen.
Verletzt: II
Es ist noch Zeit … bevor die Fäden reißen.
Verletzt: III
… Das tut weh.
Gefallen: I
Es gibt … kein Zurück.
Gefallen: II
Endet hier mein Weg …?
Gefallen: III
Das … ist also das Ende.
Echo-Beschwörung
Flackernd Gestalt annehmen.
Echo-Verwandlung
In einem Augenblick.
Feinde in der Nähe
… Hindernis.
GLEITEN
Flugbahn kalibriert.
SENSOR
Strukturanalyse abgeschlossen.
Vorratstruhe: I
Machen wir das Beste daraus.
Vorratstruhe: II
Angemessener Ertrag für den Aufwand.
Vorratstruhe: III
Neue Vorräte … Die reichen für ein paar Tage.