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Informationen

Lynae

Lynae VA

Chinesisch: Zhu Jing
Japanisch: Inoue Marina
Koreanisch: Choi Hyeon ji
Englisch: Elsie Lovelock

Lynae Forte-Untersuchungsbericht

Resonanzkraft

Leuchtendes Spektrum

Resonanz-Bewertungsbericht

[Von Spacetrek-Kollektiv: Studierendenakten der Sternenfackel-Akademie] [Kraftbewertungsbericht RA2906-G] Name: Lynae Synchronist-Qualifikation: Nein Resonanzkraftübersicht: Bei einer Analyse von Proben hat sich eine Rabelle-Kurve mit einer ausgeprägten periodischen Wellenform ergeben. Daher wird Lynae als Angeborener Resonator eingestuft. Lynaes Tacet-Zeichen befindet sich auf der Rückseite des linken Oberschenkels. Laut ihrer Studierendenakte und ihren Angaben vor der Aufnahme weist die Probandin eine angeborene Empfindlichkeit gegenüber sichtbarem Licht und eine natürliche Vorliebe für komplexe, ungewöhnliche Farben auf. Durch den Einsatz ihrer „Sprühfarben“ kann sie die Wellenlänge oder Frequenz des sichtbaren Lichts innerhalb eines bestimmten Bereichs verändern und Farben nach Belieben „mischen“. Diese Farben werden hauptsächlich als Sprühfarbenpigmente verwendet. Tests zeigen, dass sich diese Pigmente von industriellen Materialien unterscheiden und sich eher wie nicht-physikalische optische Projektionen verhalten. Darüber hinaus deuten Augenzeugenberichte mehrerer Studierender darauf hin, dass die Probandin die Wellenlängen des sichtbaren Lichts in ihrer Umgebung verändern kann, um Frequenzdetektoren zu manipulieren. Dadurch erzielt sie sowohl aus visueller als auch aus frequenztechnischer Sicht einen Effekt, der der „Unsichtbarkeit“ ähnelt. „Wir müssen sie jedenfalls daran hindern, diese Fähigkeit einzusetzen, um den Unterricht zu schwänzen.“ „… Weiß übrigens jemand, ob das riesige Katzenkopf-Graffiti auf dem Energiewissenschaften-Gebäude auf ihrem Mist gewachsen ist?“

Overclock-Diagnosebericht

Das Wellenformdiagramm der Probandin weist elliptische Schwankungen mit einem stabilen Zeitbereich auf. Es wurden keine Anzeichen für ungewöhnliche Schwankungen beobachtet. Die Testergebnisse werden als im Normbereich liegend bewertet. Diagnose: Hohe Übertaktungsschwelle. Die Probandin ist weiterhin stabil. Keine Anzeichen oder Vorgeschichte von Übertakten und Rabelle-Kurve ist stabil. Es besteht gegenwärtig kein Bedarf an psychologischer Unterstützung. „Der Test verlief reibungslos. Es ist Ewigkeiten her, dass wir eine derart stabile Wellenform gesehen haben – praktisch ein Musterbeispiel aus Rabelles Lehrbuch … Es ist so lehrbuchmäßig, dass es fast schon unheimlich ist.“

Lynae Geschätzte Gegenstände & Gefälligkeiten

„Eine neue Reise“
„Eine neue Reise“
Nachdem sie die Aufnahmeprüfung bestanden hatte, erhielt Lynae ihren Zulassungsbescheid und wurde offiziell Studentin an der Sternenfackel-Akademie. Dieses dünne Blatt Papier war einst der Beginn eines neuen Abenteuers. Nun kann sie erstmals wirklich selbst entscheiden, welchen Weg sie geht, welches Leben sie führen will und wo sie ihren Platz sieht.
„Nicht zugelassenes“ Ersatzteil-Set
„Nicht zugelassenes“ Ersatzteil-Set
Ein Set mit allen möglichen Teilen zur Modifizierung und funktionalen Ergänzung von Motorrädern, darunter z. B. ein Feuerwerkskörper-Abschussmodul, zusammenklappbare Gleiterflügel und eine mobile Nudelküche … Jedes einzelne Teil dieses Sets würde S.I.G.M.A. dazu veranlassen, mit Riesen-Trara herbeizueilen. „Das alles ist rein als Konzeptnachweis gedacht! Es würde mir nie einfallen, das auf einem echten Fahrzeug zu installieren!“ Das ist die Erklärung, die sie liefert, wenn sie auf das Chaos in ihrem Zimmer im Studentenwohnheim angesprochen wird.
Kaktuskissen
Kaktuskissen
Ein Geschenk von einer Kommilitonin, der Lynae einmal geholfen hatte. Angeblich handelt es sich um ein klassisches Design aus ihrem Lieblings-Roadmovie der Neuen Föderation. Weich, grün und kaktusförmig. Es hat keine Dornen und gedeiht weder in Sand noch in Kies. Stattdessen liegt es einfach auf ihrem federweichen Bett und wacht still über ihre lebhaften, farbenfrohen Träume … Der „einzigartige“ Gesichtsausdruck ist allerdings gewöhnungsbedürftig. „Hm? Das Kissen? Es ist niedlich! Und es ist eine limitierte Neuauflage!“

Lynae Geschichte

Anwesenheitsprotokoll
Im akademischen System der Sternenfackel-Akademie liest sich Lynaes Anwesenheitsprotokoll eher wie ein spannender Fantasiereisebericht als wie eine Disziplinarakte.

Während ihre Kommilitonen brav im Hörsaal saßen und Professor Mauclairs Vorlesung zur Weltkulturgeschichte lauschten, hockte Lynae mehrere Kilometer entfernt auf einem Ast und verstärkte behutsam das empfindliche Nest einer frisch geschlüpften Brut Kronapuffel.
Während andere auf dem Trainingsplatz Kampfübungen absolvierten, tröstete sie im Spacetrek-Archiv eine Studentin der Energiewissenschaften und rettete in mühsamer Kleinarbeit wichtige Daten für ihre Abschlussarbeit aus einem Haufen schadhafter Dateien.
Hände, die einst im Umgang mit Waffen und im Knacken von Sicherheitsschlössern geübt waren, handhaben nun Sprühdosen mit unerwarteter Grazie.
Lynae konnte einfach nicht still sitzen, da ihre Neugier sie von einem Ende der Akademie zum nächsten trieb. Sie war nie um eine einfallsreiche Ausrede verlegen, wenn es um das Schwänzen des Unterrichts ging.
„Ich habe einer Kommilitonin dabei geholfen, ihr Abschlussprojekt vor dem Weglaufen zu bewahren.“
„Ich habe die intelligenten Küchensysteme der Cafeteria neu kalibriert. Na ja, vielleicht habe ich dabei versehentlich einen systemweiten Streik ausgelöst.“
„Eiswisper haben in der Simulationskapsel abnormale spektrale Schwankungen gezeigt. Das musste selbstverständlich aufgezeichnet werden!“

Anfangs empfand Frau Voss die Situation als belastend. Doch dann schickte die Abteilung für Ingenieurwesen eine offizielle Belobigung, in der sie darauf hinwies, dass Lynae während eines Leerensturms die gesamte Vermessungsausrüstung für eine geplante Expedition in die Frostlande geschützt hatte. Dankesbriefe von Studierenden, die an eine anonyme „Freiwillige“ gerichtet waren, stapelten sich im Kummerkasten. Bei einer Sitzung der Energiewissenschaften präsentierte Professor Mauclair begeistert einen bemerkenswert klaren Spektraldatensatz von „speziellen Beobachtungspunkten“ und bemerkte: „Von einer anonymen Quelle. Könnte ein perfektes Lehrbeispiel sein.“


Angesichts einer gleichermaßen absurd langen wie beeindruckenden Liste von Abwesenheiten konnte sich Frau Voss nur ein müdes Lächeln abringen.
Dieses Mädchen, das das Klassenzimmer scheute wie der Teufel das Weihwasser, hinterließ ihre Spuren in jedem Winkel der Akademie und behütete den Ort, den sie als „Zuhause“ betrachtete, auf ihre ureigene Weise.

„… Aber den Reflexionsbericht musst du trotzdem schreiben.“
Na schön …“
Mit gesenktem Kopf schlurfte Lynae aus dem Büro, doch ihre Mundwinkel hoben sich beim Anblick der vertrauten Mischung aus Verärgerung und Zuneigung in Frau Voss’ Augen.
Lauernde Schatten
Der nächtliche Hafen lag wie ein schlummerndes Tier da. Sie stand am Kai und sah ihrem Atem zu, wie er sich im Wind verflüchtigte. Sie hielt die Waffe ruhig in den Händen. Der dunkle Lauf spiegelte die kalte Reglosigkeit ihrer Augen wider, die unverwandt auf die Gestalt vor ihr gerichtet waren.
Selbst mit an die Stirn gedrückter Mündung sprach das „Missionsziel“ mit unerschütterlicher Ruhe. Ein schwaches, höhnisches Lächeln huschte über seine Lippen, als er ihrem Blick begegnete.
„Wir wissen beide, dass das hier nur ein Spiel ist. Und du? Du bist nur eine Randfigur in einem viel größeren Schauspiel.“
„Schau dich an … so professionell. Aber ist es das wert? Für ein Versprechen, das nie gegeben wurde? Nimm die Waffe runter. Geh deines Weges. Du könntest sein, wer du willst … wo du willst.“
„Wie lange glaubst du, kannst du dich noch verstecken?“
… Wie lange glaubst du, kannst du dich noch verstecken?
Ihr Herz klopfte wie verrückt. Ein kalter Schweißtropfen lief ihr über die Schläfe. Diese dumpfe Angst, die sie längst verdrängt zu haben glaubte, überkam sie erneut.
„… Halt den Mund.“
Ihre eigene Stimme klang fremd, heiser und brach wie ein dumpfes Brüllen. Ihr Finger am Abzug zitterte.
„Peng–!“
Das Projektil verließ ihre Waffe nie, und doch ertönte aus dem Nichts ein Schuss. Das Licht flackerte auf. Sie zuckte zusammen. Der letzte Tropfen kalter Schweiß rutschte schließlich herunter und fiel auf die Requisitenwaffe in ihren Händen.
Applaus brandete wie eine Flutwelle auf.

„Und … Cut! Ja, ja! Das war’s! Perfekt!“
„… Lynae!! Das war der Wahnsinn!“
„Arthus, dein Einsatz kam wieder zu früh!“

Lynae blinzelte, als würde sie aus einem Traum erwachen, und sah sich langsam um. Die einfarbige Welt des Bühnenbilds verblasste. Farbe schien von ihren Handflächen auszustrahlen und die Welt erneut zu beleben.
Ihr „Missionsziel“ kam auf sie zu – nicht mehr höhnisch lächelnd, sondern freudestrahlend, voller Begeisterung und Bewunderung.
„Du warst großartig! Wie eine echte Geheimagentin!“
„…“
… Natürlich. Sie war im Theaterklub und sprang für eine Kommilitonin ein, die sich während einer Exkursion verletzt hatte. Das Stück war eine Adaption eines klassischen Spionagefilms der Neuen Föderation.
Doch für einen Moment hatte sie wirklich das Gefühl gehabt, als wäre sie …
„Lynae …? Alles in Ordnung?“
„… Geht schon“, sagte sie und zwang sich zu einem Lächeln und einer theatralischen Geste. „Ich habe mich ein bisschen zu sehr hineingesteigert, haha. Liegt an Annans Drehbuch. Es ist einfach zu gut!“
Lachen und Geplauder erfüllten erneut den Probenraum. Die Mitglieder waren emsig damit beschäftigt, Requisiten vorzubereiten und das Bühnenbild für die nächste Szene umzugestalten. Lynae saß in einer Ecke, als der Klubleiter ihr eine Flasche Limonade reichte.
„Lynae, bist du sicher, dass du nicht mitmachen willst? Du hast echtes schauspielerisches Talent!“, verkündete der Leiter mit vor Begeisterung geballten Fäusten. „Ich habe schon die perfekte Rolle für dich bei der nächsten Feier …“
„Tut mir leid, ich glaube, das ist nichts für mich …“
„Oh … ist schon gut. Ich weiß, dass du noch keinem Klub beigetreten bist, darum frage ich. Aber wenn du deine Meinung änderst, bist du jederzeit willkommen! Hey, Germain! Was hast du mit der Requisite dort zu schaffen?!“
Während der Leiter losrannte, um die Requisite zu retten, umklammerte Lynae die Limoflasche fester.
… Wie lange glaubst du, kannst du dich noch verstecken?
Die Worte hallten in ihrem Kopf wider und ließen sie erschaudern.
… Wie lange glaubst du, kannst du hier wirklich bleiben?
Sie wusste es nicht. Sie wollte nicht darüber nachdenken.
Also konnte sie nichts weiter tun, als im Jetzt zu bleiben und die vergängliche Wärme des Augenblicks auf sich wirken zu lassen.
Der Wind dreht
Zuerst dachte sie, es handle sich lediglich um Spam-E-Mails.
Frühmorgens, zwischen Vorlesungen, spätnachts oder sogar während Unterhaltungen mit Freunden blitzten plötzlich diese roten, unentzifferbaren Zeichenfolgen auf ihrem Terminal auf. Jede Zeile schob sich wie eine dünne Nadel in ihr Herz, fädelte sich durch ihren Puls und drang immer tiefer in ihre Adern ein.
Es dauerte eine Weile, bis sie sie entschlüsseln konnte. Als sie schließlich die ursprüngliche Nachricht wiederherstellte, durchfuhr sie ein Schauer von Kopf bis Fuß.
Der Fractsidus.
Vielleicht hatte sie es schon in dem Moment geahnt, als sie den Zulassungsbescheid in Händen hielt, klammerte sich aber an einen Funken Hoffnung. Sie entschied sich, nicht weiter darüber nachzudenken, und tauchte selig in ein Campusleben ein, das weitaus schöner war, als sie es sich jemals hätte vorstellen können.
… Bis die „Mission“ kam.
„Infiltriere das System des Instituts. Rufe die Parameter des Hyvatia-Detektors ab und verändere sie.“
Sie wusste um die Bedeutung der Sonnenwendzeremonie sowohl für das Spacetrek-Kollektiv als auch für Lahai-Roi, und sie wusste genau, wie wichtig der Hyvatia-Detektor für dieses Ereignis war. Eine ungeheure Verschwörung schlängelte sich durch die Schattenseiten von Lahai-Roi. In diesem Augenblick wurde Lynae mit beängstigender Klarheit bewusst: Ihre Entscheidung allein könnte Lahai-Roi in Gefahr bringen.
Sie glaubte nicht, dass eine flüchtige Söldnerin wie sie für eine derart mächtige Organisation eine ernst zu nehmende Bedrohung darstellen könnte, aber dieser Gedanke kreiste unablässig in ihrem Kopf und ließ sie nicht los.
Sternenfackel-Akademie, die „Utopie“ unter den Frostlanden. Der Ort, den sie mittlerweile ernsthaft als ihr Zuhause ansah. Wie lange konnte sie noch die Augen verschließen und so tun, als hätte sie dieses friedliche „Campusleben“ verdient?
Als ihr klar wurde, dass sie sich nicht ewig verstecken konnte, fasste sie einen Entschluss. Sie musste einen Schlussstrich ziehen.

Der erste Schritt: ihre Rolle als ihre „Insiderin“ aufgeben.

Ihr Finger zitterte leicht, als sie auf „Senden“ drückte. Es war die erste Nachricht, die sie jemals als Insiderin des Fractsidus geschrieben hatte:
„Zieldaten extrahiert. Persönliche Übergabe.“
Die Koordinaten im Anhang wiesen auf die Ausläufer des Leerenwurm-Gebiets hin. Wenn der Schuss fiel, würde der Leerensturm jeden Hinweis darauf für sie verwischen.
Nachdem die Nachricht abgeschickt war, lehnte sie sich gegen ihr Motorrad und blickte zum Himmel über Lahai-Roi hinauf.
Der Wind hatte bereits gedreht. Und dieses Mal würde es kein Zurück geben.
Schwarz und Gold
Zunächst dachte sie, es handle sich bloß um eine weitere Mission: grau, schwarz, blass wie Gips. Eine weitere Routineaufgabe, bei der mehrere Personen neutralisiert werden sollten, die von der Neuen Föderation als „potenzielle Bedrohungen“ eingestuft wurden.
Warum Menschen, die keinerlei Bedrohung darstellten, dennoch beseitigt werden mussten? Das ging sie nichts an.
Sie beobachtete, wie das Ziel panisch durch die dunkle Gasse floh. Sie war nicht die einzige Jägerin in der Dunkelheit. Dünne rote Ziellinien kreuzten und bewegten sich wie Phantome, richteten sich neu aus und fixierten ihr Ziel, um in absoluter Stille ein unausweichliches Ende herbeizuführen.
Heftiges, von statischem Rauschen begleitetes Atmen drang durch ihren Ohrhörer.

„Keine Sorge … Ich werde zur vereinbarten Zeit in Lahai-Roi eintreffen … Sternenfackel-Akademie …“
„Ich werde … die mir … anvertraute Mission abschließen …“
Zweckloser Widerstand.

Als sie sich ihr näherte, war das letzte Lebenszeichen bereits erloschen.
Es hätte eine gewöhnliche Mission sein sollen.
Aber dieses Mal war etwas anders. Ein goldener Streifen auf dem heruntergefallenen Zulassungsbescheid fiel ihr ins Auge, wie ein Farbfleck auf kreideweißem Putz, wie ein Lichtstreifen, der durch einen Riss dringt. Sie konnte einfach nicht wegsehen.
„Lynae“ – der Name auf dem Papier wirkte, als würde das Schicksal sich einen Scherz erlauben. Halb Lüge, halb Wahrheit. Sie bückte sich und wischte Staub und Blut fort. Ihr dunkles Haar fing den Glanz des Golds ein. Glut flackerte in ihrer Brust auf. Ein Feuer, das selbst abstumpfende Söldnerarbeit nie zu ersticken vermochte: die Sehnsucht nach Freiheit.

„Bist du Lynae von der Neuen Föderation?“
Die arglose Frage der Lehrerin bescherte ihr einen Anflug von Schuld. Sie drehte eine Strähne ihres frisch gefärbten Haares um den Finger – einst dunkelbraun, jetzt ein helles Gold, wobei sie einige Strähnen ihrer ursprünglichen Haarfarbe beibehalten hatte – und bejahte bemüht freundlich.
„Ja.“
„Kein Grund, nervös zu sein. Wir wissen, wie die Föderation mit Resonatoren umgeht … Hier in Lahai-Roi bist du vollkommen frei. Jede Gelegenheit und jegliches Wissen stehen allen offen.“
Sie schwieg, während die Lehrerin die Akte durchblätterte, die Lynae beiläufig ausgefüllt hatte. Sie hatte für Missionen schon viele Tarnungen angenommen, doch keine hatte sie jemals so nervös gemacht.
„Hm? Du hast den Abschnitt ‚Hobbys und Interessen‘ ausgelassen …“
Mist, sie hätte etwas schreiben sollen. Vielleicht Graffiti? Sie fand Gefallen daran, sich nach einer Mission ein wenig künstlerisch auszutoben – etwas, das sie aus einem Film übernommen hatte –, aber als Söldnerin durfte sie keine Spuren hinterlassen, also wischte sie alles stets wieder weg. Oder vielleicht Motorräder: der Wind, der an ihr vorbeirauschte, während sie über die Straßen donnerte – dieses flüchtige Gefühl von purer, lebendiger Freiheit. Zählt das als „Hobbys“?
„Ist schon in Ordnung.“ Als die Lehrerin sah, dass Lynae in Gedanken versunken war, schloss die langhaarige Frau mit dem Hut lächelnd die Akte und drückte ihr einen brandneuen Studentenausweis in die Hand.
„Hier hast du Zeit, Hobbys für dich zu entdecken.“
Wo die Geschichte beginnt
Das Leben nach der erneuten Einschreibung fühlte sich nicht viel anders an als früher.
Die erste morgendliche Vorlesung ließ sie trotz aller Bemühungen immer noch einnicken – auch wenn sie längst die Kunst beherrschte, so zu tun, als würde sie sich Notizen machen, bevor der scharfe Blick einer Lehrkraft sie fand. Sie hatte genau diesen Kurs schon einmal belegt, genau diese Notizen bereits einmal geschrieben … Also bitte! Wer konnte es ihr verübeln, einzuschlafen?
Ihre Pausen waren immer noch ausgefüllt: Sie half älteren Ingenieurstudenten beim Testen neuer Fahrzeugmotoren, entwarf knallige „Übergangseffekte“ für das Bühnenbild des Theaterklubs und schrieb gelegentlich Reflexionsberichte …
Neu war allerdings, dass sie nun {Male=denjenigen;Female=diejenige} mitnehmen konnte, {Male=der;Female=die} im Studium früher „unter“ Lynae war und inzwischen auf derselben Stufe stand, um gemeinsam in der Cafeteria „neue Geschmacksrichtungen“ auszuprobieren.
Seit {Male=seiner;Female=ihrer} Einschreibung war {Male=er;Female=sie} noch beschäftigter als früher. Dies war einer ihrer seltenen gemeinsamen Momente. Die beiden saßen Schulter an Schulter auf einer Bank am Sterngrammplatz und teilten sich eine soeben gekaufte „Überraschungskonserve“-Geschmacksrichtung, die Lynae unbedingt probieren wollte.
Früher wurde sie schnell nervös, wenn eine Gesprächspause eintrat, und beeilte sich, diese mit Aufträgen oder Geplauder zu füllen. Aber jetzt? Die Stille hatte etwas Wohliges und Tröstliches.
Lynae warf einen Blick auf das stets gefasste Gesicht neben ihr und sah, wie sich diese goldenen Augen leicht weiteten, wenn etwas zu „überraschend“ geschmeckt hatte. Sie brach in Gelächter aus. Es erinnerte sie an ihr erstes Treffen – {Male=er;Female=sie} hatte fast genau denselben Gesichtsausdruck gehabt.

Damals hatte Lynae keine Ahnung, ob {PlayerName}, {Male=der;Female=die} direkt vom Himmel gefallen war, den exakten Moment miterlebt hatte, in dem sie ihren Plan ausgeführt hatte. Sie hatte mitangesehen, wie {Male=er;Female=sie} sich aufrappelte, und ihre Finger hatten sich instinktiv um den Abzug gelegt. Die Grausamkeit in ihren Augen verschwand in dem Augenblick, als sie den heruntergefallenen Zulassungsbescheid sah. Da wurde ihr klar …
… Sie war nicht mehr die „Söldnerin“, die ein Schattendasein fristete. Sie war jetzt eine einfache Studentin. Jemand, der sich nichts sehnlicher wünschte, als ein Leben in Unabhängigkeit und Freiheit zu führen.
Sie hatte die Waffe sofort weggepackt. Kalter Schweiß lief ihr den Rücken hinunter. Hatte sie gerade {Male=einen frischgebackenen Studienanfänger;Female=eine frischgebackene Studienanfängerin} niedergeschlagen? Das wäre noch schlimmer als alles, was in ihrem katastrophalen Anwesenheitsprotokoll steht! Wenn {Male=er;Female=sie} sich weigerte, ihr zu vergeben, war sie erledigt!
Also streckte sie sofort die Hand aus, zog {PlayerName} hoch und bugsierte {Male=ihn;Female=sie} auf den Rücksitz ihres Motorrads. Im selben Augenblick wälzte sich der Leerenwurm über den Boden und stürzte sich beinahe verschwörerisch auf sie.
Damals ahnte sie noch nicht, dass Lynaes wahre Geschichte genau in diesem Moment bereits begonnen hatte.

Lynae Sprachaufnahmen

Gedanken: I
Hey, du! Ich habe dir ein paar Snacks mitgebracht. Schöner Tag, was? Was hältst du davon, wenn wir die Straßen unsicher machen? Übrigens soll es in der Cafeteria ein neues Gericht geben. Das sollten wir zum Mittagessen probieren! Ach ja, der Filmclub zeigt diesen Nachmittag einen alten Film der Neuen Föderation, den ich schon immer sehen wollte! Bist du dabei? Und heute Abend könnten wir … Oh. Äh, entschuldige. Soll ich …? Ja, ich lasse dich mal weiterschlafen.
Gedanken: II
Neue Sprühdosen, Ersatzteile für meine höheren Semester, Süßkram von Sigrika … Nur ein paar Souvenirs vom letzten Schulfest. Ach, ich räume nur auf. Ehe du dich versiehst, ist dein Zimmer vollgestopft mit solchem Zeug. Und ich bringe es nicht übers Herz, irgendetwas davon wegzuwerfen. Seltsam, was? Es gab Zeiten, da war mir schon eine Topfpflanze zu viel. Ich hätte sie sowieso zurücklassen müssen, verstehst du? Na ja, egal – hier, bitte. Ich habe dieses Exoschreiter-Modell gestern fertig bemalt. Nicht übel, was? Sieht aus wie das Original.
Gedanken: III
Zu Beginn meiner Zeit an der Sternenfackel-Akademie wachte ich oft schweißgebadet auf und fragte mich, ob ich wirklich so leben könnte. Ich wartete ständig darauf, dass etwas Schlimmes passieren würde. Ich rannte tagsüber dieser fragilen, perfekten Vorstellung von Freiheit hinterher und floh nachts in meinen Träumen vor meinem alten Ich. Ich wartete nur darauf, dass mir die Rechnung präsentiert würde. Also traf ich jede Entscheidung so, als wäre es mein letzter Tag hier. „Was würde ich tun, wenn es heute vorbei wäre?“
Tja, und rückblickend war die Antwort fast immer: Unterricht schwänzen.
Gedanken: IV
Ich spüre es, weißt du. Auch wenn du nichts sagst. Die Last einer Vergangenheit, die viel schwerer wiegt, als Leute ahnen. Hör mal, wenn du es mir erzählen möchtest, bin ich ganz Ohr. Aber ich dränge mich nicht auf. Die Person, die ich kenne und verstehen möchte, ist die Person, die gerade vor mir steht. Es ist bloß … Es muss schwer sein, all das mit sich herumzuschleppen. Wenn also jemals der Tag kommt, an dem du das alles hinter dir lassen und vergessen möchtest, wer du sein sollst, einfach atmen möchtest … sag Bescheid. Ich habe ein paar Kontakte, die dir einen ganz neuen Look und eine neue Identität verschaffen können. Egal, wer du sein möchtest, ich mache es möglich. Na ja … solange es nicht zu krass ist. Aber deinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, weiß ich schon, wie deine Antwort ausfallen wird.
Gedanken: V
Ich konnte in meinem Söldnerleben nie Wurzeln schlagen. Nirgendwo. Also habe ich mein ganzes Leben darauf aufgebaut, zu nehmen, was ich gerade bekommen konnte. Kleine Freuden sozusagen. Auf diese Weise konnte ich mir sicher sein, dass ich alles rausgeholt hatte, wenn ich mal wieder mein Bündel schnüren musste. Und jetzt? Ganz ehrlich? Geht es mir immer noch so. Der Unterschied ist nur … diese quälende Angst, alles zu verlieren? Die ist weg. Jeder Tag hier ist einfach … gut. Und ich bin unendlich dankbar dafür. Was ich damit sagen will, ist: Wenn wir das nächste Mal eine Spritztour machen, lass mich fahren. Wie an dem Tag, an dem wir uns kennengelernt haben.
Lynaes Hobby
Individuelle Lackierungen, Skaten, Parkour, Ballerspiele … Da hat man die Qual der Wahl, aber nichts übertrifft Vollgas unter Lahai-Rois Himmel geben. Aber in letzter Zeit ist meine Liste an Hobbys außer Kontrolle geraten. Es gibt einfach zu viele coole Sachen zum Ausprobieren. Augenblick mal … Farbenfressende Gemälde? Was soll das sein? Hey, raus damit!
Lynaes Probleme
Früher musste ich mir nur Sorgen darüber machen, dass meine Tarnung nicht auffliegt, welchen Mist der Fractsidus ausheckt oder dass ich umziehen muss … Aber heute … uff. Jetzt muss ich mich damit auseinandersetzen, wie ich meine fehlenden Leistungspunkte wieder reinhole …
Lieblingsessen
Pass auf, kleines Geheimnis für dich: Alles schmeckt fantastisch, wenn du es im Unterricht isst. Sogar Fertignudeln. Muss wohl der Nervenkitzel sein. Du wartest, bis der Lehrer sich umdreht, um etwas an die Tafel zu schreiben, und schwuppdiwupp …
Ungeliebtes Essen
Alles, was langweilig ist. Nicht aus Hass … es löst eben etwas aus in mir. Nimmt der Welt für eine Weile jede Farbe. Darum lautet mein Motto für alles: Sei mutig, knallig und niemals öde.
Ideale
Ein Wunsch für die Zukunft … hm. Hätte nie gedacht, dass ich so einen mal haben würde. Also, wenn ich nur mehr Tage wie den heutigen haben könnte … Jep. Das würde mir reichen.
Chat: I
Als ich nach Lahai-Roi kam, hatte ich nur diesen Zulassungsbescheid dabei. Der, auf dem nicht mal mein Name stand. Es war ein Schlüssel, der die Tür zu diesem wilden, bunten Traum öffnete … und zu all dem Chaos, das damit einherging. Ohne ihn hätte ich nie dich oder irgendjemanden sonst kennengelernt. Darum bereue ich nicht, was ich getan habe. Und hey, wie du schon gesagt hast – dieses Mal kriege ich meinen eigenen Zulassungsbescheid.
Chat: II
Die Neue Föderation ist nicht nur Glanz und Gloria. Als Resonatorin tust du, was man dir sagt. Als Söldnerin – so wie ich – tust du das Gleiche, bloß für Geld. Keine Loyalität. Kein höheres Ziel. Den einzigen Spaß, den ich mir erlaubt habe, war nach getaner Arbeit ein bisschen Graffiti sprühen … auch wenn ich es zwei Sekunden später wieder wegschrubben musste. Aber lassen wir das. Was für ein Stil schwebt dir denn für die Lackierung des neuen Fahrzeugs vor?
Über Mornye
Was Professor Mornye und ich gemeinsam haben? Ganz einfach. Wir können beide den Unterricht nicht ausstehen! Also habe ich sie einmal auf eine Spritztour mitgenommen. Hat nicht eine Miene verzogen, aber ich wusste, dass sie Spaß hatte. Das Beste war das Empfangskomitee, als wir zurückkamen. Eine ganze Schar ihrer Forscher schwärmte vor dem Tor aus, als hätte ich gerade unsere Frau Professor entführt. Äh, hallo?! Ich mag mein Leben hier. Und mal ehrlich … wenn ich wirklich versucht hätte, sie rauszuschmuggeln, hätte niemand was mitbekommen.
Über Sigrika
Es war Sigrika, die mich zu Beginn meiner Zeit hier ins Studentenleben eingeführt hat … Sie ist von der richtig ernsten Sorte – furchtbar diszipliniert. Aber sie beschwert sich nie, schluckt einfach alles runter. Wenn sie so weitermacht, geht das irgendwann schief … Was hältst du also davon, wenn wir beide … eine kleine „Intervention“ organisieren? Du weißt schon, wir unternehmen was mit ihr, damit sie mal richtig Spaß hat.
Über Luuk Herssen
Als ich Dr. Herrsen zum ersten Mal auf der Krankenstation traf, beschlich mich dieses merkwürdige Gefühl, als würde er mich komplett durchschauen. Vielleicht habe ich es mir auch nur eingebildet. Jedenfalls ist er sehr großzügig mit seinen Krankschreibungen. Das muss man ihm lassen.
Über Chisa
Als ich Chisa kennenlernte, interpretierte ich ihre stille, eindringliche Ausstrahlung als ein unausgesprochenes „Halte dich fern.“ Mensch, was lag ich damit falsch. Wir verstanden uns auf Anhieb. Sie warf einen Blick auf mein Motorrad und wusste sofort, welches Teil defekt war – schneller als jede Diagnostik! Das muss man erst mal können …
Über den Fractsidus
Ein Verein voller Verrückter. Klingt schroff? Macht es aber nicht weniger wahr. Ich bin fertig mit denen. Ich hoffe wirklich, dass ich nie wieder mit denen zu tun haben werde.
Geburtstagswünsche
Alles Gute zum Geburtstag! Ein besonderer Tag verlangt nach besonderen Plänen. Betrachte alles, woran du gerade arbeitest, als erledigt. Ich helfe dir später dabei, es fertig zu machen. Ich habe dir eine Überraschung versprochen, die dich umhauen wird, also keine Ablenkungen mehr. Und jetzt steig ein! Wir lassen den drögen Alltag links liegen. Das Einzige, was heute auf dem Programm steht, bist du. Ach, eine Sache wäre da noch … du musst diesen Ballonhut tragen.
Entspannen: I
Ja … genau dort. Etwas mehr hiervon … Perfekt.
Entspannen: II
*Emotion*
Entspannen: III
Hehe. Zeit, den Rost abzuschütteln … Gut. Ich hab’s immer noch drauf.
Selbstvorstellung
Hey, ich bin Lynae. Einfach nur Lynae. Sieht aus, als wäre ich deine neue Kommilitonin hier an der Sternenfackel-Akademie. Dann werden wir uns wohl öfter sehen, was?
Begrüßung
Rebellenblau, Apolloorange, Warngelb, Säuregrün … Willst du raten, welche Farbe meine nächste Wahl ist?
Beitritt zum Team: I
Wieder gemeinsam im Einsatz!
Beitritt zum Team: II
Ähem … „Nenne mir einfach das Ziel.“
Beitritt zum Team: III
Entspann dich, ich kann mich an die Regeln halten.
Aufstieg: I
Das Spektrum erscheint mir jetzt wesentlich klarer …!
Aufstieg: II
Hätte nicht gedacht, dass ich ein derartiges Upgrade bekomme … Halt mich bloß nicht zurück!
Aufstieg: III
Ich schätze, das Potenzial einer Person ist wie ein Tütchen mit Energiegel: Man denkt, sie sei leer, aber wenn man fest genug drückt, kommt immer noch ein bisschen mehr raus …
Aufstieg: IV
… Manchmal habe ich das Gefühl, du könntest selbst dort oben stehen und den Unterricht halten. Mit deinem Wissen hättest du das Klassenzimmer fest im Griff.
Aufstieg: V
Ein heller, großer Bereich nur für mich. Freunde, die mit mir lernen. Verbündete, die an meiner Seite kämpfen … Alles, was ich mir je gewünscht habe, ist hier. Selbst wenn das Training vorbei ist … das endet doch nicht einfach, oder? Lehr mich mehr. Vertrau mir mehr an. Dieser Frieden, dieses herrliche Leben … ich werde alles tun, um es zu verteidigen.
Standardangriff: I
Pass auf die Ecke auf!
Standardangriff: II
Fang!
Schwerer Angriff
Perfekter Bogen!
Resonanz-Skill: I
Ich sage, wo’s langgeht!
Resonanz-Skill: II
Sag mir deine Farbe!
Resonanz-Skill: III
Hey, hier drüben!
Resonanz-Skill: IV
Mehr hast du nicht drauf?
Resonanz-Skill: V
Schwupps!
Resonanz-Skill: VI
Markiert!
Resonanz-Skill: VII
Noch einer!
Resonanz-Skill: VIII
Wusch!
Resonanz-Skill: IX
Neuer Look.
Resonanz-Skill: X
Mitfahrgelegenheit gefällig?
Resonanzbefreiung: I
Sonderlieferung … macht bumm!
Resonanzbefreiung: II
Nicht blinzeln … sonst verpasst du das Beste!
Resonanzbefreiung: III
Mit Schleife verziert – mein Markenzeichen!
Intro- & Outro-Skills
Fahr vorsichtig …
Getroffen
Uff, das zwiebelt.
Verletzt: I
Ha, ich werde gerade erst warm.
Verletzt: II
Ist es zu spät für einen Rückzieher?
Verletzt: III
Pff … Das ist noch gar nichts.
Gefallen: I
Ich wusste … dieser Tag würde kommen.
Gefallen: II
Ich gebe nicht auf …
Gefallen: III
Alles … ist schwarz und weiß …
Echo-Beschwörung
Jetzt geht’s rund!
Echo-Verwandlung
Rate mal, wer?
Feinde in der Nähe
Ich habe etwas gehört.
Gleiter
Nächster Halt: Horizont!
Sensor
Ziel erfasst.
Sprint
Zack, zack!
Vorratstruhe: I
Jackpot geknackt?
Vorratstruhe: II
Nicht schlecht. Damit lässt sich arbeiten.
Vorratstruhe: III
Und das alles für dich.