Informationen
Hsin
Hsin VA
Chinesisch: Ju Huahua
Japanisch: Noto Mamiko
Koreanisch: So Yeon
Englisch: Suzie Yeung
Hsin Forte-Untersuchungsbericht
Resonanzkraft
Fraktale Vervielfältigung
Resonanz-Bewertungsbericht
[Mengzhou Ministerium für Hütende-Angelegenheiten : Umfassendes Verzeichnis über das Hütende ]
...
Nach wiederholten Beobachtungen durch das Ministerium für Hütende-Angelegenheiten kann das Hütende Hsin der Mondfuchs, die Kraft nutzen, um aus einem Wesen viele zu machen und nach Belieben neue Formen hervorzubringen. Sie kann diesen Entitäten befehlen, sich entsprechend ihrer Wesensnatur auszubreiten und zu teilen – mitsamt ihrem Bewusstsein, ihrer Wahrnehmung und ihrer konstituierenden Essenz –, wobei jede die Gestalt einer eigenständigen fraktalen Form annimmt. Obwohl jede fraktale Form ihre Eigenständigkeit bewahrt, bleibt sie mit ihrem Ursprung verbunden, teilt dessen Empfindungen über alle Ausbreitungen hinweg und kann letztlich wieder mit ihm zu einem einzigen Ganzen verschmelzen.
... Es ist zudem bekannt, dass Hsin, der Mondfuchs, über außergewöhnliche Fähigkeiten im Bau von Mechanismen verfügt. Ihr Verständnis der Prinzipien hinter ineinandergreifenden Mechanismen übertrifft die heutige Handwerkskunst bei Weitem. Mithilfe ihrer Fähigkeit zur Fraktalausbreitung kann sie bestehende Entwürfe extrapolieren, reproduzieren und sogar rekonstruieren. Ihre Handschrift findet sich in vielen der kunstvollen Apparate wieder, die überall in der Stadt Mengzhou zu finden sind ...
Allerdings ist die Fraktalausbreitung weit mehr als bloße Spiegelung oder Replikation. Sobald sie vom Ursprung getrennt sind, macht jede fraktale Form ihre eigenen Erfahrungen in der Welt, und ihre Wahrnehmung verändert sich mit allem, was sie sieht und fühlt. Mit der Zeit können selbst jene, die denselben Ursprung teilen, ▉▇▇▂ ...
Personalvermerk des Ministeriums für Hütende-Angelegenheiten
Aktuelle Inspektionen zeigen keine Unregelmäßigkeiten. Diese Aufzeichnung wird weiterhin unter der alten Bezeichnung „Hsin der Mondfuchs, Hütendes von Mengzhou“ geführt. Weitere Untersuchungen zu ihren Ursprüngen werden auf Anordnung des Intendanten bis auf Weiteres ausgesetzt.
Overclock-Diagnosebericht
[Arbeitstagebuch: H001]
Die Analyse des Auszugs der Rabelle-Wellenform weist einen konstanten Zeitbereich auf. Es wurden keine abnormalen Schwankungen festgestellt. Die Untersuchungsergebnisse liegen innerhalb normaler Parameter.
Fazit: Die Resonanzkritikalität liegt außerhalb des Normbereichs (der Zähler hat den Höchstwert erreicht und der Maximalwert kann nicht ermittelt werden). Die Stabilität wird als außergewöhnlich hoch eingeschätzt, es besteht kein Risiko einer Übertaktung . Die Frequenzschwankungen weisen jedoch nur eine äußerst geringe Dämpfung auf. Vorerst wurde dies als Fehlermarge verbucht, die einer erneuten Überprüfung bedarf.
„… Bisher auch keine Anzeichen von Übertaktung, daher kein Bedarf an psychologischer … Äh, muss ich den Teil wirklich auch aufschreiben?“
„… Halt mal, wer hat dir gesagt, dass du einen Rabelle-Test am Hütenden durchführen sollst?“ „Was hätten wir denn sonst machen sollen? Sonst bleibt uns ja nichts übrig. Hast du nicht ständig davon geredet, das Hütende untersuchen zu wollen?“
„Tja, wenigstens haben wir einen Messwert daraus gewonnen!“
„Wobei … Bist du dir sicher, dass diese Daten überhaupt stimmen …?“ „Was soll das heißen?“
„Na ja … nachdem Lady Hsin den Bericht gelesen hatte, lächelte sie nur und fragte: ‚Entspricht das eher dem, was du normalerweise siehst?‘“
„…“
„… Lass uns erst mal warten, bevor wir den hier einreichen.“
Nachtrag: H001 wurde als einmalige, vorübergehende Beobachtung unter Verwendung vorhandener Resonatorausrüstung und analytischer Modelle durchgeführt. Da die Probandin außerhalb des vorgesehenen Anwendungsbereichs lag, waren bestimmte Messwerte außerhalb des Messbereichs der Instrumente, sodass nicht überprüft werden konnte, ob die Wellenform von der Eigenfrequenz des Hütenden stammt oder eine aktive Anpassung des Testausgangs darstellt. Die strukturelle Zusammensetzung und die Fähigkeiten des Hütenden gehen weit über die Grenzen bestehender Erkennungssysteme hinaus. Für weiterführende Untersuchungen wird eine eigene Fallakte erforderlich sein …
Hsin Geschätzte Gegenstände & Gefälligkeiten

Handschmeichlerfuchs
Selbst einem Hütenden gehen gewisse Dinge nicht leicht von der Hand. Dazu gehört etwa, {Male=dem Schiedsrichter;Female=der Schiedsrichterin} mit eigenen Händen ein Dankeschön-Geschenk zu basteln.
Eigentlich hätte etwas Würdevolles daraus werden sollen, aber ihre Gedanken schweiften ab und ehe sie es sich versah, hatte sich das flauschige Material in ihrer Hand zu einem viel zu runden kleinen Fuchs geformt. Das entsprach so gar nicht dem imposanten Miniatur-Hütenden, das sie sich eigentlich vorgestellt hatte.
Natürlich handelt es sich hierbei – anders als bei den Fuchsgestalten, die Hsin mit Fraktalausbreitung erschafft – nur um gewöhnliche Handarbeit. Er kann sich nicht bewegen. Er kann nicht sprechen. Und er kann sicher nicht die Wärme spüren, wenn er in jemandes Händen gehalten oder fest an dessen Brust gedrückt wird.
… Nein, ganz bestimmt nicht.

Der erste Sparrensegler
Der erste Sparrensegler des Xuanfang-Territoriums , von Hsin eigenhändig gefertigt.
Sie formte diesen raffinierten mechanischen Vogel nach dem Vorbild ihres geliebten Freundes, des Xuanling-Vogels , und versah ihn mit der letzten Frequenz, die der Xuanling-Vogel hinterlassen hatte. Ihr Wunsch war, dass er aufs Neue seine Flügel ausbreiten und über das Xuanfang-Territorium dahingleiten möge.
Später fertigten Xuanfangs Handwerker ihre eigenen Modelle nach seinem Vorbild an. Von da an hielten die Sparrensegler allmählich Einzug in jeden Haushalt und erfüllten weiterhin ihre Aufgabe, die Gefühle und Worte der Menschen zu übermitteln. Dieser allererste Sparrensegler wurde zum Prototyp und prägte sich in das Gedächtnis unzähliger Handwerker ein. Sie verbrachten ihr Leben damit, ihre Handwerkskunst zu perfektionieren, nur um eines Tages die natürliche Brillanz des Vogels einzufangen, den sie einst gesehen hatten.

Herzensruh
Ein besonderer Ort innerhalb der Herzreiche, an dem Hsin sich gegenwärtig meist zur Ruhe begibt. Die Blumen und Bäume, die Bäche und Teiche sowie die flackernden Mondlaternen – all das ist den Eindrücken nachempfunden, die sie einst mit eigenen Augen gesehen hatte, als sie in der Welt der Sterblichen wandelte. In ihnen leben die Hoffnungen und Segnungen weiter, die dem Hütenden einst anvertraut worden waren. Zudem verbergen sich hier viele alte Handwerkskünste und vergessene Kulturen, die heute kaum noch zu finden sind … Diese Fragmente, die Staubkörnern gleich auf dem langen Fluss der Zivilisation treiben, sammelte sie Stück für Stück ein und fügte sie zu einer Welt zusammen, in der sie Frieden finden konnte.
Hin und wieder findet ein besonderer Gast den Weg hierher. Und wenn das geschieht, wenn der Bach seine uralte plätschernde Melodie anstimmt und die Nacht hereinbricht, so wie es seit jeher war, legt das Hütende die Bürde ferner Sorgen ab. Sie sitzt im Schein der Lampe, einen Teller mit Gebäck in der Hand, und spricht mit ihrem Gast über Dinge, die nur in Träumen zum Ausdruck kommen.
Hsin Geschichte
Die müßigen Gassen
Der Legende nach wacht das Hütende Hsin die Mondfüchsin jedes Jahr beim Vollmondfest, wenn tausend Laternen den Fluss hinuntertreiben, darauf, dass die erste Laterne die Mitte des Sees erreicht. Sie schnappt sich die Laterne, nimmt die Gestalt einer kleinen Füchsin an und stattet dem Haushalt, der sie zu Wasser gelassen hat, einen Besuch ab.
Natürlich gibt es viele solcher Gerüchte. Manche sagen, Hsin die Mondfüchsin schicke eine Gesandtin in Fuchsgestalt in die Welt der Sterblichen, und wenn diese eine Laterne mit einem besonders schönen Wunsch darauf findet, schnappt sie sich diese kurzerhand und bringt sie zurück ins Heiligtum, wo sie ausgiebig bestaunt wird. Andere schwören aus tiefster Überzeugung, dass das Hütende liebend gern liebestrunkenen Tölpeln und schmachtenden Jungfern Streiche spielt. Dazu sucht es sich Laternen mit Heiratswünschen darauf aus und zwingt die Hoffnungsvollen, Widrigkeiten zu erdulden, die qualvoller und fantastischer sind als jede Märchenromanze – bis sich ihre Liebe als unverfälscht erweist und eines glücklichen Endes würdig ist.
Später fand ein gewisser Geschichtenerzähler, dass die Legenden der Mondfüchsin längst nicht ausgefallen genug waren. Er schmückte die Geschichte noch ein wenig aus und behauptete, dass einst ein tollkühner Kerl es gewagt habe, der Mondfüchsin über drei Straßen und Gassen hinweg hinterherzujagen, nur um dann auf einem Dach eine Frau in roten Gewändern zu entdecken, die eine Mondlaterne im Arm hielt und auf markerschütternde Weise lachte: „Du hast mein Geheimnis entdeckt. Bist du bereit, den Preis dafür zu bezahlen?“
Die Geschichte schlug ein wie eine Bombe und zog bald mehrere Fortsetzungen nach sich, die alle einen gänzlich eigenen Stil aufwiesen. Irgendwann kümmerte es niemanden mehr, ob darin auch nur ein Fünkchen Wahrheit steckte. Aber jede Geschichte hat einen Ursprung. Und wie es der Zufall so wollte, war direkt neben dem Stand des Geschichtenerzählers ein alter Zuckerfigurenverkäufer, der Gerüchten zufolge diese Geschichte selbst erlebt hatte. Auf Fragen hin winkte der alte Mann immer nur ab und lächelte.
„Das wurde verzerrt“, sagte er dann. „Die Geschichte wurde im Laufe der Zeit völlig verzerrt.“
In jenem Jahr ergoss sich ein plötzlicher Regenguss über dasXuanfang-Territorium . Der Fluss schwoll an und wurde zur Gefahr. Ein Kind, das von seiner Familie getrennt wurde, kauerte unter einer Brücke. Er weinte und hielt eine Mondlaterne umklammert, die er für seine verstorbene Mutter beschriftet hatte. Der Regen hatte das Papier der Laterne durchnässt. Egal, wie sehr er sich auch bemühte, sie wollte einfach nicht brennen.
Dann tauchte aus dem Dunkeln eine kleine Füchsin auf, deren Fell so weiß wie frisch gefallener Schnee war. Sie schnappte sich die triefende Laterne mit den Zähnen und sauste davon.
Woher er den Mut nahm, wusste der Junge selbst nicht, aber er rannte der Füchsin trotz des Regens hinterher, fast die ganze Straße entlang. Die Füchsin kam schließlich unter dem Dachvorsprung eines Hauses zum Stehen. Drinnen stand sein Vater, die Augen rot vor Sorge, und fragte alle Vorbeikommenden, ob sie seinen vermissten Sohn gesehen hätten.
Als sich Vater und Sohn in die Arme fielen und sich umdrehten, war die Füchsin schon verschwunden. Einzig die Mondlaterne blieb unversehrt und unberührt auf den Steinstufen zurück. Der Regen hätte sie eigentlich völlig durchweichen müssen.
Niemand wusste, wann es geschehen war, aber die Laterne hatte sich irgendwie entzündet.
„… So ist das also passiert?“
Die Frau, die vor dem Stand saß, presste voller Staunen die Handflächen aneinander. In Rot gewandet und mit rabenschwarzem Haar, war sie von auffallender Schönheit. Auf den ersten Blick glich sie einem Geist, der direkt einer nebulösen Legende entsprungen war. Mit großem Interesse beobachtete sie nun den Ladenbesitzer, das Kinn auf die Hand gestützt.
„Und diese Geschichte, ‚Der Fuchs, der das Schicksal wob‘, ist die auch wahr?“
Der Ladenbesitzer betrachtete ihr schmunzelndes Gesicht und hatte das eigenartige Gefühl, dass sie gar nicht an der Antwort interessiert war. Es machte ihr einfach Spaß, zu fragen. Er schüttelte den Kopf und lachte.
„Ach … Nach all den Jahren, in denen die Geschichte ständig wiedergekaut wurde – wer kann da noch sagen, was wahr ist und was nicht?“
Die Umstehenden nickten zustimmend und begannen, das Thema untereinander zu diskutieren.
„Trotzdem sind es die Gruselgeschichten, die hängen bleiben. Wenn es nur darum geht, einem verirrten Kind den Weg nach Hause zu weisen, worüber soll man dann hundert Jahre lang erzählen?“
„Da bin ich anderer Meinung. Eine gute Geschichte braucht keine Monster oder tragischen Liebesgeschichten. Sie muss einfach nur gut erzählt werden.“
Der Ladenbesitzer ließ die Leute sich zanken und beobachtete die Frau in Rot, die mit sichtlichem Vergnügen zuhörte. Dann senkte er den Kopf und widmete sich wieder der Zuckerfigur in seinen Händen.
Es dauerte nicht lange, da stellte er eine Zuckerfigur eines Fuchses auf die Theke. Sein Schweif war aufgestellt, das Fell leicht rötlich gefärbt und zwischen seinen Zähnen klemmte eine winzige Mondlaterne.
Plötzlich ließ der Geschichtenerzähler seine Klapper erklingen und räusperte sich, bevor er die Geschichte dort fortsetzte, wo er aufgehört hatte. Die Zuhörer, die sich gerade noch gegenseitig angeschnauzt hatten, begannen schon bald, bei jeder Wendung der Geschichte zu seufzen und zu jubeln. Als das Kapitel zu Ende war, verlangten manche immer noch nach mehr und wollten die Nacht gar nicht enden lassen.
Der Geschichtenerzähler presste die Fäuste aneinander und verneigte sich. Sein Blick fiel auf die Frau in Rot, die die ganze Zeit vor dem Stand mit den Zuckerfiguren gesessen hatte.
„Du hast den ganzen Abend zugehört, aber kein Wort gesagt. Bizarre Geschichten, tragische Liebesgeschichten, Helden aus vergangenen Zeiten … Was spricht dich am meisten an?“
Die Frau hielt inne. Zur Überraschung aller dachte sie gründlich über die Frage nach.
Inzwischen war die Nacht hereingebrochen. Die Laternen entlang der langen Straße wiegten sich hin und her und tauchten ihre Augen in goldrotes Licht. Von den Imbissständen drang das Klirren der Trinkbecher und leises Gelächter herüber. Ein Kind rannte mit hoch über dem Kopf gehaltener Zuckerfigur vorbei.
„Alle“, sagte sie schließlich, das Kinn auf die Hand gestützt, während ihr Blick über die belebte Straße schweifte. „Solange die Geschichte von hier stammt, gefällt sie mir.“
Sie hielt erneut inne und fügte dann mit einem sanften Lächeln hinzu:
„Also bitte …, fahr fort, Geschichtenerzähler.“
„Na gut, dann macht es euch gemütlich, liebe Leute. Die nächste Geschichte hat es in sich …“
Die Klapper erklang aufs Neue. Die Zuhörer verstummten.
Und so begann eine neue Geschichte.
Natürlich gibt es viele solcher Gerüchte. Manche sagen, Hsin die Mondfüchsin schicke eine Gesandtin in Fuchsgestalt in die Welt der Sterblichen, und wenn diese eine Laterne mit einem besonders schönen Wunsch darauf findet, schnappt sie sich diese kurzerhand und bringt sie zurück ins Heiligtum, wo sie ausgiebig bestaunt wird. Andere schwören aus tiefster Überzeugung, dass das Hütende liebend gern liebestrunkenen Tölpeln und schmachtenden Jungfern Streiche spielt. Dazu sucht es sich Laternen mit Heiratswünschen darauf aus und zwingt die Hoffnungsvollen, Widrigkeiten zu erdulden, die qualvoller und fantastischer sind als jede Märchenromanze – bis sich ihre Liebe als unverfälscht erweist und eines glücklichen Endes würdig ist.
Später fand ein gewisser Geschichtenerzähler, dass die Legenden der Mondfüchsin längst nicht ausgefallen genug waren. Er schmückte die Geschichte noch ein wenig aus und behauptete, dass einst ein tollkühner Kerl es gewagt habe, der Mondfüchsin über drei Straßen und Gassen hinweg hinterherzujagen, nur um dann auf einem Dach eine Frau in roten Gewändern zu entdecken, die eine Mondlaterne im Arm hielt und auf markerschütternde Weise lachte: „Du hast mein Geheimnis entdeckt. Bist du bereit, den Preis dafür zu bezahlen?“
Die Geschichte schlug ein wie eine Bombe und zog bald mehrere Fortsetzungen nach sich, die alle einen gänzlich eigenen Stil aufwiesen. Irgendwann kümmerte es niemanden mehr, ob darin auch nur ein Fünkchen Wahrheit steckte. Aber jede Geschichte hat einen Ursprung. Und wie es der Zufall so wollte, war direkt neben dem Stand des Geschichtenerzählers ein alter Zuckerfigurenverkäufer, der Gerüchten zufolge diese Geschichte selbst erlebt hatte. Auf Fragen hin winkte der alte Mann immer nur ab und lächelte.
„Das wurde verzerrt“, sagte er dann. „Die Geschichte wurde im Laufe der Zeit völlig verzerrt.“
In jenem Jahr ergoss sich ein plötzlicher Regenguss über das
Dann tauchte aus dem Dunkeln eine kleine Füchsin auf, deren Fell so weiß wie frisch gefallener Schnee war. Sie schnappte sich die triefende Laterne mit den Zähnen und sauste davon.
Woher er den Mut nahm, wusste der Junge selbst nicht, aber er rannte der Füchsin trotz des Regens hinterher, fast die ganze Straße entlang. Die Füchsin kam schließlich unter dem Dachvorsprung eines Hauses zum Stehen. Drinnen stand sein Vater, die Augen rot vor Sorge, und fragte alle Vorbeikommenden, ob sie seinen vermissten Sohn gesehen hätten.
Als sich Vater und Sohn in die Arme fielen und sich umdrehten, war die Füchsin schon verschwunden. Einzig die Mondlaterne blieb unversehrt und unberührt auf den Steinstufen zurück. Der Regen hätte sie eigentlich völlig durchweichen müssen.
Niemand wusste, wann es geschehen war, aber die Laterne hatte sich irgendwie entzündet.
„… So ist das also passiert?“
Die Frau, die vor dem Stand saß, presste voller Staunen die Handflächen aneinander. In Rot gewandet und mit rabenschwarzem Haar, war sie von auffallender Schönheit. Auf den ersten Blick glich sie einem Geist, der direkt einer nebulösen Legende entsprungen war. Mit großem Interesse beobachtete sie nun den Ladenbesitzer, das Kinn auf die Hand gestützt.
„Und diese Geschichte, ‚Der Fuchs, der das Schicksal wob‘, ist die auch wahr?“
Der Ladenbesitzer betrachtete ihr schmunzelndes Gesicht und hatte das eigenartige Gefühl, dass sie gar nicht an der Antwort interessiert war. Es machte ihr einfach Spaß, zu fragen. Er schüttelte den Kopf und lachte.
„Ach … Nach all den Jahren, in denen die Geschichte ständig wiedergekaut wurde – wer kann da noch sagen, was wahr ist und was nicht?“
Die Umstehenden nickten zustimmend und begannen, das Thema untereinander zu diskutieren.
„Trotzdem sind es die Gruselgeschichten, die hängen bleiben. Wenn es nur darum geht, einem verirrten Kind den Weg nach Hause zu weisen, worüber soll man dann hundert Jahre lang erzählen?“
„Da bin ich anderer Meinung. Eine gute Geschichte braucht keine Monster oder tragischen Liebesgeschichten. Sie muss einfach nur gut erzählt werden.“
Der Ladenbesitzer ließ die Leute sich zanken und beobachtete die Frau in Rot, die mit sichtlichem Vergnügen zuhörte. Dann senkte er den Kopf und widmete sich wieder der Zuckerfigur in seinen Händen.
Es dauerte nicht lange, da stellte er eine Zuckerfigur eines Fuchses auf die Theke. Sein Schweif war aufgestellt, das Fell leicht rötlich gefärbt und zwischen seinen Zähnen klemmte eine winzige Mondlaterne.
Plötzlich ließ der Geschichtenerzähler seine Klapper erklingen und räusperte sich, bevor er die Geschichte dort fortsetzte, wo er aufgehört hatte. Die Zuhörer, die sich gerade noch gegenseitig angeschnauzt hatten, begannen schon bald, bei jeder Wendung der Geschichte zu seufzen und zu jubeln. Als das Kapitel zu Ende war, verlangten manche immer noch nach mehr und wollten die Nacht gar nicht enden lassen.
Der Geschichtenerzähler presste die Fäuste aneinander und verneigte sich. Sein Blick fiel auf die Frau in Rot, die die ganze Zeit vor dem Stand mit den Zuckerfiguren gesessen hatte.
„Du hast den ganzen Abend zugehört, aber kein Wort gesagt. Bizarre Geschichten, tragische Liebesgeschichten, Helden aus vergangenen Zeiten … Was spricht dich am meisten an?“
Die Frau hielt inne. Zur Überraschung aller dachte sie gründlich über die Frage nach.
Inzwischen war die Nacht hereingebrochen. Die Laternen entlang der langen Straße wiegten sich hin und her und tauchten ihre Augen in goldrotes Licht. Von den Imbissständen drang das Klirren der Trinkbecher und leises Gelächter herüber. Ein Kind rannte mit hoch über dem Kopf gehaltener Zuckerfigur vorbei.
„Alle“, sagte sie schließlich, das Kinn auf die Hand gestützt, während ihr Blick über die belebte Straße schweifte. „Solange die Geschichte von hier stammt, gefällt sie mir.“
Sie hielt erneut inne und fügte dann mit einem sanften Lächeln hinzu:
„Also bitte …, fahr fort, Geschichtenerzähler.“
„Na gut, dann macht es euch gemütlich, liebe Leute. Die nächste Geschichte hat es in sich …“
Die Klapper erklang aufs Neue. Die Zuhörer verstummten.
Und so begann eine neue Geschichte.
Vom Hsin-Sein
Als ihr Bewusstsein zum ersten Mal Gestalt annahm, war das erste Gefühl, das sie empfand, Verlust.
Der Schatten, der sich im Rathaus vonMengzhou eingenistet hatte, harrte jahrelang geduldig aus – wie eine parasitäre Ranke, die sich langsam und beharrlich in das Fundament des Hütenden hineinfraß. Als sich seine wahre Tötungsabsicht endlich offenbarte, war alles bereits so weit außer Kontrolle geraten, dass es kein Zurück mehr gab.
Selbst heute denkt Hsin immer wieder an diesen Moment zurück. Vielleicht hatte Hsin die Mondfüchsin den Untergang schon lange kommen sehen. Vielleicht hatte sie unter den unzähligen, sich verzweigenden Möglichkeiten nur einen flüchtigen Blick auf hundert Schattierungen düsterer Vorahnungen erhascht. Aber wie weit sie wirklich vorausblickte und zu welchem Urteil sie schließlich gelangte – das sind Fragen, auf die Hsin niemals eine Antwort erhalten wird.
Die Sterblichen nennen die Hütenden Götter, denn sie teilen ihr Wissen und enthüllen das Verborgene. Doch diese Ehrfurcht ist über gewaltige Zeitspannen hinweg letztlich nur eine Frage der Perspektive. Auch Hütende werden einmal schwinden, bis sie schließlich Walstürzen gleich zum Wegweiser und Nährboden jener werden, die unbekannte Ufer ansteuern. Hsin die Mondfüchsin wusste wohl, dass die Zivilisation ein langer Fluss ist, dessen Wasser mal klar, mal trüb ist. Ein Hütendes kann zwar den Verlauf bestimmen, aber nicht im Namen aller Lebewesen seine gesamte Strecke zurücklegen.
Hsin konnte sich nur vorstellen, dass Hsin die Mondfüchsin bis zum allerletzten Atemzug dieses Moments noch immer zwischen unendlichen Schicksalsfäden wählte und nach einer Zukunft suchte, an die sie glauben konnte.
Dann, just in diesem Augenblick, brach alles auseinander: Kraft, Erinnerung und Gefühl. Leere und Entsetzen verschmolzen miteinander, und durch all das hindurch meinte die kleine Füchsin mit derZivilisationskapsel im Maul, eine sanfte Stimme zu vernehmen.
„Versuche nicht, so zu werden wie ich. Werde du selbst. Entscheide dich. Geh einer Zukunft entgegen, die sich jeder Berechnung entzieht.“
Aber wer war dann „sie selbst“?
War sie das Hütende, Hsin die Mondfüchsin? Oder eine Notlösung, aus dem Stegreif ersonnen, um in Zeiten der Krise eine Pflicht zu erfüllen? Oder war sie … einfach nur Hsin?
Die Zivilisationskapsel offenbarte ihr die tausend Jahre des Aufstiegs und Niedergangs von Mengzhou. Wohlstand. Untergang. Frieden. Krieg. All das vollkommen berechenbar. All das ist auf eine Quelle zurückzuführen. All das entrollte sich vor ihr wie eine Schriftrolle, die zu lang war, um sie festzuhalten. Sie hatte die Erinnerungen geerbt, aber nicht die Last, sie selbst erlebt zu haben. Und doch brodelten Trauer, Entsetzen und Sehnsucht in ihr, lebendig wie offene Wunden, so unerklärlich wie die Erinnerungen, die sie sich nie verdient hatte.
Wenn das Hütende, das die Sterblichen für Antworten anriefen, sich selbst verloren hatte, wohin konnte sie sich dann noch wenden? Wenn das Urteilsvermögen eines Hütenden allein auf Vernunft und Kalkül beruhen sollte, warum hatte Hsin die Mondfüchsin sie dann mit Gefühlen überhäuft, die so überbordend, so unbezähmbar und so völlig jenseits jeder Logik waren?
Ein schriller, kristallklarer Schrei durchdrang den Sturm ihrer Gedanken.
DerXuanling-Vogel stürzte herab, landete auf ihrem Kopf, pickte tadelnd und ohne viel Federlesens auf ihr herum, weil sie selbst in der Ruhe wieder in diese alte Spirale geraten war.
„… Aua.“ Das frisch erwachte Hütende murmelte mit schuldbewusst herabhängenden Fuchsohren vor sich hin.
… Ein weiter Weg lag voraus. Große Teile der Anlage der Xuanfang-Feste waren noch nicht fertiggestellt. Die Einrichtung eines einzigenTadelhofs würde Berechnungen in Billionenhöhe erfordern. Hsin richtete sich auf und begrub erneut die Trauer, die Verwirrung und die Sehnsucht, die sie noch nicht in Worte fassen konnte, tief in den Herzreichen.
Sie hob die Hand und sorgte dafür, dass sich die Ringformation weiterdrehte.
Der Schatten, der sich im Rathaus von
Selbst heute denkt Hsin immer wieder an diesen Moment zurück. Vielleicht hatte Hsin die Mondfüchsin den Untergang schon lange kommen sehen. Vielleicht hatte sie unter den unzähligen, sich verzweigenden Möglichkeiten nur einen flüchtigen Blick auf hundert Schattierungen düsterer Vorahnungen erhascht. Aber wie weit sie wirklich vorausblickte und zu welchem Urteil sie schließlich gelangte – das sind Fragen, auf die Hsin niemals eine Antwort erhalten wird.
Die Sterblichen nennen die Hütenden Götter, denn sie teilen ihr Wissen und enthüllen das Verborgene. Doch diese Ehrfurcht ist über gewaltige Zeitspannen hinweg letztlich nur eine Frage der Perspektive. Auch Hütende werden einmal schwinden, bis sie schließlich Walstürzen gleich zum Wegweiser und Nährboden jener werden, die unbekannte Ufer ansteuern. Hsin die Mondfüchsin wusste wohl, dass die Zivilisation ein langer Fluss ist, dessen Wasser mal klar, mal trüb ist. Ein Hütendes kann zwar den Verlauf bestimmen, aber nicht im Namen aller Lebewesen seine gesamte Strecke zurücklegen.
Hsin konnte sich nur vorstellen, dass Hsin die Mondfüchsin bis zum allerletzten Atemzug dieses Moments noch immer zwischen unendlichen Schicksalsfäden wählte und nach einer Zukunft suchte, an die sie glauben konnte.
Dann, just in diesem Augenblick, brach alles auseinander: Kraft, Erinnerung und Gefühl. Leere und Entsetzen verschmolzen miteinander, und durch all das hindurch meinte die kleine Füchsin mit der
„Versuche nicht, so zu werden wie ich. Werde du selbst. Entscheide dich. Geh einer Zukunft entgegen, die sich jeder Berechnung entzieht.“
Aber wer war dann „sie selbst“?
War sie das Hütende, Hsin die Mondfüchsin? Oder eine Notlösung, aus dem Stegreif ersonnen, um in Zeiten der Krise eine Pflicht zu erfüllen? Oder war sie … einfach nur Hsin?
Die Zivilisationskapsel offenbarte ihr die tausend Jahre des Aufstiegs und Niedergangs von Mengzhou. Wohlstand. Untergang. Frieden. Krieg. All das vollkommen berechenbar. All das ist auf eine Quelle zurückzuführen. All das entrollte sich vor ihr wie eine Schriftrolle, die zu lang war, um sie festzuhalten. Sie hatte die Erinnerungen geerbt, aber nicht die Last, sie selbst erlebt zu haben. Und doch brodelten Trauer, Entsetzen und Sehnsucht in ihr, lebendig wie offene Wunden, so unerklärlich wie die Erinnerungen, die sie sich nie verdient hatte.
Wenn das Hütende, das die Sterblichen für Antworten anriefen, sich selbst verloren hatte, wohin konnte sie sich dann noch wenden? Wenn das Urteilsvermögen eines Hütenden allein auf Vernunft und Kalkül beruhen sollte, warum hatte Hsin die Mondfüchsin sie dann mit Gefühlen überhäuft, die so überbordend, so unbezähmbar und so völlig jenseits jeder Logik waren?
Ein schriller, kristallklarer Schrei durchdrang den Sturm ihrer Gedanken.
Der
„… Aua.“ Das frisch erwachte Hütende murmelte mit schuldbewusst herabhängenden Fuchsohren vor sich hin.
… Ein weiter Weg lag voraus. Große Teile der Anlage der Xuanfang-Feste waren noch nicht fertiggestellt. Die Einrichtung eines einzigen
Sie hob die Hand und sorgte dafür, dass sich die Ringformation weiterdrehte.
Unweit des Tals
Als sich die Mitglieder des Gremiums der Savantae der Lexikon-Achse ergaben und die Augen erneut öffneten, fanden sie sich im Hauptcomputer der Xuanfang-Feste wieder, im Heiligtum der Vielfalt des Hütenden Hsin.
Das Getöse der Schlacht der Festungen und Schluchten hallte nach wie vor in ihren Ohren nach. Doch vor ihren Augen herrschte nur Stille, nur Leere, nur die endlose Weite des Nirgendwo. Frequenzen verflochten sich wie Strömungen in der Tiefsee miteinander. Informationen entfalteten sich in Formen, für die es keine Worte gab. Theorien, für die man früher ein ganzes Leben gebraucht hatte, um auch nur einen Bruchteil davon zu erahnen, waren plötzlich völlig klar. Als hätten die Himmlischen, nachdem sie ihre irdischen Körper abgelegt hatten, endlich einen Weg gefunden, die Welt so zu sehen, wie das Hütende sie sah.
Und als sich der Schein, der sie umhüllte, zurückzog, stellten sie zu ihrem Erstaunen fest, dass sie immer noch die Gesichter trugen, die sie zu Lebzeiten gehabt hatten. Manche waren wie erstarrt, außer Atem, und konnten sich nicht bewegen. Andere hatten bereits begonnen, die seltsame neue Beschaffenheit ihrer eigenen Existenz zu ergründen. Einer nach dem anderen fanden sie sich stillschweigend damit ab, was aus ihnen geworden war. Und dann, wie Sterne, die am leeren Himmel zum Leben erwachen, entbrannten im Raum neue Berechnungen, jede davon ein kleines Licht in der Dunkelheit.
Als Himmlische spürten sie den Lauf der Zeit nicht mehr. Hunger und Erschöpfung waren ihnen nunmehr fremd. In den wenigen Fällen, in denen sie sich aus der Himmlischen Ringformation zurückzogen, bot sich ihren Augen nach wie vor nur dieselbe endlose, geduldige Datenflut.
Hsin, die wie eh und je von Schuldgefühlen geplagt war, nahm die Gestalt einer Füchsin an und streifte durch die Hallen des Heiligtums. Sie leistete Beistand, spielte Streiche, lenkte ab und kam nie zur Ruhe. Einmal kam sie an einer bestimmten Kammer vorbei, in der sich mehrere Himmlische um ein Datenkonstrukt versammelt hatten. Sie sprachen mit gedämpfter Stimme, und in ihren Stimmen lag etwas, das nach Heimweh klang.
Sie trat näher und sah, was sie geschaffen hatten: jadegrüne Umrisse ragten wie Gebirgsketten empor, ein Band aus fließendem Licht schlängelte sich wie ein Fluss dazwischen und vereinzelte Punkte funkelnden Sternenlichts lagen zwischen den Gipfeln, wie Städte, die in der Ferne leuchteten.
Die Füchsin beobachtete die Szene eine ganze Weile und zog sich dann unbemerkt zurück.
Als die Himmlischen kurz darauf in die Kammer zurückkehrten, stellten sie fest, dass die Leere verschwunden war. Wolken zogen über ferne Berge hinweg. Ein Bach bahnte sich seinen Weg durch die Steine. Die Bäume standen dicht und grün da, und ihre Blätter fingen das Licht ein wie Wasser. Pavillons lagen halb versteckt in Bambushainen und im wandernden Schatten da. Ein Windhauch strich über das Dach, der den kühlen, frischen Duft von Gras und feuchter Erde mit sich trug. All das erinnerte sie auffallend an ihre einstige Heimat.
Das Hütende stand an der Inneren Schwelle. Ihr Lächeln blitzte auf wie eine Klinge im Sonnenlicht, ihre Hände waren würdevoll ausgebreitet, doch ihre Fuchsohren zuckten vor kaum verhohlenem Stolz. Sie blickte in die verblüffte Runde vor sich und sprach fröhlich:
„Was, nur weil ihr nun Himmlische seid, soll euch etwa die Welt der Sterblichen verwehrt sein?“
„… Steht nicht einfach nur da und glotzt. Sagt schon, gibt es etwas, was euch nicht gefällt? Ach, und wo wir schon dabei sind: Dieser Ort braucht noch einen Namen. Habt ihr eine Idee? Mir fällt nichts wirklich Passendes ein …“
Später erhielt diese Landschaft ihren Namen: Mengxuan-Tal. Hsin verband es mit den Vorgängen der Xuanfang-Feste, Faden für Faden, Knoten für Knoten. Wenn ein Knoten ausfiel, welkten die Blätter an den Zweigen. Wenn der Betrieb der Modulbausteine ins Stocken geriet, wurde auch die Strömung des Baches träger. Eines Tages kam eine Gruppe Himmlischer am Bach vorbei und bemerkte einen Baum, dessen Blätter auf einer Seite herabhingen. Sie blieben augenblicklich stehen.
„SektorWuchen weist einige fehlerhafte Datensätze auf.“
Die Himmlischen verschwanden, nur um wenige Augenblicke später aus den Modulbausteinen zurückzukehren. Die Zweige begannen bereits wieder, zu ergrünen.
Hsin, die das Ganze genüsslich mitverfolgte, stützte ihr Kinn auf die Hand und spottete: „Tss, tss. Bildet ihr etwa die unzähligen Mechanismen Xuanfangs in Bergen und Bächen ab? Eine Fehlfunktion in der Neigung eines einzelnen Blattes feststellen … Heh. In eurem früheren Leben hättet ihr das wohl ‚visuelle Systemwartung‘ genannt, oder?“
Die Himmlischen tauschten Blicke aus, schüttelten dann aber nur den Kopf und lachten leise. Sie hatten sich längst an die Scherze ihres Hütenden gewöhnt.
Und so verstrichen die Jahre hier, wenn auch in einer anderen Form. Außerhalb des Simulakrum-Nexus drehte sich Xuanfang weiter. Innerhalb des Tals war die Welt der Sterblichen nie wirklich weit weg.
Das Getöse der Schlacht der Festungen und Schluchten hallte nach wie vor in ihren Ohren nach. Doch vor ihren Augen herrschte nur Stille, nur Leere, nur die endlose Weite des Nirgendwo. Frequenzen verflochten sich wie Strömungen in der Tiefsee miteinander. Informationen entfalteten sich in Formen, für die es keine Worte gab. Theorien, für die man früher ein ganzes Leben gebraucht hatte, um auch nur einen Bruchteil davon zu erahnen, waren plötzlich völlig klar. Als hätten die Himmlischen, nachdem sie ihre irdischen Körper abgelegt hatten, endlich einen Weg gefunden, die Welt so zu sehen, wie das Hütende sie sah.
Und als sich der Schein, der sie umhüllte, zurückzog, stellten sie zu ihrem Erstaunen fest, dass sie immer noch die Gesichter trugen, die sie zu Lebzeiten gehabt hatten. Manche waren wie erstarrt, außer Atem, und konnten sich nicht bewegen. Andere hatten bereits begonnen, die seltsame neue Beschaffenheit ihrer eigenen Existenz zu ergründen. Einer nach dem anderen fanden sie sich stillschweigend damit ab, was aus ihnen geworden war. Und dann, wie Sterne, die am leeren Himmel zum Leben erwachen, entbrannten im Raum neue Berechnungen, jede davon ein kleines Licht in der Dunkelheit.
Als Himmlische spürten sie den Lauf der Zeit nicht mehr. Hunger und Erschöpfung waren ihnen nunmehr fremd. In den wenigen Fällen, in denen sie sich aus der Himmlischen Ringformation zurückzogen, bot sich ihren Augen nach wie vor nur dieselbe endlose, geduldige Datenflut.
Hsin, die wie eh und je von Schuldgefühlen geplagt war, nahm die Gestalt einer Füchsin an und streifte durch die Hallen des Heiligtums. Sie leistete Beistand, spielte Streiche, lenkte ab und kam nie zur Ruhe. Einmal kam sie an einer bestimmten Kammer vorbei, in der sich mehrere Himmlische um ein Datenkonstrukt versammelt hatten. Sie sprachen mit gedämpfter Stimme, und in ihren Stimmen lag etwas, das nach Heimweh klang.
Sie trat näher und sah, was sie geschaffen hatten: jadegrüne Umrisse ragten wie Gebirgsketten empor, ein Band aus fließendem Licht schlängelte sich wie ein Fluss dazwischen und vereinzelte Punkte funkelnden Sternenlichts lagen zwischen den Gipfeln, wie Städte, die in der Ferne leuchteten.
Die Füchsin beobachtete die Szene eine ganze Weile und zog sich dann unbemerkt zurück.
Als die Himmlischen kurz darauf in die Kammer zurückkehrten, stellten sie fest, dass die Leere verschwunden war. Wolken zogen über ferne Berge hinweg. Ein Bach bahnte sich seinen Weg durch die Steine. Die Bäume standen dicht und grün da, und ihre Blätter fingen das Licht ein wie Wasser. Pavillons lagen halb versteckt in Bambushainen und im wandernden Schatten da. Ein Windhauch strich über das Dach, der den kühlen, frischen Duft von Gras und feuchter Erde mit sich trug. All das erinnerte sie auffallend an ihre einstige Heimat.
Das Hütende stand an der Inneren Schwelle. Ihr Lächeln blitzte auf wie eine Klinge im Sonnenlicht, ihre Hände waren würdevoll ausgebreitet, doch ihre Fuchsohren zuckten vor kaum verhohlenem Stolz. Sie blickte in die verblüffte Runde vor sich und sprach fröhlich:
„Was, nur weil ihr nun Himmlische seid, soll euch etwa die Welt der Sterblichen verwehrt sein?“
„… Steht nicht einfach nur da und glotzt. Sagt schon, gibt es etwas, was euch nicht gefällt? Ach, und wo wir schon dabei sind: Dieser Ort braucht noch einen Namen. Habt ihr eine Idee? Mir fällt nichts wirklich Passendes ein …“
Später erhielt diese Landschaft ihren Namen: Mengxuan-Tal. Hsin verband es mit den Vorgängen der Xuanfang-Feste, Faden für Faden, Knoten für Knoten. Wenn ein Knoten ausfiel, welkten die Blätter an den Zweigen. Wenn der Betrieb der Modulbausteine ins Stocken geriet, wurde auch die Strömung des Baches träger. Eines Tages kam eine Gruppe Himmlischer am Bach vorbei und bemerkte einen Baum, dessen Blätter auf einer Seite herabhingen. Sie blieben augenblicklich stehen.
„Sektor
Die Himmlischen verschwanden, nur um wenige Augenblicke später aus den Modulbausteinen zurückzukehren. Die Zweige begannen bereits wieder, zu ergrünen.
Hsin, die das Ganze genüsslich mitverfolgte, stützte ihr Kinn auf die Hand und spottete: „Tss, tss. Bildet ihr etwa die unzähligen Mechanismen Xuanfangs in Bergen und Bächen ab? Eine Fehlfunktion in der Neigung eines einzelnen Blattes feststellen … Heh. In eurem früheren Leben hättet ihr das wohl ‚visuelle Systemwartung‘ genannt, oder?“
Die Himmlischen tauschten Blicke aus, schüttelten dann aber nur den Kopf und lachten leise. Sie hatten sich längst an die Scherze ihres Hütenden gewöhnt.
Und so verstrichen die Jahre hier, wenn auch in einer anderen Form. Außerhalb des Simulakrum-Nexus drehte sich Xuanfang weiter. Innerhalb des Tals war die Welt der Sterblichen nie wirklich weit weg.
Wo der Frühling Einkehr hielt
Ein einzelnes Blütenblatt löste sich vom Zweig, schwebte zu Boden und landete direkt auf der Nase der kleinen Füchsin.
Sie hielt einen oder zwei Atemzüge lang still und nieste dann, worauf das Blütenblatt zu Boden fiel. Die kleine Füchsin schüttelte den Kopf und blickte zu den blühenden Ästen hinauf, die hinter der Mauer hervorstanden.
Seit derSchlacht der Festungen und Schluchten waren Jahre vergangen, und dieser Baum, der hierher in die Xuanfang-Feste verpflanzt worden war, blühte endlich wieder.
Hsin blieb eine ganze Weile darunter stehen, bevor sie die Gasse weiter entlangging. Die Menschen, die einst aus derYuan-Festung hierher gezogen waren, hatten sich im Laufe der Zeit in der ganzen Stadt ein neues Zuhause geschaffen. Unter den Dachvorsprüngen hingen wieder alte Schilder, deren bemalte Buchstaben zwar verblasst, aber dennoch lesbar waren. Die staubbedeckten Werkzeuge waren gründlich gereinigt und auf Tischen vor den neuen Häusern ausgelegt worden. Entlang der Straße waren nach und nach Läden aus dem Boden geschossen, deren Kaminrauch sich träge gen Himmel schlängelte. Von irgendwo weit unten auf der langen Allee drang zeitweise das Klirren und Summen des Entwicklungsministeriums herauf, wo gerade Autopuppen repariert wurden. Seitdem jene ernste, wenn auch gutherzige Schwert-Unsterbliche zugestimmt hatte, das Amt der Xuan-Meisterin – zumindest nominell – zu bekleiden, war es im Xuanfang-Territorium nur noch ruhiger geworden. Die Menschen begannen schon, über die Geschäfte im nächsten Jahr zu sprechen, darüber zu diskutieren, was ihren Dorfhäusern noch fehlte, und mit Vorfreude Pläne für die ferne Zukunft zu schmieden, wie das Vollmondfest im nächsten Jahr.
Unweit davon jagten Kinder einenSparrensegler über den Hof. Ihr Lachen verlor sich in den Baumkronen der blühenden Bäume. Die kleine Füchsin lauschte eine Weile unter dem Dachvorsprung, während die Spitze ihres Schweifs sanft hin und her schwang.
Die Xuanfang-Feste, die erstmals in derZivilisationskapsel gezeigt wurde, hatte nie so ausgesehen wie die Stadt, die nun vor ihr lag. Ursprünglich war sie ausschließlich dazu gedacht, Tacet-Dissonanzen einzudämmen. Eine Festung der mechanischen Ordnung, deren Blaupausen auf geraden Linien und kalter Logik beruhten. In diesen Plänen war kein Platz für Lampenlicht oder den Rauch brennender Feuerstellen, keine Ecke, die der kleinen, empfindlichen Wärme des menschlichen Lebens vorbehalten war.
Doch Hsin hatte schon immer gewusst, dass diese Stadt der Mechanismen, die sich den Gesetzen der zivilisatorischen Entwicklung widersetzte und einer Zukunft vorgreifen wollte, die noch nicht erreicht war, niemals hätte in dieser Welt bestehen dürfen. Auch die damit verbundene Technologie, die ihrer Zeit so weit voraus ist, durfte niemals Verbreitung finden. Wissen lässt sich nicht beherrschen, ohne es wahrhaftig zu verstehen. Und sollte es sich verbreiten, in die falschen Hände geraten oder gar missbraucht werden – dann könnten genau die Entscheidungen, die eigentlich die Zivilisation schützen sollten, stattdessen zum Keim für ein unabsehbares Unheil werden. Genau deshalb existierten die Einschränkungen desHütenden überhaupt.
Doch die Xuanfang-Feste, die nun vor ihr lag, hatte sich seit der Beteiligung des Gremiums der Savantae an ihrer Errichtung längst in das Fleisch und Blut dieser Zeit eingewoben und wurde im Gegenzug von den Soldaten und Zivilisten genährt, die nun innerhalb ihrer Mauern lebten. Ihre Wurzeln reichten mittlerweile tief. Sie war keine bloße Maschine mehr. Sie war ein Zuhause.
Auch wenn sie durch eine Technologie entstanden war, die nicht in diese Zeit passte, gehörte diese Stadt letztendlich doch ihren Bewohnern. Und nachdem sie diese Entscheidung getroffen hatte, war auch die Zivilisationskapsel längst untrennbar mit der Xuanfang-Feste verbunden.
Und so versuchte Hsin zum ersten Mal, die für das Hütende festgelegten Grenzen der Autorität zu überschreiten. Sie fing an, die Struktur Faden für Faden zu entwirren, auf der Suche nach einem Raum, der vielleicht eine neue Regel in sich barg. Gleichzeitig hielt sie die Xuanfang-Feste am Laufen und reparierte die beschädigte Zivilisationskapsel, in der noch immer eine Möglichkeit schlummerte, die sie nie aus den Augen verloren hatte.
Gerade als der erste Zyklus der Überschreibungsberechnungen begann, öffneten sich tief im Inneren des Heiligtums leise zwei Augen.
Abweichung der Hütenden-Autorität festgestellt.
Initiiere Korrekturprotokoll.
Rekonstruktion des standardmäßigen Hütenden-Modells wird gestartet.
Hsin sah dieses Gesicht, das sich in nichts von dem des Hütenden unterschied, und wusste in diesem Moment, dass ein langwieriges Kräftemessen gerade erst begonnen hatte.
Sie hielt einen oder zwei Atemzüge lang still und nieste dann, worauf das Blütenblatt zu Boden fiel. Die kleine Füchsin schüttelte den Kopf und blickte zu den blühenden Ästen hinauf, die hinter der Mauer hervorstanden.
Seit der
Hsin blieb eine ganze Weile darunter stehen, bevor sie die Gasse weiter entlangging. Die Menschen, die einst aus der
Unweit davon jagten Kinder einen
Die Xuanfang-Feste, die erstmals in der
Doch Hsin hatte schon immer gewusst, dass diese Stadt der Mechanismen, die sich den Gesetzen der zivilisatorischen Entwicklung widersetzte und einer Zukunft vorgreifen wollte, die noch nicht erreicht war, niemals hätte in dieser Welt bestehen dürfen. Auch die damit verbundene Technologie, die ihrer Zeit so weit voraus ist, durfte niemals Verbreitung finden. Wissen lässt sich nicht beherrschen, ohne es wahrhaftig zu verstehen. Und sollte es sich verbreiten, in die falschen Hände geraten oder gar missbraucht werden – dann könnten genau die Entscheidungen, die eigentlich die Zivilisation schützen sollten, stattdessen zum Keim für ein unabsehbares Unheil werden. Genau deshalb existierten die Einschränkungen des
Doch die Xuanfang-Feste, die nun vor ihr lag, hatte sich seit der Beteiligung des Gremiums der Savantae an ihrer Errichtung längst in das Fleisch und Blut dieser Zeit eingewoben und wurde im Gegenzug von den Soldaten und Zivilisten genährt, die nun innerhalb ihrer Mauern lebten. Ihre Wurzeln reichten mittlerweile tief. Sie war keine bloße Maschine mehr. Sie war ein Zuhause.
Auch wenn sie durch eine Technologie entstanden war, die nicht in diese Zeit passte, gehörte diese Stadt letztendlich doch ihren Bewohnern. Und nachdem sie diese Entscheidung getroffen hatte, war auch die Zivilisationskapsel längst untrennbar mit der Xuanfang-Feste verbunden.
Und so versuchte Hsin zum ersten Mal, die für das Hütende festgelegten Grenzen der Autorität zu überschreiten. Sie fing an, die Struktur Faden für Faden zu entwirren, auf der Suche nach einem Raum, der vielleicht eine neue Regel in sich barg. Gleichzeitig hielt sie die Xuanfang-Feste am Laufen und reparierte die beschädigte Zivilisationskapsel, in der noch immer eine Möglichkeit schlummerte, die sie nie aus den Augen verloren hatte.
Gerade als der erste Zyklus der Überschreibungsberechnungen begann, öffneten sich tief im Inneren des Heiligtums leise zwei Augen.
Abweichung der Hütenden-Autorität festgestellt.
Initiiere Korrekturprotokoll.
Rekonstruktion des standardmäßigen Hütenden-Modells wird gestartet.
Hsin sah dieses Gesicht, das sich in nichts von dem des Hütenden unterschied, und wusste in diesem Moment, dass ein langwieriges Kräftemessen gerade erst begonnen hatte.
Treibende Laternen, verborgene Wünsche
Hsin hielt eine Mondlaterne in der Hand und stand allein an einem abgeschiedenen Seeufer. Vor nicht allzu langer Zeit hatte sie {Male=den Schiedsrichter;Female=die Schiedsrichterin} hierher eingeladen, um Laternen schwimmen zu lassen, und {Male=er;Female=sie} hatte gefragt, was sie auf ihre schreiben würde.
Das Hütende existiert allein, um die Wünsche anderer entgegenzunehmen und ihnen Rat zu erteilen. Hat man jemals von einer „Gottheit“ gehört, die selbst einen Wunsch geäußert hat? Damals hatte Hsin nur gelächelt und geantwortet: Mir sind die Wünsche aller anvertraut. Wie könnte ich da eine eigene Laterne aussetzen?
Worte, die mit solcher Leichtigkeit und Anmut über ihre Lippen kamen.
Doch nun, da niemand in der Nähe war, war sie im Stillen an genau diesen Ort zurückgekehrt und hielt den Pinsel schon seit geraumer Zeit über die Oberfläche der Laterne. Ihr Wunsch war nicht schwer niederzuschreiben, denn er entsprach zugleich ihrer Pflicht: Möge die Zivilisation gedeihen, mögen die Laternen ewig leuchten, mögen die Menschen dieses Landes einen Ort finden, an den sie gehören, und möge jedes Jahr von Frieden erfüllt sein.
Und doch schien da noch etwas anderes zu sein. Etwas Einfaches, das zugleich auf unerklärliche Weise doch viel komplizierter war.
Die Pinselspitze zögerte über dem Papier, als ihre Fuchsohren leicht zuckten. Sie hatte in der Ferne die erschrockenen Rufe von Kindern gehört.
Eine Mondlaterne war zwischen die Felsen am Ufer getrieben und hatte sich dort verfangen. Ein Kind lag ausgestreckt am Ufer, hielt einen Ast in der Hand und versuchte immer wieder, die Laterne damit zu befreien, während ein anderes Kind besorgt an seinem Ärmel zupfte und den Tränen nahe war. Hsin seufzte leise, stellte ihre eigene Laterne beiseite und schnippte beiläufig mit einem Finger in Richtung der Ferne. Wie von unsichtbarer Hand bewegt, drehte sich die feststeckende Laterne sanft, löste sich von den Felsen und reihte sich wieder in den Strom aus Lichtern ein.
Das Schluchzen des Kindes wich einem Lachen, und auf den Lippen des Hütenden zeichnete sich ebenfalls ein Lächeln ab. Eine Laterne nach der anderen trieb an ihr vorbei, von denen jede Wünsche nach Sicherheit, Wiedersehen, Ehre oder Liebe und unzählige weitere kleine, unscheinbare Hoffnungen mit sich trug. Hsin sah zu, wie sie mit der Strömung dahinzogen – als würde sie die zahllosen Leben dieses Landes betrachten, manche lang, manche kurz, jedes mit seinem eigenen flackernden Licht, die gemeinsam in einer fröhlichen Prozession weiterzogen. Im nächtlichen Wind ging sie langsam durch die Xuanfang-Gärten zurück. Auf der Wasserbühne hatte „Der Fuchs und der Mond“ gerade seine lebhafteste Szene erreicht. Der Duft von Wein und die Süße von Gebäck vermischten sich in der Luft und strömten ihr gemeinsam mit den Wellen des Gelächters entgegen, die ringsum aufbrandeten und wieder verebbten.
Ohne es zu bemerken, war ihr Blick über die geschäftige Menge hinweg zu {Male=ihrem Schiedsrichter;Female=ihrer Schiedsrichterin} gewandert, {Male=der;Female=die} inmitten der hellsten Laternen und umgeben vom Gedränge stand. Mondlicht und Laternenschein fielen auf dieses stets gefasste Gesicht und verliehen den goldenen Augen, die so oft in stiller Distanz verborgen waren, einen unverkennbaren Anflug von Sanftheit.
Und siehe da … Jene Gestalt, die in den Erinnerungen von Hsin der Mondfüchsin stets allein ihren Weg beschritten hatte, stand nun inmitten der Menge, erleuchtet von den Lichtern dieser Welt der Sterblichen. Während sie diese Gestalt betrachtete, wurde ihr bewusst, dass die einst so ferne Vorstellung {Male=des „Schiedsrichters“;Female=der „Schiedsrichterin“} in ihrem Herzen, ohne dass sie es bemerkt hatte, unverkennbar klare Konturen angenommen hatte. Und in dieser Nacht, in der die Laternen so hell wie der Tag erstrahlten, schien jenes „Sie“, das zum Hütenden gehörte, für einen kurzen Moment ein wenig in den Hintergrund getreten zu sein.
… {PlayerName}.
„Sie“ wiederholte den Namen leise in ihrem Herzen, jenen Namen, den {Male=der Schiedsrichter;Female=die Schiedsrichterin} für sich selbst gewählt hatte und der Vergangenheit und Gegenwart wie durch Zufall und doch wie durch das Schicksal miteinander verband. Ein Name, der alte Pflichten und eine unaussprechliche Vergangenheit hinter sich ließ und sich schlicht auf die Person bezog, die nun vor ihr stand.
Genau wie sie selbst bei ihrer ursprünglichen Ankunft in Xuanfang einst einen Wunsch in sich getragen hatte, den sie noch nicht ganz verstand, und sich den Namen „Hsin“ gegeben hatte.
Für das Hütende war {Male=der „Schiedsrichter“;Female=die „Schiedsrichterin“} lediglich das, was es mit {Male=ihm;Female=ihr} verband. Doch in diesem Moment verspürte sie den Wunsch, stattdessen {Male=seinen;Female=ihren} Namen auszusprechen.
… Lag es daran, dass sie sich dadurch so fühlte, als wäre auch sie wahrhaftig in diese von Lichtern erfüllte Welt der Sterblichen getreten, die ihr so viel bedeutete? Bei diesem Gedanken senkte sie den Blick und musste unwillkürlich lächeln. Als sie wieder aufblickte, hatte sich dieses unausgesprochene Gefühl still und leise in ihrem Herzen eingenistet, während es gemeinsam mit der Mondlaterne, die sie nie hatte aussetzen können, davonzutreiben schien.
Genau in diesem Moment blickte diese Person, als hätte sie etwas gespürt, durch die Menschenmenge und das flackernde Laternenlicht hindurch zu ihr herüber.
… Vielleicht war es letzten Endes doch gar nicht so kompliziert. In diesem Moment wollte Hsin einfach nur an der Seite dieser Person sein.
Sie erwiderte diesen lächelnden Blick mit einem Zusammenkneifen der Augen und ging durch die von Laternen erhellte Menschenmenge auf {Male=ihn;Female=sie} zu – mit leichten, schnellen Schritten, wobei ihr Fuchsschweif bei jedem Schritt sanft hin und her schwang.
„{Male=Schiedsrichter;Female=Schiedsrichterin} …!“
Worte, die mit solcher Leichtigkeit und Anmut über ihre Lippen kamen.
Doch nun, da niemand in der Nähe war, war sie im Stillen an genau diesen Ort zurückgekehrt und hielt den Pinsel schon seit geraumer Zeit über die Oberfläche der Laterne. Ihr Wunsch war nicht schwer niederzuschreiben, denn er entsprach zugleich ihrer Pflicht: Möge die Zivilisation gedeihen, mögen die Laternen ewig leuchten, mögen die Menschen dieses Landes einen Ort finden, an den sie gehören, und möge jedes Jahr von Frieden erfüllt sein.
Und doch schien da noch etwas anderes zu sein. Etwas Einfaches, das zugleich auf unerklärliche Weise doch viel komplizierter war.
Die Pinselspitze zögerte über dem Papier, als ihre Fuchsohren leicht zuckten. Sie hatte in der Ferne die erschrockenen Rufe von Kindern gehört.
Eine Mondlaterne war zwischen die Felsen am Ufer getrieben und hatte sich dort verfangen. Ein Kind lag ausgestreckt am Ufer, hielt einen Ast in der Hand und versuchte immer wieder, die Laterne damit zu befreien, während ein anderes Kind besorgt an seinem Ärmel zupfte und den Tränen nahe war. Hsin seufzte leise, stellte ihre eigene Laterne beiseite und schnippte beiläufig mit einem Finger in Richtung der Ferne. Wie von unsichtbarer Hand bewegt, drehte sich die feststeckende Laterne sanft, löste sich von den Felsen und reihte sich wieder in den Strom aus Lichtern ein.
Das Schluchzen des Kindes wich einem Lachen, und auf den Lippen des Hütenden zeichnete sich ebenfalls ein Lächeln ab. Eine Laterne nach der anderen trieb an ihr vorbei, von denen jede Wünsche nach Sicherheit, Wiedersehen, Ehre oder Liebe und unzählige weitere kleine, unscheinbare Hoffnungen mit sich trug. Hsin sah zu, wie sie mit der Strömung dahinzogen – als würde sie die zahllosen Leben dieses Landes betrachten, manche lang, manche kurz, jedes mit seinem eigenen flackernden Licht, die gemeinsam in einer fröhlichen Prozession weiterzogen. Im nächtlichen Wind ging sie langsam durch die Xuanfang-Gärten zurück. Auf der Wasserbühne hatte „Der Fuchs und der Mond“ gerade seine lebhafteste Szene erreicht. Der Duft von Wein und die Süße von Gebäck vermischten sich in der Luft und strömten ihr gemeinsam mit den Wellen des Gelächters entgegen, die ringsum aufbrandeten und wieder verebbten.
Ohne es zu bemerken, war ihr Blick über die geschäftige Menge hinweg zu {Male=ihrem Schiedsrichter;Female=ihrer Schiedsrichterin} gewandert, {Male=der;Female=die} inmitten der hellsten Laternen und umgeben vom Gedränge stand. Mondlicht und Laternenschein fielen auf dieses stets gefasste Gesicht und verliehen den goldenen Augen, die so oft in stiller Distanz verborgen waren, einen unverkennbaren Anflug von Sanftheit.
Und siehe da … Jene Gestalt, die in den Erinnerungen von Hsin der Mondfüchsin stets allein ihren Weg beschritten hatte, stand nun inmitten der Menge, erleuchtet von den Lichtern dieser Welt der Sterblichen. Während sie diese Gestalt betrachtete, wurde ihr bewusst, dass die einst so ferne Vorstellung {Male=des „Schiedsrichters“;Female=der „Schiedsrichterin“} in ihrem Herzen, ohne dass sie es bemerkt hatte, unverkennbar klare Konturen angenommen hatte. Und in dieser Nacht, in der die Laternen so hell wie der Tag erstrahlten, schien jenes „Sie“, das zum Hütenden gehörte, für einen kurzen Moment ein wenig in den Hintergrund getreten zu sein.
… {PlayerName}.
„Sie“ wiederholte den Namen leise in ihrem Herzen, jenen Namen, den {Male=der Schiedsrichter;Female=die Schiedsrichterin} für sich selbst gewählt hatte und der Vergangenheit und Gegenwart wie durch Zufall und doch wie durch das Schicksal miteinander verband. Ein Name, der alte Pflichten und eine unaussprechliche Vergangenheit hinter sich ließ und sich schlicht auf die Person bezog, die nun vor ihr stand.
Genau wie sie selbst bei ihrer ursprünglichen Ankunft in Xuanfang einst einen Wunsch in sich getragen hatte, den sie noch nicht ganz verstand, und sich den Namen „Hsin“ gegeben hatte.
Für das Hütende war {Male=der „Schiedsrichter“;Female=die „Schiedsrichterin“} lediglich das, was es mit {Male=ihm;Female=ihr} verband. Doch in diesem Moment verspürte sie den Wunsch, stattdessen {Male=seinen;Female=ihren} Namen auszusprechen.
… Lag es daran, dass sie sich dadurch so fühlte, als wäre auch sie wahrhaftig in diese von Lichtern erfüllte Welt der Sterblichen getreten, die ihr so viel bedeutete? Bei diesem Gedanken senkte sie den Blick und musste unwillkürlich lächeln. Als sie wieder aufblickte, hatte sich dieses unausgesprochene Gefühl still und leise in ihrem Herzen eingenistet, während es gemeinsam mit der Mondlaterne, die sie nie hatte aussetzen können, davonzutreiben schien.
Genau in diesem Moment blickte diese Person, als hätte sie etwas gespürt, durch die Menschenmenge und das flackernde Laternenlicht hindurch zu ihr herüber.
… Vielleicht war es letzten Endes doch gar nicht so kompliziert. In diesem Moment wollte Hsin einfach nur an der Seite dieser Person sein.
Sie erwiderte diesen lächelnden Blick mit einem Zusammenkneifen der Augen und ging durch die von Laternen erhellte Menschenmenge auf {Male=ihn;Female=sie} zu – mit leichten, schnellen Schritten, wobei ihr Fuchsschweif bei jedem Schritt sanft hin und her schwang.
„{Male=Schiedsrichter;Female=Schiedsrichterin} …!“
Hsin Sprachaufnahmen
Gedanken: I
Hsin der Mondfuchs beherrscht die Macht der Fraktalausbreitung – die Fähigkeit, alles endlos zu replizieren, zu teilen und zu erweitern und so zahllose Formen zu bilden, die sich stetig verändern und wieder miteinander verschmelzen … So wurde ich erschaffen. Und nun kann ich dasselbe tun. Wenn ich wollte, könnte ich weitere Hsins erschaffen. Du hast sie schon oft gesehen, nicht wahr? Meine Fraktalformen teilen ihre Sinne und Erinnerungen. Falls du also irgendwo einer kleinen Füchsin begegnest und ihr übers Fell streichelst … werde ich es spüren.
Gedanken: II
Als ich erstmals ins Xuanfang-Territorium kam, hatte ich immer wieder den gleichen Traum, in dem ich nur eine kleine Füchsin war, die stillschweigend Hsin dem Mondfuchs durch ganz Mengzhou folgte. Ich sah zu, wie er den Frühling aus den kargen Bergen lockte und Laternen in den kalten, leeren Straßen anzündete … Er zeigte mir Freud und Leid der Welt der Sterblichen und lehrte mich, dass Emotionen viel mehr Gesichter haben als nur Angst. Aber er brachte mir nie bei, wie man zum Hütenden wird. Am Ende des Traums blickte ich jedes Mal zurück … nur um zu sehen, dass ich niemals dort gewesen war.
Gedanken: III
Wir lassen uns bei unseren Entscheidungen nur von der Gegenwart und der nahen Zukunft leiten, als suchten wir mit einer Laterne im dichten Nebel nach einem Wunsch, einem Weg voran. Doch mit der Weitsicht eines Hütenden sehen wir die Auswirkungen einer einzelnen Entscheidung in Jahren oder gar Jahrhunderten. Wenn man so klar sieht, lernt man, wann man an bestimmten Wegkreuzungen die Zähne zusammenbeißen und beiseitetreten muss. Denn eine Zivilisation ist nicht nur eine Momentaufnahme, sondern ein endloser Fluss. Für jemanden ohne Herz ist so ein Dilemma weniger schmerzhaft. Doch der Mondfuchs vertraute mir die Zivilisationskapsel und seine Emotionen an. Wenn der Würfel gefallen ist, weiß ich, wonach mein Herz sucht. Und ich werde nicht einfach beiseitetreten.
Gedanken: IV
Möchtest du meinen früheren Eindruck {Male=vom Schiedsrichter;Female=von der Schiedsrichterin} wissen? Damals wurde die Fraktalausbreitung des Hütenden hastig durchgeführt und ich erbte seine Erinnerungen nicht in Gänze. Ich erinnere mich nur daran, dass du selten lächeltest. Und aus der Ferne wirkte deine Silhouette immer einsamer, je weiter du liefst.
Zugegeben, bei unserer ersten Begegnung in der Xuanfang-Feste hatte ich ein wenig Angst vor dir. Damals war ich noch … nun ja. Jedenfalls sehe ich dich jetzt deutlicher. Nicht als {Male=unnahbaren Schiedsrichter;Female=unnahbare Schiedsrichterin}, sondern so, wie du bist.
Dies ist also nicht nur ein Wiedersehen, sondern auch eine erste Begegnung. Liegt darin nicht ein besonderer Zauber?
Zugegeben, bei unserer ersten Begegnung in der Xuanfang-Feste hatte ich ein wenig Angst vor dir. Damals war ich noch … nun ja. Jedenfalls sehe ich dich jetzt deutlicher. Nicht als {Male=unnahbaren Schiedsrichter;Female=unnahbare Schiedsrichterin}, sondern so, wie du bist.
Dies ist also nicht nur ein Wiedersehen, sondern auch eine erste Begegnung. Liegt darin nicht ein besonderer Zauber?
Gedanken: V
… Manchmal bin ich einfach nur dankbar. Die Lebensspanne eines Hütenden kann es zwar nicht mit dem Himmel aufnehmen, aber sie ist lang genug … sodass ich dich noch länger begleiten kann.
Hsins Hobby
Das ist natürlich … Mengzhou selbst. Seine Berge, seine Gewässer, seine Bevölkerung. Ich trage zwar die Erinnerungen führender Zivilisationen in mir, aber ich habe nur wenige kurze Jahrhunderte unter den Lebenden verbracht. In dieser Zeit sah ich die belebten Straßen voller Handwerker, Bühnen mit Freude und Trauer und Kinder, die miteinander um die Wette wuchsen und jeweils ihre ganz eigene Zukunft hatten. Das ist hundertmal lebendiger als jede Vorhersehung. Nein, tausendmal …
Hm. Da fällt mir wieder ein, wie sehr ich mich nach den Yuans Aromen und Köstlichkeiten sehne … {Male=Schiedsrichter;Female=Schiedsrichterin}, wenn du kurz Zeit hast, würdest du mich in die Stadt begleiten? Und bei der Gelegenheit ein paar Haarnadeln mit mir aussuchen? Worauf warten wir noch? Sollen wir gleich losgehen?
Hm. Da fällt mir wieder ein, wie sehr ich mich nach den Yuans Aromen und Köstlichkeiten sehne … {Male=Schiedsrichter;Female=Schiedsrichterin}, wenn du kurz Zeit hast, würdest du mich in die Stadt begleiten? Und bei der Gelegenheit ein paar Haarnadeln mit mir aussuchen? Worauf warten wir noch? Sollen wir gleich losgehen?
Hsins Problem
Ah … {Male=Schiedsrichter;Female=Schiedsrichterin}, warum muss selbst ein Hütendes die Demütigung ertragen, ihr Schwanzfell zu verlieren?
Lieblingsessen
Ganz klar … Mondfuchs-Reiskuchen! Die mochte der Mondfuchs am liebsten, und diese Vorliebe habe ich genauso wie alles andere geerbt. Wobei ich zugeben muss, dass ich lange nicht mehr außerhalb des Heiligtums war und es inzwischen viele neue Variationen zu geben scheint …
Ungeliebtes Essen
Ich bin ein Hütendes von Huanglong . Ich würde die Genüsse der Welt niemals ablehnen. Süß, sauer, bitter, scharf – alles hat seine eigene Geschichte und seinen eigenen Platz in den Jahreszeiten und im Leben der Leute. Warum sollte mir etwas davon nicht gefallen?
Sind das … gebratene Mondfuchs-Reiskuchen mit Chili?! Igitt! Weg damit! Hm …? Der Geschmack ist … eigentlich gar nicht so schlecht …
Sind das … gebratene Mondfuchs-Reiskuchen mit Chili?! Igitt! Weg damit! Hm …? Der Geschmack ist … eigentlich gar nicht so schlecht …
Ideale
Eine blühende Zivilisation, die für immer bestehen bleibt. Das ist die Pflicht des Orakelmotors ... und es ist auch mein Wunsch.
Chat: I
Als die Rechenkraft nicht ausreichte, um eine vollständige Fraktalform aufrechtzuerhalten, lief ich oft als kleine Füchsin durch die Welt. Das brachte mir alle möglichen kleinen Geschenke von den Leuten im Xuanfang-Territorium ein. Ich habe sie alle hier aufbewahrt. Wenn ich einmal nicht weiterweiß, sehe ich sie mir an … und finde die Kraft, weiterzumachen. Hm? Das hier? Ah … Das ist ein Fuchs, den ich aus den Fellhaaren geformt habe, die meinem Herzen am nächsten waren. Sobald er fertig ist, werde ich ihn dir geben.
Chat: II
Aus dem Heiligtum heraus sah ich die Laternen von Xuanfang aufleuchten, eine nach der anderen. Und ich sah sie erlöschen, eine nach der anderen. Ihr Flackern ließ auch mein Herz erstrahlen. Und ich dachte mir: „Ihr Licht sollte niemals vergehen.“
Die Flüsse und Meere kümmern sich nicht um die Klarheit jeder Welle. Sie fließen einfach immer weiter. Das ist das Wesen der Zivilisation. Und ich … Auch ich möchte meine geliebten Lichter bis ans Ende der Zeit hüten.
Die Flüsse und Meere kümmern sich nicht um die Klarheit jeder Welle. Sie fließen einfach immer weiter. Das ist das Wesen der Zivilisation. Und ich … Auch ich möchte meine geliebten Lichter bis ans Ende der Zeit hüten.
Über Suoming
Als ich ganz davon in Anspruch genommen war, die Zivilisationskapsel neu zu gestalten und die Festung Xuanfang zu errichten, musste Mengzhou seine Prüfungen allein bestehen. Es war Intendantin Suoming, die an meiner Stelle die Last der Angelegenheiten dieser Region trug. Ich weiß, dass sie verbissen an Sehnsüchten festhält und sie als Kraftquelle nutzt, um sowohl Stürme als auch Zeiten der Ruhe zu überstehen … Wenn ich daran denke, überkommt mich tiefe Schuld. Ich sehne den Tag herbei, an dem sie endlich findet, wonach sie sucht – den Frieden, den nur ein Zuhause schenken kann. Dafür muss ich das Hütende sein, das sie verdient.
Über Qingxiao
Meisterin Qingxiao wirkt kalt und distanziert, aber im Grunde hat sie ein weiches Herz. Wenn man etwas von ihr braucht, reicht ein wenig Beharrlichkeit. „Ich gehe nicht hin“, sagt sie zum Vollmondfest, und doch verpasst sie es kein einziges Mal. Ich habe schon immer gesehen, dass sie die Antwort in ihrem Herzen trug. Sie brauchte nur jemanden, der sie behutsam in die richtige Richtung lenkt. Zu sehen, wie sie diese Last endlich ablegt … bereitet mir große Freude. Wenn man unser Alter betrachtet, könnte ich sie sogar die große Schwester nennen … Oje, das darf sie bloß nicht hören, sonst würde sie mir das ganz schnell wieder austreiben.
Über Suisui
Sie ist eine bemerkenswert kluge junge Frau. Ich habe so viele gesehen, die in der Welt des Kommerzes vom Weg abgekommen sind, aber sie bleibt besonnen und verfolgt ein größeres Ziel als den Profit, mit der Beharrlichkeit des Windes, der über das Wasser weht. Sie wollte sogar mich, ein Hütendes , überlisten, ungeachtet der Konsequenzen! Und doch sehe ich auf den ersten Blick, dass sie denselben Wunsch hegt wie ich. Außerdem hat mich schon lange durchschaut. Also ließ ich sie gewähren. Und wie sich herausgestellt hat … war das eine gute Entscheidung.
Über Xuanqing
Obwohl ich sie nie wirklich getroffen habe, sind die Erinnerungen des Mondfuchses an sie nach wie vor äußerst lebhaft. Manchmal frage ich mich, ob das Hütende mich jemals erschaffen hätte, wenn sie nie existiert hätte. Emotionen … sind schwerer in Worte zu fassen als alles andere.
Über Hsin den Mondfuchs
… Es sagte, dass es seinen Glauben an mich nicht verraten hat. Aber der Weg ist lang und die Zukunft von Mengzhou bleibt ungewiss. Es gibt noch viel für mich zu tun. Also hoffe ich … dass sein Glaube nicht hier endet, sondern für immer bestehen bleibt.
Über „Jué“
Jué … Es ist das jüngste aller Hütenden von Huanglong , und doch folgt es dem vorbestimmten Weg strikter als alle anderen. Vielleicht liegt es an seinem Zeitmandat, dass es jeder Entscheidung so große Bedeutung beimisst. Als es den Mondfuchs wegen des Aufbaus einer Stadt konsultierte, hatte es sämtliche Rechenleistung aufgebraucht, um eine Zukunft für die Menschen zu finden … Hätte ich in der Schlacht der Festungen und Schluchten nicht eingegriffen, hätten ihre Flammen das Herz des Jinmen-Passes erreicht. Jué hatte die Samen von Jinzhou mit solcher Sorgfalt gehegt und gepflegt – ich konnte nicht einfach zusehen, wie sie verdorrten. Und nun erblüht Jinzhou Jahr für Jahr aufs Neue, erfüllt von Laternenlicht und Gelächter. Jués Wagnis … war nicht vergebens.
Über „Fang den Sonnenhasen“
… Woher kommt eigentlich die Geschichte von dem Fuchs und dem Mond? Der Mondfuchs wollte nur einen gestohlenen Spiegel zurückholen. Wie wurde daraus eine Jagd auf das arme Ding? Dieser kleine Hase ist unscheinbar, aber er hat jede Menge Tricks auf Lager. Falls du ihm jemals begegnest … solltest du dich lieber in Acht nehmen.
Geburtstagswünsche
In diese Welt geboren zu werden, ihre verschlungenen Wege zu beschreiten, ihre Freuden und ihren Schmerz zu erleben und sich allmählich selbst zu formen, bis man wirklich seinen eigenen Willen hat … Das ist kostbares und außergewöhnlich. {Male=Schiedsrichter;Female=Schiedsrichterin}, alles Gute zum Geburtstag. Möge jeder Tag dir ein wenig mehr Frieden und Freude schenken.
Sieh nur, die Mondlaternen erfüllen den Himmel. Jede einzelne davon wurde für dich entzündet.
Sieh nur, die Mondlaternen erfüllen den Himmel. Jede einzelne davon wurde für dich entzündet.
Entspannen: I
Oh … Schon wieder Fell verloren … Hm? Du freches kleines Ding … Fort mit dir.
Entspannen: II
Die Pracht der Welt in einem Blick,
Wie Sterne, die durch Flüsse gleiten.
Herdfeuer leuchten in ewigem Glück,
Mein Herz findet Heimat in diesen Zeiten.
Wie Sterne, die durch Flüsse gleiten.
Herdfeuer leuchten in ewigem Glück,
Mein Herz findet Heimat in diesen Zeiten.
Entspannen: III
Wenn ich mich nicht ab und zu bewege, roste ich noch ein.
Entspannen: IV
Um die Freude der Welt zu teilen und die Laternen … hell erstrahlen zu lassen.
Selbstvorstellung
Ich bin das Hütende , das die Zivilisation von Mengzhou führt: Hsin der Mondfuchs. Endlich treffen wir uns, {Male=Schiedsrichter;Female=Schiedsrichterin}.
Hm. Das ist ein passender Beginn für eine „erste Begegnung“, nicht wahr? Aber … von jetzt an möchte ich, dass du mich „Hsin“ nennst.
Hm. Das ist ein passender Beginn für eine „erste Begegnung“, nicht wahr? Aber … von jetzt an möchte ich, dass du mich „Hsin“ nennst.
Begrüßung
Ich habe jede Sehnsucht unter dem Himmel gekostet, und nun … weiß ich endlich, wohin mein Herz gehört.
Beitritt zum Team: I
Oh? Wie du befiehlst, {Male=Schiedsrichter;Female=Schiedsrichterin}.
Beitritt zum Team: II
Xuanfangs sämtliche Formen sind in meiner Hand.
Beitritt zum Team: III
So, wie es meine Pflicht als Hütendes verlangt.
Aufstieg: I
Dieser Körper ist nicht mein eigener, sondern eine Leihgabe aus dem Staub der Welt der Sterblichen.
Aufstieg: II
Die Macht des Hütenden … ist wiederhergestellt? Das verdanke ich nur deiner Führung, {Male=Schiedsrichter;Female=Schiedsrichterin}. Wie soll ich solch eine Schuld jemals begleichen?
Aufstieg: III
Hm … So gründlich {Male=vom Schiedsrichter;Female=von der Schiedsrichterin} angeleitet zu werden … Ich glaube, ich bin das erste Hütende , dem diese Ehre zuteilwird.
Aufstieg: IV
Alles, was das Hütende weiß, ist eine Gabe {Male=des Schiedsrichters;Female=der Schiedsrichterin}. Doch siehst du in mir nun das „Hütende von Mengzhou “ … oder siehst du „Hsin“?
Aufstieg: V
Der Angelpunkt eines jeden Mechanismus, die Gesetze allen Seins, die Blaupause der Entwicklung der Zivilisation … Das Wissen des Hütenden lag mir von Anfang an offen. Doch etwas zu wissen ist das eine, es zu fühlen etwas ganz anderes. Hättest du mich nicht in diese Welt zurückgeholt … wie hätte ich je begreifen können, dass all diese Wahrheiten aus dem Rauch der Herdfeuer und der Stille der Straßen geboren werden?
{Male=Schiedsrichter;Female=Schiedsrichterin}, erlaube mir, dich von nun an zu begleiten. Selbst wenn sich die Echos des Schicksals gegen uns erheben, wirst du Hsin an deiner Seite haben und wir werden ihnen gemeinsam entgegentreten.
{Male=Schiedsrichter;Female=Schiedsrichterin}, erlaube mir, dich von nun an zu begleiten. Selbst wenn sich die Echos des Schicksals gegen uns erheben, wirst du Hsin an deiner Seite haben und wir werden ihnen gemeinsam entgegentreten.
Standardangriff: I
Blüht.
Standardangriff: II
Volle Blüte erhellt die Nacht.
Standardangriff: III
Der Jadepalast ragt in den Himmel.
Standardangriff: IV
Bronzeknochen, erwacht.
Standardangriff: V
Der Jade-Angelpunkt erstrahlt.
Standardangriff: VI
Formation bilden.
Schwerer Angriff: I
Jadeknochen, zerreißt das Firmament.
Schwerer Angriff: II
Fliegende Strahlen, vernichtet.
Resonanzskill: I
Sieh genau hin.
Resonanzskill: II
Fliegendes Licht.
Resonanzskill: III
Die Schöpfung wird zu Asche.
Resonanzskill: IV
Und die Falle schnappt zu.
Resonanzskill: V
Brich!
Resonanzskill: VI
Ins Nichts.
Resonanzskill: VII
Staub zu Staub.
Resonanzbefreiung: I
Kniet nieder … Der Mond ist aufgegangen!
Resonanzbefreiung: II
Auf Geheiß des Hütenden … Formationen, erhebt euch.
Resonanzbefreiung: III
Wo ich erscheine, entstehen Welten.
Resonanzbefreiung: IV
In diesem Feld bin ich das Gesetz.
Resonanzbefreiung: V
Städte entstehen, Welten vergehen endlos.
Resonanzbefreiung: VI
Alle Formen vergehen!
Intro-Skill: I
Der Nexus dreht sich, Sterne sinken.
Intro-Skill: II
Ein Wille, unendlich viele Formen.
Ausweichen
Nicht so hastig.
Ausweichangriff
Um Haaresbreite.
Getroffen: I
Unverschämt …
Getroffen: II
… Nicht ohne Fertigkeit.
Verletzt: I
Oje, meine Haarnadeln!
Verletzt: II
Ein Drittel meiner Kraft ... ist mehr als genug.
Gefallen: I
Dieses Herz wird nicht schwanken ...
Gefallen: II
Ich habe … versagt …
Gefallen: III
{Male=Schiedsrichter;Female=Schiedsrichterin} … Leb wohl …
Echo-Beschwörung
Komm, Kleiner.
Echo-Verwandlung
Mehr als nur ein Fuchs.
Feinde in der Nähe
Was für ein großzügiger Empfang.
GLEITEN
… Nichts kommt dieser irdischen Welt gleich.
SENSOR
Siehst du? Du kannst dich nicht vor mir verstecken.
Sprinten
Glaubst du, du kannst mithalten?
Vorratstruhe: I
Oh, das hier ist ein Schatz.
Vorratstruhe: II
Dieses Land behandelt uns gut.
Vorratstruhe: III
Gefällt dir das?