Informationen
Qingxiao
Qingxiao VA
Chinesisch: Jiang He
Japanisch: Nabatame Hitomi
Koreanisch: Park Ri Na
Englisch: Kirsty Rider
Qingxiao Forte-Untersuchungsbericht
Resonanzkraft
Herzschwert
Resonanz-Bewertungsbericht
„Vom Ministerium für Hütende-Angelegenheiten , zur Prüfung durch die Magistratin von Mengzhou übermittelt: Über die Einrichtung eines zusätzlichen Postens der Xuan-Meisterin im Xuanfang-Territorium “
…
Auf Ersuchen des Kriegsministeriums hat die Huaxu-Akademie bestätigt, dass ihre Resonanzgeschichte mehr als hundert Jahre zurückreicht und ihr Ursprung praktisch nicht mehr zurückzuverfolgen ist. Die beiden Hörner auf ihrem Kopf, die wie dahintreibende Wolken geformt sind, stellen ein durch diese Resonanz hervorgerufenes körperliches Merkmal dar und könnten mit dem allwissenden Glücklichen Tier in Verbindung stehen, das in der Großen Bibliothek erfasst ist.
Qingxiaos Meisterschaft liegt im „Herzschwert“. Indem sie ihre Gedanken selbst zum Schwert-Willen formt, kann sie im Handumdrehen zehntausend fliegende Klingen manifestieren, die ihrem Befehl gehorchen und alles Böse auslöschen, wo sie auch landen mögen. Obwohl sie die Schwertkunst mit der Klinge in der Hand erlernt hat, hat ihr Können sie längst über die Grenzen des geschmiedeten Stahls hinausgetragen. Eine gezupfte Saite, ein dahintreibendes Blütenblatt, fallendes Laub – für sie kann all dies zu einem Schwert werden.
Die Kunst der Stille gilt, ebenso wie ihre anderen demonstrierten Techniken, als Teil der esoterischen Künste, mit denen Kultivierende mithilfe ihrer Kraft Frequenzen modulieren, auch wenn vieles darüber noch unbestätigt ist.
…
Antwort der Magistratin :
Ich habe längst von ihrer göttlichen Schwertkunst und ihrer gewaltigen Macht gehört. Das dürfte ein Segen für das Xuanfang-Territorium sein. Und da das Dokument über das Ministerium für Hütende-Angelegenheiten übermittelt wurde, gehe ich davon aus, dass es ihre Anweisung enthält.
Antwort der Intendantin:
Das tut es. Es besteht kein Grund zur Sorge, Magistratin.
Overclock-Diagnosebericht
„Ein aktueller Bericht zur Übertaktungseinschätzung der Huaxu-Akademie aus dem Xuanfang-Territorium “
Die Probandin ist eine natürliche Resonatorin . Die Rabelle-Kurve bleibt im Zeitbereich konstant und weist einen gleichmäßigen Verlauf ohne Anomalien auf.
Resonanzkritikalität: Extrem hoch. Die Spitzenwerte nähern sich dem Schwellenwert asymptotisch an. Die Stabilität wird als hoch eingestuft. Im Abgleich mit den Aufzeichnungen der Akademie zeigen die Resonanzkritikalität und der mittlere Kurvenwert der Probandin im Lauf der Zeit einen synchronisierten Aufwärtstrend. Es liegen keine früheren Aufzeichnungen zu Übertaktung vor. Keine psychologische Beratung erforderlich.
Ärztliche Anmerkungen:
Die Kurve liegt dicht am Schwellenwert, die Spitzen steigen bis an die Obergrenze, überschreiten diese bemerkenswerterweise jedoch nie. Ein gewöhnlicher Resonator würde schon beim geringsten Gefühlsanstieg übertakten. Es heißt, Kultivierende stählen ihren Verstand, um ihre Kraft zu stabilisieren … Könnte Qingxiao die Vollkommene dies absichtlich tun?
Qingxiao Geschätzte Gegenstände & Gefälligkeiten

Aufzeichnungen über die Tacet-Dissonanzen von Huanglong
Die von der Pioneer Association veröffentlichten „Aufzeichnungen über die Tacet-Dissonanzen von Huanglong“ enthalten mehrere hundert Arten Tacet-Dissonanzen aus den Städten Huanglongs : wo sie vorkommen, wie sie sich verhalten, wozu sie fähig sind und wie man mit ihnen umgehen muss. Ein ebenso praktisches wie nützliches Nachschlagewerk, das seit Generationen immer wieder neu aufgelegt wird. Da sich die Sprache des Originals für Leser außerhalb Huanglongs jedoch als recht schwer verständlich erwies, erschien später eine vereinfachte Ausgabe. Kaum ein Entdecker oder Reisender setzt einen Fuß ins Gebiet Huanglongs, ohne ein Exemplar dabeizuhaben.
Der Legende nach verbirgt sich hinter der rätselhaften Autorin „Qing“ eine Einsiedlerin mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Es heißt, sie sei in jungen Jahren durch ganz Huanglong gereist, um die Tacet-Dissonanzen zu untersuchen, und habe anschließend ein Jahrhundert damit verbracht, ihre Erkenntnisse in diesem Werk niederzuschreiben.

Qingxu-Beutel der Wunder
Im Volk kursierte einst ein Gerücht: Der Beutel, den Meisterin Qingxiao bei sich trägt, sei aus einem seltenen und kostbaren Material gefertigt, das unempfindlich gegenüber Feuer und Wasser ist, und in ihm sei eine ganze Welt verstaut. Im Inneren, so hieß es, befänden sich berühmte Schwerter und Antiquitäten, die sie auf ihren Reisen gesammelt habe, sowie alle möglichen Talismane, die sie den Übeltätern abgenommen habe, die ihrer Strafe nicht entgangen waren.
Die Wahrheit ist weit weniger wundersam. Der Beutel enthält lediglich Kleinigkeiten, die sie gern griffbereit hat: eine zusammengefaltete Karte von Mengzhou , einen Kompass und den einen oder anderen Talisman. Lange bevor sich diese Legende verbreitete, war der Beutel lediglich aus einem Stück Stoff genäht worden, mit dem Qingxiao einst ihre Klinge putzte. Damals machte sie gerade ihre ersten Schritte als Schwertkämpferin und saß oft im Mondlicht da, um den Stoff sorgfältig über ihre Klinge gleiten zu lassen, bis nicht einmal mehr ein Staubkorn darauf zu finden war.

Friedenskordel
Eine schlichte rote Kordel, auf die Jadesteine aufgefädelt sind. Obwohl sanfte Schwertenergie in sie eingedrungen ist, hat der Lauf der Jahre sie dennoch ausgedünnt. Gewöhnliche Kreaturen der Finsternis und des Unheils halten sich schon beim bloßen Anblick von ihr fern. Nach einer alten Tradition Huanglongs banden Älteste ihren Kindern einen solchen Glücksbringer um, um das Böse fernzuhalten und Segen herbeizurufen, damit ihr Leben sicher und unbeschwert verlaufen würde.
Qingxiao hat diese Kordel all die Jahre aufbewahrt – als Erinnerung an die einzige weltliche Bindung, die ihr in diesem Leben noch geblieben ist.
Qingxiao Geschichte
Die Aufgabe einer Meisterin
Das Erscheinen der Xuan-Meisterin im Kriegsministerium war zweifellos ungewöhnlich.
Als Qingxiao von ihrem fliegenden Schwert herabstieg, ließen alle im Ministerium von ihrer Arbeit ab und drehten sich um, um sie anzusehen.
Ein Sparrensegler hatte ihr eine Nachricht von Kommandant Qiuhong überbracht, in der er sie zu einem bestimmtenTadelhof schickte, um sich dort mehrerer Dutzend entflohener Tacet-Dissonanzen anzunehmen. Sie war gekommen, um Bericht zu erstatten
„Es ist erledigt“, sagte Qingxiao.
Der Kommandant nickte dankbar, doch seine Stirn blieb gefurcht. Die Rotationen an den Tadelhöfen liefen schon seit Jahren schief. Entweder schlüpfte etwas während des Dienstwechsels durch oder ein Mechanismus versagte und tat etwas, was er nicht tun sollte. Die aktuelle Xuan-Triade war mutig und kämpfte wie aus einem Guss, doch einer der drei hatte eine schwere Wunde davongetragen und war ausgefallen. Die Lücke in der Formation wurde vorläufig von einer jungen Xuanfang-Wächterin ausgefüllt. Als Neuling stieß sie rasch an ihre Grenzen. Sehr lange würden sie nicht ohne ein vollwertiges drittes Mitglied auskommen.
All das war Qingxiao jedoch einerlei. Sie wollte gerade wieder auf ihr Schwert steigen, als eine zögerliche Stimme sie zurückrief.
„Lady Unsterbliche! Ähm, ich meine, Xuan-Meisterin. Ich würde gerne … die Schwertkunst von dir erlernen, wenn du mich aufnehmen würdest.“
Qingxiao wandte sich um und fand ein Mädchen mit einem strengen Pferdeschwanz vor, das mit einem Speer in der Hand wie bestellt und nicht abgeholt dastand.
„Ich kämpfe schon eine Weile an der Seite von Qingzhi und Duzhong. Ich glaube, sie sind immer noch vertrauter im Umgang mit dem Schwert, und ich benutze einen Speer, also …“
„Ich bin keine gute Lehrmeisterin“, sagte Qingxiao. „Und du musst die Schwertkunst nicht erlernen.“ Sie klang so unnahbar wie immer.
„Ach so. Verstehe …“ Das Licht in Liangyus Augen erlosch. „Danke. Ich werde mir etwas überlegen.“
„Aber ich könnte dir das Speerkämpfen beibringen.“
„… Hä?“
Die Frau vor ihr wirkte grazil wie ein Schwan und schien den Boden kaum zu berühren. Flink und ohne Widerstand folgte der silberne Speer ihren Bewegungen und hinterließ mondhelle Streifen in der Luft. Eine Bewegung ging nahtlos in die nächste über und löste sich genau im richtigen Moment. In ihrer Hand wirkte der Speer weniger wie eine Waffe als der Pinsel einer Kaligrafin.
Liangyu stand mit offenem Mund da. „Meisterin Qingxiao …, bist du auch im Speerkampf geübt?“
„Ich habe vor langer Zeit einmal zugesehen, wie jemand einen benutzt hat. Alle Kampfkünste der Welt teilen dieselben Wurzeln. Lass die Speerspitze genau in dem Moment eintreffen, in dem auch der Gedanke eintrifft, und dein Speer wird sich neben der Klinge eines anderen genauso gut behaupten wie jedes Schwert.“ Qingxiao streckte ihr den Speer entgegen. „Du bist dran.“
Liangyu nahm ihren ganzen Mut zusammen und führte die Formen aus, die Qingxiao ihr gezeigt hatte. Es wirkte hölzern und voller Patzer.
„Noch mal“, forderte Qingxiao.
Sie übten noch, als das Abendrot bereits einsetzte, doch bei Liangyu wollte der Groschen einfach nicht fallen. Und an einen sanften Einstieg war bei Qingxiao nicht zu denken. Ihre Speertechnik war einfach viel zu fortgeschritten für Liangyu; jede Bewegung folgte Prinzipien, die sie noch nicht verstehen konnte. Wieder und wieder versuchte sie, das Gefühl für die Kraftströmung in ihren Händen zu fassen. Und plötzlich, als sie gar nicht mehr darüber nachdachte, geschah es: Ihre Speerspitze riss die Luft mit einer Wucht entzwei, zu der sie nie zuvor fähig gewesen war.
Liangyu war völlig verdattert, bis Qingxiaos leiser Applaus sie in die Realität zurückholte.
„Du hast es begriffen.“
„Aber ich konnte deiner Vorführung überhaupt nicht folgen …“
„Wenn du ihr genau gefolgt wärst, hättest du es nicht auf deine eigene Art begriffen.“ Ein ungewohnter, fast sanfter Ausdruck lag auf Qingxiaos Gesicht. „Der Gedanke ist bereits da. Was fehlt, ist nur Zeit.“
Liangyu blickte sie an und nickte schließlich. Ein Teil eines größeren Ganzen war an den rechten Platz gerückt.
Einige Zeit später hieß das Kriegsministerium eine neueXuan-Aufseherin willkommen, bei deren Zeremonie die Xuan-Meisterin zugegen war – ein höchst ungewöhnlicher Umstand.
Aus der Ferne beobachtete Qingxiao Liangyu in ihrer strahlend silbernen Rüstung, die Brust vor Stolz geschwellt, und sah für einen Augenblick die Gestalt einer Person, die sie vor zweihundert Jahren gekannt hatte.
Wieder mischst du dich grundlos in die Belange der Sterblichen ein und sammelst sinnlos Karma.
Die Stimme in ihrem Ohr klang beinahe wie ihre eigene.
Eines Tages wird sie auf irgendeinem Schlachtfeld gegen die Tacet-Dissonanzen fallen. Genau wie Lingfang. Genau wie … Ruoyun.
Wie lange willst du sie diesmal beschützen? Und wie lange gelingt es dir wohl?
Qingxiao schwieg.
Als Qingxiao von ihrem fliegenden Schwert herabstieg, ließen alle im Ministerium von ihrer Arbeit ab und drehten sich um, um sie anzusehen.
Ein Sparrensegler hatte ihr eine Nachricht von Kommandant Qiuhong überbracht, in der er sie zu einem bestimmten
„Es ist erledigt“, sagte Qingxiao.
Der Kommandant nickte dankbar, doch seine Stirn blieb gefurcht. Die Rotationen an den Tadelhöfen liefen schon seit Jahren schief. Entweder schlüpfte etwas während des Dienstwechsels durch oder ein Mechanismus versagte und tat etwas, was er nicht tun sollte. Die aktuelle Xuan-Triade war mutig und kämpfte wie aus einem Guss, doch einer der drei hatte eine schwere Wunde davongetragen und war ausgefallen. Die Lücke in der Formation wurde vorläufig von einer jungen Xuanfang-Wächterin ausgefüllt. Als Neuling stieß sie rasch an ihre Grenzen. Sehr lange würden sie nicht ohne ein vollwertiges drittes Mitglied auskommen.
All das war Qingxiao jedoch einerlei. Sie wollte gerade wieder auf ihr Schwert steigen, als eine zögerliche Stimme sie zurückrief.
„Lady Unsterbliche! Ähm, ich meine, Xuan-Meisterin. Ich würde gerne … die Schwertkunst von dir erlernen, wenn du mich aufnehmen würdest.“
Qingxiao wandte sich um und fand ein Mädchen mit einem strengen Pferdeschwanz vor, das mit einem Speer in der Hand wie bestellt und nicht abgeholt dastand.
„Ich kämpfe schon eine Weile an der Seite von Qingzhi und Duzhong. Ich glaube, sie sind immer noch vertrauter im Umgang mit dem Schwert, und ich benutze einen Speer, also …“
„Ich bin keine gute Lehrmeisterin“, sagte Qingxiao. „Und du musst die Schwertkunst nicht erlernen.“ Sie klang so unnahbar wie immer.
„Ach so. Verstehe …“ Das Licht in Liangyus Augen erlosch. „Danke. Ich werde mir etwas überlegen.“
„Aber ich könnte dir das Speerkämpfen beibringen.“
„… Hä?“
Die Frau vor ihr wirkte grazil wie ein Schwan und schien den Boden kaum zu berühren. Flink und ohne Widerstand folgte der silberne Speer ihren Bewegungen und hinterließ mondhelle Streifen in der Luft. Eine Bewegung ging nahtlos in die nächste über und löste sich genau im richtigen Moment. In ihrer Hand wirkte der Speer weniger wie eine Waffe als der Pinsel einer Kaligrafin.
Liangyu stand mit offenem Mund da. „Meisterin Qingxiao …, bist du auch im Speerkampf geübt?“
„Ich habe vor langer Zeit einmal zugesehen, wie jemand einen benutzt hat. Alle Kampfkünste der Welt teilen dieselben Wurzeln. Lass die Speerspitze genau in dem Moment eintreffen, in dem auch der Gedanke eintrifft, und dein Speer wird sich neben der Klinge eines anderen genauso gut behaupten wie jedes Schwert.“ Qingxiao streckte ihr den Speer entgegen. „Du bist dran.“
Liangyu nahm ihren ganzen Mut zusammen und führte die Formen aus, die Qingxiao ihr gezeigt hatte. Es wirkte hölzern und voller Patzer.
„Noch mal“, forderte Qingxiao.
Sie übten noch, als das Abendrot bereits einsetzte, doch bei Liangyu wollte der Groschen einfach nicht fallen. Und an einen sanften Einstieg war bei Qingxiao nicht zu denken. Ihre Speertechnik war einfach viel zu fortgeschritten für Liangyu; jede Bewegung folgte Prinzipien, die sie noch nicht verstehen konnte. Wieder und wieder versuchte sie, das Gefühl für die Kraftströmung in ihren Händen zu fassen. Und plötzlich, als sie gar nicht mehr darüber nachdachte, geschah es: Ihre Speerspitze riss die Luft mit einer Wucht entzwei, zu der sie nie zuvor fähig gewesen war.
Liangyu war völlig verdattert, bis Qingxiaos leiser Applaus sie in die Realität zurückholte.
„Du hast es begriffen.“
„Aber ich konnte deiner Vorführung überhaupt nicht folgen …“
„Wenn du ihr genau gefolgt wärst, hättest du es nicht auf deine eigene Art begriffen.“ Ein ungewohnter, fast sanfter Ausdruck lag auf Qingxiaos Gesicht. „Der Gedanke ist bereits da. Was fehlt, ist nur Zeit.“
Liangyu blickte sie an und nickte schließlich. Ein Teil eines größeren Ganzen war an den rechten Platz gerückt.
Einige Zeit später hieß das Kriegsministerium eine neue
Aus der Ferne beobachtete Qingxiao Liangyu in ihrer strahlend silbernen Rüstung, die Brust vor Stolz geschwellt, und sah für einen Augenblick die Gestalt einer Person, die sie vor zweihundert Jahren gekannt hatte.
Wieder mischst du dich grundlos in die Belange der Sterblichen ein und sammelst sinnlos Karma.
Die Stimme in ihrem Ohr klang beinahe wie ihre eigene.
Eines Tages wird sie auf irgendeinem Schlachtfeld gegen die Tacet-Dissonanzen fallen. Genau wie Lingfang. Genau wie … Ruoyun.
Wie lange willst du sie diesmal beschützen? Und wie lange gelingt es dir wohl?
Qingxiao schwieg.
Nach dem Krieg
Der Regen fiel nach oben. Qingxiao stieß, mit ihrem Schwert in der Hand, einen Atemzug aus und blickte zu den beiden Monden empor, die am Nachthimmel hingen.
Der hellere der beiden war ein Vollmond, getaucht in violettes Licht, der den Großteil des Himmels verschlang. Es war Ovathrax, dessen kalter Blick auf die Geisterschluchten gerichtet war. Auf sie. Ganz gleich, wie viele Tacet-Dissonanzen ihre fliegenden Schwerter niedermähten – immer neue strömten nach und schlossen die entstandenen Lücken. Sie musste die Quelle der Macht desThrenodianers finden und sie vernichten. Andernfalls würden die Tacet-Dissonanzen niemals aufhören.
Schneller. Sie musste schneller sein. DieYuan-Festung wartete noch immer auf sie.
Schnee glitt von einem Ast auf ihre Schulter. Qingxiao öffnete, in Meditation versunken, die Augen, und die Erinnerung ließ sie los.
Kurz nachdem dieSchlacht der Festungen und Schluchten beendet worden war, wurde das Xuanfang-Territorium drei Tage lang von ungewöhnlich heftigem Schneefall heimgesucht, bis selbst der namenlose Gipfel, auf dem sie lebte, unter einer weißen Decke begraben lag.
Eine hochgewachsene Frau mit schwarzem Haar kam durch den Schnee auf sie zu und blieb mit anmutig vor dem Körper gefalteten Händen hinter ihr stehen.
„Du bist … Hsin“, sagte Qingxiao leise.
„Och, woran hast du mich denn erkannt, Lady Qingxiao? Am Geruch?“
Hsin schien sich diese Frage tatsächlich zu stellen und hob einen Arm, um hier und da an sich zu schnuppern. Währenddessen wurde ihr schwarzes Haar weiß, und ein Paar Fuchsohren, das sich nicht länger verbergen ließ, schob sich hindurch. Auch ihre Gewänder und ihr Gesicht verwandelten sich entsprechend. Qingxiao erhob sich und musterte gelassen die „Göttlichkeit“, die vor ihr stand.
„Als der Threnodianer kam“, sagte sie kühl, „wo warst du da?“
Ein eisiger Schwert-Willen sammelte sich unsichtbar und messerscharf in der Luft um sie beide.
„Ich war im Heiligtum, Qingxiao. Jeder … hat getan, was er konnte.“ Hsins Fuchsohren senkten sich ein wenig.
Die beiden hielten den Blickkontakt aufrecht, bis erneut Schnee von den Ästen glitt.
„… Ich habe vorschnell gesprochen“, sagte Qingxiao und senkte den Blick.
„Eigentlich bin ich gekommen, um dich etwas zu fragen.“ Hsin trat einen Schritt näher. „Das Xuanfang-Territorium muss von Grund auf wiederaufgebaut werden, und an Gefahren mangelt es ihm noch immer nicht. Deshalb möchte ich dem Kriegsministerium einen neuen Posten vorschlagen – einen, der für dich bestimmt ist. Die Xuan-Meisterin. Ein offizieller Rang würde vieles einfacher machen, denke ich.“
„Xuan-Meisterin …“
„Keine langweiligen Pflichten. Hilf Xuanfang einfach dann, wenn man dich wirklich braucht. Und falls du die Aufgabe irgendwann nicht mehr übernehmen möchtest, kannst du jederzeit wieder aufhören. Na, was meinst du?“
Qingxiao schwieg, und Hsin lächelte.
„Du musst nicht sofort antworten. Die Xuanfang-Feste steht schließlich inzwischen. Du könntest dorthin reisen und in Ruhe darüber nachdenken.“
Qingxiao schüttelte den Kopf. „… Nein. Hier ist es still. Abgelegen. Frei von den Unruhen der Welt. Dieser Ort eignet sich für die Kultivierung.“
„Schon wieder dieser Grund.“ Hsin schien es nicht zu stören. „Schon gut. Die Xuanfang-Feste wird dich jederzeit willkommen heißen.“
Daraufhin drehte sich Hsin um und ging los, als wolle sie abreisen. Nach wenigen Schritten blieb sie stehen und neigte den Kopf.
„In ein paar Monaten … ist wieder das Vollmondfest. Alle wünschen sich, dass du kommst. Feier mit uns, Qingxiao.“
Qingxiao sah zu, wie Hsin zum Schatten eines Fuchses verblasste und verschwand. Dann trat sie an den Rand der Klippe und blickte auf das Xuanfang-Territorium herab, aus dem noch immer der Rauch des Krieges aufstieg. Dort, wo einst die Yuan-Festung gestanden hatte, befand sich nun nichts als ein tiefer, stiller Abgrund. Ein langer Wind strich an ihrem Ohr vorbei. Er klang wie das Weinen eines Menschen.
Der hellere der beiden war ein Vollmond, getaucht in violettes Licht, der den Großteil des Himmels verschlang. Es war Ovathrax, dessen kalter Blick auf die Geisterschluchten gerichtet war. Auf sie. Ganz gleich, wie viele Tacet-Dissonanzen ihre fliegenden Schwerter niedermähten – immer neue strömten nach und schlossen die entstandenen Lücken. Sie musste die Quelle der Macht des
Schneller. Sie musste schneller sein. Die
Schnee glitt von einem Ast auf ihre Schulter. Qingxiao öffnete, in Meditation versunken, die Augen, und die Erinnerung ließ sie los.
Kurz nachdem die
Eine hochgewachsene Frau mit schwarzem Haar kam durch den Schnee auf sie zu und blieb mit anmutig vor dem Körper gefalteten Händen hinter ihr stehen.
„Du bist … Hsin“, sagte Qingxiao leise.
„Och, woran hast du mich denn erkannt, Lady Qingxiao? Am Geruch?“
Hsin schien sich diese Frage tatsächlich zu stellen und hob einen Arm, um hier und da an sich zu schnuppern. Währenddessen wurde ihr schwarzes Haar weiß, und ein Paar Fuchsohren, das sich nicht länger verbergen ließ, schob sich hindurch. Auch ihre Gewänder und ihr Gesicht verwandelten sich entsprechend. Qingxiao erhob sich und musterte gelassen die „Göttlichkeit“, die vor ihr stand.
„Als der Threnodianer kam“, sagte sie kühl, „wo warst du da?“
Ein eisiger Schwert-Willen sammelte sich unsichtbar und messerscharf in der Luft um sie beide.
„Ich war im Heiligtum, Qingxiao. Jeder … hat getan, was er konnte.“ Hsins Fuchsohren senkten sich ein wenig.
Die beiden hielten den Blickkontakt aufrecht, bis erneut Schnee von den Ästen glitt.
„… Ich habe vorschnell gesprochen“, sagte Qingxiao und senkte den Blick.
„Eigentlich bin ich gekommen, um dich etwas zu fragen.“ Hsin trat einen Schritt näher. „Das Xuanfang-Territorium muss von Grund auf wiederaufgebaut werden, und an Gefahren mangelt es ihm noch immer nicht. Deshalb möchte ich dem Kriegsministerium einen neuen Posten vorschlagen – einen, der für dich bestimmt ist. Die Xuan-Meisterin. Ein offizieller Rang würde vieles einfacher machen, denke ich.“
„Xuan-Meisterin …“
„Keine langweiligen Pflichten. Hilf Xuanfang einfach dann, wenn man dich wirklich braucht. Und falls du die Aufgabe irgendwann nicht mehr übernehmen möchtest, kannst du jederzeit wieder aufhören. Na, was meinst du?“
Qingxiao schwieg, und Hsin lächelte.
„Du musst nicht sofort antworten. Die Xuanfang-Feste steht schließlich inzwischen. Du könntest dorthin reisen und in Ruhe darüber nachdenken.“
Qingxiao schüttelte den Kopf. „… Nein. Hier ist es still. Abgelegen. Frei von den Unruhen der Welt. Dieser Ort eignet sich für die Kultivierung.“
„Schon wieder dieser Grund.“ Hsin schien es nicht zu stören. „Schon gut. Die Xuanfang-Feste wird dich jederzeit willkommen heißen.“
Daraufhin drehte sich Hsin um und ging los, als wolle sie abreisen. Nach wenigen Schritten blieb sie stehen und neigte den Kopf.
„In ein paar Monaten … ist wieder das Vollmondfest. Alle wünschen sich, dass du kommst. Feier mit uns, Qingxiao.“
Qingxiao sah zu, wie Hsin zum Schatten eines Fuchses verblasste und verschwand. Dann trat sie an den Rand der Klippe und blickte auf das Xuanfang-Territorium herab, aus dem noch immer der Rauch des Krieges aufstieg. Dort, wo einst die Yuan-Festung gestanden hatte, befand sich nun nichts als ein tiefer, stiller Abgrund. Ein langer Wind strich an ihrem Ohr vorbei. Er klang wie das Weinen eines Menschen.
Die innere Dämonin besiegen
Für einen Kultivierenden besteht die wahre Aufgabe darin, den Geist zu mäßigen und stets nach den äußersten Grenzen dessen zu streben, was eine Kraft vermag. Und auf diesem Weg muss man sich oft sich selbst stellen.
Vor langer Zeit, als Qingxiao gerade erst ihre Kultivierung in den Bergen begonnen hatte, übertrug ihr ihre Meisterin eine wichtige Aufgabe.
„Qing. Meine Kultivierung ist an eine Grenze gestoßen. Ich werde den Dämon in meinem Herzen vernichten und den Durchbruch erzwingen. Dafür musst du das Schwert halten.“
„Das Schwert halten?“
„Falls etwas schiefgeht und die innere Dämonin von mir Besitz ergreift, töte mich.“
Jingwei die Vollendete sagte dies mit so ruhiger Miene und fester Stimme, als spräche sie lediglich darüber, was es zum Abendessen geben sollte.
„Das kann ich nicht“, sagte Qingxiao und schüttelte den Kopf.
„Du hast deine Kultivierung zwar erst vor Kurzem begonnen, doch deine Schwertkunst ist außergewöhnlich. Du bist dieser Aufgabe gewachsen.“
„Nein. Wie könnte ich meiner eigenen Meisterin so etwas antun? Das ist … unvorstellbar.“
Jingwei lächelte – etwas, das sie nur selten tat. „Der Weg kennt keine Gefühle. Kultivierung gleicht einer Partie Weiqi. Ist ein Stein erst einmal gesetzt, kann er nicht zurückgenommen werden. Oder würdest du lieber zusehen, wie ich derÜbertaktung verfalle und den Verstand verliere, falls ich scheitere?“
Qingxiao schwieg lange und willigte schließlich ein.
Spät in der folgenden Nacht betrat Qingxiao, geleitet von einem Hauch Frequenz, den ihre Meisterin ihr hinterlassen hatte, Jingweis Bewusstsein.
Es war ein schneebedeckter Berg, dessen Gipfel bis in die Wolken ragte. Dichter Nebel lag nun über der gesamten Landschaft, sodass man kaum weiter als ein paar Schritte sehen konnte. Qingxiao saß auf dem Gipfel, das Schwert über die Knie gelegt, unruhig wartend, während ihre Meisterin und die Dämonin ihren Kampf austrugen.
Sollte ihre Meisterin verlieren – könnte sie dann wirklich die Klinge gegen sie erheben? Qingxiao wusste es nicht.
Nach der Zeit, die ein Räucherstäbchen zum Abbrennen braucht, zeichnete sich eine Gestalt im Nebel vor ihr ab. Sofort sprang sie auf, das Schwert in einer Hand, waagerecht in einer Ausgangshaltung vor der Brust. Der Nebel lichtete sich und die Konturen wurden schärfer, bis die Gestalt schließlich vollständig zu erkennen war.
„Qing. Es ist vollbracht“, sagte Jingwei ruhig.
Inzwischen hatte sich der Nebel auf dem Gipfel vollständig verzogen. Im Osten ging die Sonne auf, und die Morgenröte färbte den Himmel meilenweit blutrot.
„Meisterin, die Schüssel mit geschmortem Schweinebauch bei meinem Aufnahmebankett … Hat sie geschmeckt?“, fragte Qingxiao.
„Ich habe niemals geschmorten Schweinebauch bestellt“, antwortete Jingwei.
Es war wirklich ihre Meisterin. Das Schwert wäre Qingxiao beinahe aus der Hand geglitten, und sie stieß endlich den Atem aus, den sie die ganze Zeit zurückgehalten hatte.
„Begegnet auf dem Weg der Kultivierung jeder Kultivierende seiner inneren Dämonin?“,
fragte Qingxiao, während sie das Bewusstsein verließen.
„Sie wird aus dem eigenen Selbst geboren – aus deinem ebenso wie aus meinem. Lebst du lange genug, wirst auch du der deinen begegnen.“ Jingweis Gesicht blieb so unnahbar wie eh und je. Dass sie ihre Dämonin vernichtet hatte, schien nichts an ihr verändert zu haben.
„Und wenn man ihr gegenübersteht – gibt es dann wirklich kein anderes Ende, als dass eine Seite untergeht?“, fragte Qingxiao und senkte den Blick.
„Ja. Du kannst es noch so lange hinauszögern – irgendwann kommt der Tag, an dem du die Sache beenden musst.“
Nach einem Moment hob Qingxiao den Kopf. „Wenn die innere Dämonin ein Teil des eigenen Selbst ist, dann möchte ich herausfinden, ob es nicht doch einen anderen Weg gibt.“
Jingwei blieb daraufhin stehen und blickte die Schülerin neben sich mit zusammengekniffenen Augen an.
„Ein lobenswerter Gedanke. Aber an dem Tag, an dem deine Dämonin dich in ihren Fängen hält, werde ich keinen Finger rühren, um dir zu helfen.“
Diese Aussage war typisch für ihre Meisterin. Jingwei war die perfekte Kultivierende und ließ niemals zu, dass sich weltliche Bindungen oder karmische Schulden an sie hefteten. Nun, da sie die letzten abschweifenden Gedanken aus ihrem Herzen verbannt hatte, war sie kälter als zuvor. Qingxiao überraschte das nicht.
„Wenn dieser Tag kommt, dann tue es mir gleich. Such dir eine gute Schülerin.“
„… Was?“
Qingxiao blickte ihrer Meisterin ins Gesicht und glaubte, irgendwo hinter all ihrer Gelassenheit vielleicht doch den Hauch eines Lächelns zu erkennen.
Vor langer Zeit, als Qingxiao gerade erst ihre Kultivierung in den Bergen begonnen hatte, übertrug ihr ihre Meisterin eine wichtige Aufgabe.
„Qing. Meine Kultivierung ist an eine Grenze gestoßen. Ich werde den Dämon in meinem Herzen vernichten und den Durchbruch erzwingen. Dafür musst du das Schwert halten.“
„Das Schwert halten?“
„Falls etwas schiefgeht und die innere Dämonin von mir Besitz ergreift, töte mich.“
Jingwei die Vollendete sagte dies mit so ruhiger Miene und fester Stimme, als spräche sie lediglich darüber, was es zum Abendessen geben sollte.
„Das kann ich nicht“, sagte Qingxiao und schüttelte den Kopf.
„Du hast deine Kultivierung zwar erst vor Kurzem begonnen, doch deine Schwertkunst ist außergewöhnlich. Du bist dieser Aufgabe gewachsen.“
„Nein. Wie könnte ich meiner eigenen Meisterin so etwas antun? Das ist … unvorstellbar.“
Jingwei lächelte – etwas, das sie nur selten tat. „Der Weg kennt keine Gefühle. Kultivierung gleicht einer Partie Weiqi. Ist ein Stein erst einmal gesetzt, kann er nicht zurückgenommen werden. Oder würdest du lieber zusehen, wie ich der
Qingxiao schwieg lange und willigte schließlich ein.
Spät in der folgenden Nacht betrat Qingxiao, geleitet von einem Hauch Frequenz, den ihre Meisterin ihr hinterlassen hatte, Jingweis Bewusstsein.
Es war ein schneebedeckter Berg, dessen Gipfel bis in die Wolken ragte. Dichter Nebel lag nun über der gesamten Landschaft, sodass man kaum weiter als ein paar Schritte sehen konnte. Qingxiao saß auf dem Gipfel, das Schwert über die Knie gelegt, unruhig wartend, während ihre Meisterin und die Dämonin ihren Kampf austrugen.
Sollte ihre Meisterin verlieren – könnte sie dann wirklich die Klinge gegen sie erheben? Qingxiao wusste es nicht.
Nach der Zeit, die ein Räucherstäbchen zum Abbrennen braucht, zeichnete sich eine Gestalt im Nebel vor ihr ab. Sofort sprang sie auf, das Schwert in einer Hand, waagerecht in einer Ausgangshaltung vor der Brust. Der Nebel lichtete sich und die Konturen wurden schärfer, bis die Gestalt schließlich vollständig zu erkennen war.
„Qing. Es ist vollbracht“, sagte Jingwei ruhig.
Inzwischen hatte sich der Nebel auf dem Gipfel vollständig verzogen. Im Osten ging die Sonne auf, und die Morgenröte färbte den Himmel meilenweit blutrot.
„Meisterin, die Schüssel mit geschmortem Schweinebauch bei meinem Aufnahmebankett … Hat sie geschmeckt?“, fragte Qingxiao.
„Ich habe niemals geschmorten Schweinebauch bestellt“, antwortete Jingwei.
Es war wirklich ihre Meisterin. Das Schwert wäre Qingxiao beinahe aus der Hand geglitten, und sie stieß endlich den Atem aus, den sie die ganze Zeit zurückgehalten hatte.
„Begegnet auf dem Weg der Kultivierung jeder Kultivierende seiner inneren Dämonin?“,
fragte Qingxiao, während sie das Bewusstsein verließen.
„Sie wird aus dem eigenen Selbst geboren – aus deinem ebenso wie aus meinem. Lebst du lange genug, wirst auch du der deinen begegnen.“ Jingweis Gesicht blieb so unnahbar wie eh und je. Dass sie ihre Dämonin vernichtet hatte, schien nichts an ihr verändert zu haben.
„Und wenn man ihr gegenübersteht – gibt es dann wirklich kein anderes Ende, als dass eine Seite untergeht?“, fragte Qingxiao und senkte den Blick.
„Ja. Du kannst es noch so lange hinauszögern – irgendwann kommt der Tag, an dem du die Sache beenden musst.“
Nach einem Moment hob Qingxiao den Kopf. „Wenn die innere Dämonin ein Teil des eigenen Selbst ist, dann möchte ich herausfinden, ob es nicht doch einen anderen Weg gibt.“
Jingwei blieb daraufhin stehen und blickte die Schülerin neben sich mit zusammengekniffenen Augen an.
„Ein lobenswerter Gedanke. Aber an dem Tag, an dem deine Dämonin dich in ihren Fängen hält, werde ich keinen Finger rühren, um dir zu helfen.“
Diese Aussage war typisch für ihre Meisterin. Jingwei war die perfekte Kultivierende und ließ niemals zu, dass sich weltliche Bindungen oder karmische Schulden an sie hefteten. Nun, da sie die letzten abschweifenden Gedanken aus ihrem Herzen verbannt hatte, war sie kälter als zuvor. Qingxiao überraschte das nicht.
„Wenn dieser Tag kommt, dann tue es mir gleich. Such dir eine gute Schülerin.“
„… Was?“
Qingxiao blickte ihrer Meisterin ins Gesicht und glaubte, irgendwo hinter all ihrer Gelassenheit vielleicht doch den Hauch eines Lächelns zu erkennen.
Ein Herz, das sich selbst treu bleibt
Im Halbschlaf tiefer Meditation gleitet Qingxiao hin und wieder in ihre ältesten Erinnerungen zurück.
„Qing! Der alte Schwertkämpfer, den du davongejagt hast, ist wieder da!“
Als die Kinder des Dorfes ihr die Nachricht überbrachten, saß Qing im Schatten eines Baumes, blätterte in einem Schwerthandbuch und zeichnete die Bewegungsabläufe mit einem Stock nach. Die Jadekugeln an der roten Kordel um ihr Handgelenk fingen das gesprenkelte Sonnenlicht ein und schimmerten darin.
Das Handbuch beschrieb eine Vielzahl schwieriger Schwerttechniken. Sie hatte sie unzählige Male geübt und konnte die Bewegungen dennoch nur annähernd nachahmen, geschweige denn ihren wahren Geist erfassen.
„*Hust* Könntet ihr kurz auf meine Schafe aufpassen? Ich rede noch mal mit ihm.“
Die Erkältung, die sie sich im Monat zuvor eingefangen hatte, war noch nicht ganz überstanden, und sie musste ein paarmal husten, ehe sie es unterdrücken konnte.
Einige Tage zuvor hatte der alte Schwertkämpfer, ein Fremder, im kleinen Gasthaus des Dorfes etwas Medizinwein getrunken und anschließend, vom Alkohol beflügelt, versucht, seine Zeche anschreiben zu lassen. Alle Bediensteten des Gasthauses, die ihn aufhalten wollten, setzte er außer Gefecht, ohne auch nur einmal sein Schwert zu ziehen. Schließlich war Qing ihm lediglich mit einem Stock und der Schwertkunst, die sie auswendig beherrschte, entgegengetreten, hatte ihm in die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger gestoßen und ihm das Schwert aus der Hand geschlagen.
Der alte Schwertkämpfer saß wieder mitten in der Gaststube und hielt sein Schwert im Arm. Doch diesmal lag noch ein zweites Schwert auf dem Tisch.
„Setz dich. Ich habe schon eine ganze Weile auf dich gewartet, Mädchen. Was du da eingesetzt hast, war keine gewöhnliche Schwertkunst.“
„Und was geht dich das an?“
Ohne das geringste Zögern setzte Qing sich ihm gegenüber.
„Erlaube mir eine Frage. Warum lernst du den Umgang mit dem Schwert?“
„Um stark zu werden … und um Unruhestifter in die Schranken zu weisen. Leute wie dich.“
Der alte Schwertkämpfer lachte trocken. „Das reicht nicht. Selbst wenn dein Schwert tausend oder gar zehntausend Mann aufhalten könnte, würde das niemals reichen. Nicht in einer Welt wie dieser. Die Schwierigkeiten, die auf dich zukommen, werden immer größer sein als die Klinge, die du führst.“
„Zumindest …“, sagte Qing, „kann ich die Menschen beschützen, die mir nahestehen.“
Daraufhin schob der alte Schwertkämpfer ihr das Schwert auf dem Tisch zu.
„Gut. Dann vergiss niemals, was du heute gesagt hast. Übe von nun an mit diesem Schwert. Ein Stock wird niemals eine echte Klinge ersetzen.“
Qing hob das „Schwert“ auf, traute dem alten Schwertkämpfer jedoch noch immer nicht so ganz. Es fühlte sich schwer an, und sie würde einige Zeit brauchen, um sich daran zu gewöhnen. Dann fiel ihr etwas Seltsames auf.
„Das … ist eigentlich eher einDao. “
Es wirkte schlicht und unscheinbar; nur ein einzelner goldener Akzent am Handschutz stach heraus. Und doch schien eine gewaltige Kraft in ihm zu ruhen.
„Wenn du lernen willst, mit {Male=seinem;Female=ihrem} Schwert umzugehen, wird dir dieses hier den Einstieg erleichtern.“
Eines Tages jedoch überrannten Tacet-Dissonanzen das Dorf, in dem Qing geboren wurde, und sie machte sich auf die Reise. Damals reichte ihre Schwertkunst kaum aus, um gegen die Tacet-Dissonanzen selbst am Leben zu bleiben. Trotz aller Anstrengungen gelang es ihr nur, ein gutes Dutzend ihrer Nachbarn zu retten. Nicht mehr. Während sie sie aus dem Dorf führte, sah sie in der Ferne mehrere gewaltige Säulen aus Schwertenergie in den Himmel schießen. Kurz darauf ebbte der Angriff ab. Aus irgendeinem Grund musste sie dabei an den alten Schwertkämpfer denken.
„Qing! Der alte Schwertkämpfer, den du davongejagt hast, ist wieder da!“
Als die Kinder des Dorfes ihr die Nachricht überbrachten, saß Qing im Schatten eines Baumes, blätterte in einem Schwerthandbuch und zeichnete die Bewegungsabläufe mit einem Stock nach. Die Jadekugeln an der roten Kordel um ihr Handgelenk fingen das gesprenkelte Sonnenlicht ein und schimmerten darin.
Das Handbuch beschrieb eine Vielzahl schwieriger Schwerttechniken. Sie hatte sie unzählige Male geübt und konnte die Bewegungen dennoch nur annähernd nachahmen, geschweige denn ihren wahren Geist erfassen.
„*Hust* Könntet ihr kurz auf meine Schafe aufpassen? Ich rede noch mal mit ihm.“
Die Erkältung, die sie sich im Monat zuvor eingefangen hatte, war noch nicht ganz überstanden, und sie musste ein paarmal husten, ehe sie es unterdrücken konnte.
Einige Tage zuvor hatte der alte Schwertkämpfer, ein Fremder, im kleinen Gasthaus des Dorfes etwas Medizinwein getrunken und anschließend, vom Alkohol beflügelt, versucht, seine Zeche anschreiben zu lassen. Alle Bediensteten des Gasthauses, die ihn aufhalten wollten, setzte er außer Gefecht, ohne auch nur einmal sein Schwert zu ziehen. Schließlich war Qing ihm lediglich mit einem Stock und der Schwertkunst, die sie auswendig beherrschte, entgegengetreten, hatte ihm in die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger gestoßen und ihm das Schwert aus der Hand geschlagen.
Der alte Schwertkämpfer saß wieder mitten in der Gaststube und hielt sein Schwert im Arm. Doch diesmal lag noch ein zweites Schwert auf dem Tisch.
„Setz dich. Ich habe schon eine ganze Weile auf dich gewartet, Mädchen. Was du da eingesetzt hast, war keine gewöhnliche Schwertkunst.“
„Und was geht dich das an?“
Ohne das geringste Zögern setzte Qing sich ihm gegenüber.
„Erlaube mir eine Frage. Warum lernst du den Umgang mit dem Schwert?“
„Um stark zu werden … und um Unruhestifter in die Schranken zu weisen. Leute wie dich.“
Der alte Schwertkämpfer lachte trocken. „Das reicht nicht. Selbst wenn dein Schwert tausend oder gar zehntausend Mann aufhalten könnte, würde das niemals reichen. Nicht in einer Welt wie dieser. Die Schwierigkeiten, die auf dich zukommen, werden immer größer sein als die Klinge, die du führst.“
„Zumindest …“, sagte Qing, „kann ich die Menschen beschützen, die mir nahestehen.“
Daraufhin schob der alte Schwertkämpfer ihr das Schwert auf dem Tisch zu.
„Gut. Dann vergiss niemals, was du heute gesagt hast. Übe von nun an mit diesem Schwert. Ein Stock wird niemals eine echte Klinge ersetzen.“
Qing hob das „Schwert“ auf, traute dem alten Schwertkämpfer jedoch noch immer nicht so ganz. Es fühlte sich schwer an, und sie würde einige Zeit brauchen, um sich daran zu gewöhnen. Dann fiel ihr etwas Seltsames auf.
„Das … ist eigentlich eher ein
Es wirkte schlicht und unscheinbar; nur ein einzelner goldener Akzent am Handschutz stach heraus. Und doch schien eine gewaltige Kraft in ihm zu ruhen.
„Wenn du lernen willst, mit {Male=seinem;Female=ihrem} Schwert umzugehen, wird dir dieses hier den Einstieg erleichtern.“
Eines Tages jedoch überrannten Tacet-Dissonanzen das Dorf, in dem Qing geboren wurde, und sie machte sich auf die Reise. Damals reichte ihre Schwertkunst kaum aus, um gegen die Tacet-Dissonanzen selbst am Leben zu bleiben. Trotz aller Anstrengungen gelang es ihr nur, ein gutes Dutzend ihrer Nachbarn zu retten. Nicht mehr. Während sie sie aus dem Dorf führte, sah sie in der Ferne mehrere gewaltige Säulen aus Schwertenergie in den Himmel schießen. Kurz darauf ebbte der Angriff ab. Aus irgendeinem Grund musste sie dabei an den alten Schwertkämpfer denken.
Wärme unter der Kälte
Eines Tages, nachdem diese Person gegangen war, kehrte Qingxiao zu der kleinen Hütte auf dem Gipfel zurück. Als sie sich setzte, blickte ihr aus dem alten Spiegel auf der anderen Seite des Raumes eine andere Frau entgegen.
Im Spiegel hatte die blauhaarige Frau im mondweißen Gewand violette Augen. Sie blickte Qingxiao direkt an.
„Reicht dir das?“
„Ja.“
„Nein, nein. Du trägst noch eine Menge mit dir herum.“
„Qingxiao, warum hast du {Male=ihn;Female=sie} zwar zu {Male=deinem Schüler;Female=deiner Schülerin} gemacht, es aber nie ausgesprochen? Dass du selbst einmal daran gedacht hast, {Male=seine;Female=ihre} … Schülerin zu werden?“
„Ich habe schon eine Meisterin.“
„Ha! Meisterin Jingwei hat nie behauptet, dass sie dir den Umgang mit dem Schwert beigebracht hat.“
„Du hast dieser Person erzählt, dass das Handbuch ein glücklicher Zufall gewesen sei. Aber du hast nie von den Nächten erzählt, in denen du als junges Mädchen Seite für Seite studiert hast und dich fragtest, wer {Male=er;Female=sie} wohl sein könnte.“
„Du hast {Male=ihm;Female=ihr} erzählt, dass du ganzHuanglong nach {Male=seinen;Female=ihren} Spuren abgesucht hast. Aber du hast nie erzählt, dass du damals den Berg nicht nur verlassen hast, um die Frage zu beantworten, die deine Meisterin an den Himmel gerichtet hatte. Du wolltest {Male=ihn;Female=sie} finden.“
„Hm. Das hat Qingxiao … tatsächlich einmal gedacht.“
„Hätte sich die Gelegenheit ergeben, wäre das ein Pfad gewesen, den zu beschreiten sich gelohnt hätte.“
„Warum also? Wenn du diese Gedanken noch immer in dir trägst, warum sprichst du sie dann nicht aus?“
„Es ist nicht so, dass ich es nicht wagen würde. Ich kann es einfach nicht.“
„{Male=Er;Female=Sie} hat sich entschieden, noch einmal von vorn zu beginnen. Ich werde {Male=ihn;Female=sie} nicht mit solch alten Angelegenheiten belasten.“
„Also gut.“
„Schon bald wird {Male=er;Female=sie} sich erneut auf den Weg machen – um dieser Welt willen. Und was wirst du als Meisterin?“
„… Die Gegenwart in Ehren halten. {Male=Mein Schüler;Female=Meine Schülerin} war schon immer dazu bestimmt, in die Ferne zu ziehen, und ich habe meine eigene Aufgabe im Xuanfang-Territorium.“
„Die kurze Zeit, die wir gemeinsam gereist sind, genügt, um all die hinter mir liegenden Jahre aufzuwiegen.“
„Ich habe genug von deinen großspurigen Rechtfertigungen. Und von deiner ständigen Beherrschtheit.“
„Ich werde mich selbst nicht belügen. Und außerdem …“
Qingxiao legte die Fingerspitzen auf die Saiten und begann zu spielen. Klare, anmutige Musik erfüllte die kleine Hütte.
Die Frau im Spiegel seufzte leise und lächelte dann.
Berge und Meere lassen sich überwinden. Auf jeden Abschied folgt eine neue Begegnung.
Alles, was gesagt und ungesagt blieb, hatte sie längst den einst verhedderten Saiten anvertraut.
Im Spiegel hatte die blauhaarige Frau im mondweißen Gewand violette Augen. Sie blickte Qingxiao direkt an.
„Reicht dir das?“
„Ja.“
„Nein, nein. Du trägst noch eine Menge mit dir herum.“
„Qingxiao, warum hast du {Male=ihn;Female=sie} zwar zu {Male=deinem Schüler;Female=deiner Schülerin} gemacht, es aber nie ausgesprochen? Dass du selbst einmal daran gedacht hast, {Male=seine;Female=ihre} … Schülerin zu werden?“
„Ich habe schon eine Meisterin.“
„Ha! Meisterin Jingwei hat nie behauptet, dass sie dir den Umgang mit dem Schwert beigebracht hat.“
„Du hast dieser Person erzählt, dass das Handbuch ein glücklicher Zufall gewesen sei. Aber du hast nie von den Nächten erzählt, in denen du als junges Mädchen Seite für Seite studiert hast und dich fragtest, wer {Male=er;Female=sie} wohl sein könnte.“
„Du hast {Male=ihm;Female=ihr} erzählt, dass du ganz
„Hm. Das hat Qingxiao … tatsächlich einmal gedacht.“
„Hätte sich die Gelegenheit ergeben, wäre das ein Pfad gewesen, den zu beschreiten sich gelohnt hätte.“
„Warum also? Wenn du diese Gedanken noch immer in dir trägst, warum sprichst du sie dann nicht aus?“
„Es ist nicht so, dass ich es nicht wagen würde. Ich kann es einfach nicht.“
„{Male=Er;Female=Sie} hat sich entschieden, noch einmal von vorn zu beginnen. Ich werde {Male=ihn;Female=sie} nicht mit solch alten Angelegenheiten belasten.“
„Also gut.“
„Schon bald wird {Male=er;Female=sie} sich erneut auf den Weg machen – um dieser Welt willen. Und was wirst du als Meisterin?“
„… Die Gegenwart in Ehren halten. {Male=Mein Schüler;Female=Meine Schülerin} war schon immer dazu bestimmt, in die Ferne zu ziehen, und ich habe meine eigene Aufgabe im Xuanfang-Territorium.“
„Die kurze Zeit, die wir gemeinsam gereist sind, genügt, um all die hinter mir liegenden Jahre aufzuwiegen.“
„Ich habe genug von deinen großspurigen Rechtfertigungen. Und von deiner ständigen Beherrschtheit.“
„Ich werde mich selbst nicht belügen. Und außerdem …“
Qingxiao legte die Fingerspitzen auf die Saiten und begann zu spielen. Klare, anmutige Musik erfüllte die kleine Hütte.
Die Frau im Spiegel seufzte leise und lächelte dann.
Berge und Meere lassen sich überwinden. Auf jeden Abschied folgt eine neue Begegnung.
Alles, was gesagt und ungesagt blieb, hatte sie längst den einst verhedderten Saiten anvertraut.
Qingxiao Sprachaufnahmen
Gedanken: I
Jahrhunderte sind vergangen, seit ich Huanglong zum letzten Mal bereist habe. Es muss sich viel verändert haben. Sobald hier alles geregelt ist, möchte ich wieder reisen – in weit entfernte Reiche vielleicht, oder an all jene Orte, an denen du seit deinem Erwachen gewesen bist. Man sagt, eine gewisse Gesegnete Jungfrau von Rinascita habe ihre Schwertkunst von den Gezeiten gelernt. Es wäre mir eine Freude, sie persönlich zu treffen und Erkenntnisse auszutauschen.
Gedanken: II
Ich spiele auf der Qin, um mich auf meine Schwertkunst zu besinnen, die eins mit meinem Geist ist. So fließen meine tiefsten Gedanken in die Melodie ein. Ich hätte nie gedacht, dass jemand sie erkennen würde – bis ich dich traf. Eine wahrlich verwandte Seele trifft man selten. Wenn der Himmel wieder klar ist und der Mond die Nacht erleuchtet, werde ich wieder für dich spielen.
Gedanken: III
Als die Xuanfang-Feste belagert wurde, kam ich zu spät und fand dich noch immer kämpfend inmitten einer verwüsteten Landschaft vor. In diesem Moment schlüpfte ich in die Rolle, die du während des Krieges um die Feste und die Schluchten innehattest, und du in meine. Endlich verstand ich, was du damals empfunden hast. Seitdem hast du alles für eine Zukunft gegeben, die nie sicher war. Selbst wenn wir die Flut nur für einen einzigen Moment aufhalten können … ist das keineswegs vergeblich.
Gedanken: IV
Erkennst du diese Haltung? Ja, das ist die, die ich immer eingenommen habe, bevor ich den Weg der Kultivierung einschlug. Sie war auch der Grund, warum ich überhaupt zum ersten Mal ein Schwert in die Hand nahm. Unser nächstes Duell wird kein Duell der Kräfte sein, sondern eines, bei dem es allein um Schwertkunst und Fokus geht. Der Verlierer kehrt jedes gefallene Blatt vor den Toren der Trainingshalle zusammen. Nun, {Male=mein Schüler;Female=meine Schülerin} … wehre diesen Schlag ab.
Gedanken: V
{Male=Mein Schüler;Female=Meine Schülerin}, ich weiß, dass Xuanfang-Territorium nur eine Zwischenstation auf deiner langen Reise ist und dass der Tag kommen wird, an dem du weiterziehst. Die Zeit, die wir hier zusammen verbracht haben, war kostbar. Monate, Jahre – vielleicht sogar wieder ein ganzes Jahrhundert – mögen vergehen, bevor wir uns wiedersehen. Nun ja … Ich weiß nicht, wann dieser Tag kommen wird – nur dass er kommen wird. Wenn es soweit ist, können wir uns durch unsere Klingen von unseren Reisen erzählen. Ein einziger Zusammenprall unserer Schwerter wird mehr sagen, als tausend Worte es je könnten.
Qingxiao‘s Hobby
Neben meiner Kultivierung verbringe ich oft Zeit damit, meine Erinnerungen und Gedanken festzuhalten. Und seit ich die Kunst der Luftkalligrafie beherrsche, benutze ich nur noch selten Papier und Tinte. Stattdessen kanalisiere ich meine Schwertenergie, um die Vergangenheit in mein Bewusstsein zu meißeln. Was dort eingraviert ist, hat Bestand. Wie der Morgennebel verblasst auch alles andere mit der Zeit, doch solange sich jemand an sie erinnert, wird sie nie wirklich verschwinden.
Qingxiao‘s Problem
Diese Hörner sind eine Manifestation meiner Kraft. Sie sind schon seit einem Jahrhundert so. Aber in letzter Zeit scheinen sie zu wachsen. Noch ein paar Zentimeter mehr, und es könnte schwierig für mich werden … mich an ihre neue Größe zu gewöhnen. Vielleicht könnte ich sie mit meinem Schwert ein wenig stutzen … Nein, vergiss es.
Lieblingsessen
Ich habe keine besonderen Vorlieben, was Essen angeht. Die Kultivierung verlangt von uns, weltliche Begierden zu unterdrücken, und oft faste ich über mehrere Jahre hinweg. Wenn mir aber etwas in Erinnerung geblieben ist, dann war es das Essen, das ich bei „Yuans Aromen“ während eines Vollmondfests in der Yuan-Festung gegessen habe. Die Festung selbst ist längst gefallen, aber die Aromen sind mir bis heute in Erinnerung geblieben.
Ungeliebtes Essen
Die Küche von Chongzhou ist würzig und scharf – etwas, woran ich mich nie so richtig gewöhnen konnte. Als Hsin eines Tages davon erfuhr, mischte sie heimlich etwas Chilisoße aus Chongzhou in ein paar Gebäckstücke, die sie mir zum Probieren gab. Ich habe mir damals nichts anmerken lassen, musste danach aber ganz schön viel Tee trinken …
Ideale
Den Weg erkennen und unsterblich werden … Das ist wohl das Ziel, das die meisten Kultivierenden anstreben, und ich war da keine Ausnahme. Doch der Weg ist grenzenlos. Hat man einen großen Berg erklommen, wartet dahinter schon der nächste. Wir sind alle nur Reisende auf diesem Weg. Manche sind einfach ein Stückchen weiter gekommen als andere. Jetzt schärfe ich meine Klinge und meinen Geist nur noch aus einem Grund – um inneren Frieden zu finden.
Chat: I
Als ich meine Ausbildung bei meiner Meisterin begann, fiel es mir schwer, meinen Geist zur Ruhe zu bringen. Doch anstatt ihr davon zu erzählen, fing ich an, Seidenbänder zu tragen, die eine beruhigende Wirkung haben sollten. Und es hat funktioniert. Im weiteren Verlauf meiner Ausbildung nahm ich eines nach dem anderen ab, bis nur noch das Band an meinem linken Handgelenk übrig war. Erst später erfuhr ich, dass meine Meisterin die ganze Zeit davon gewusst hatte. Sie erklärte mir, dass die Bänder überhaupt keine besonderen Kräfte besaßen. Es war mein Glaube an sie, dem ich die Konzentration verdankte, meine abschweifenden Gedanken loszulassen. Ich trage es auch heute noch, um mich daran zu erinnern, dass die wahre Essenz der Kultivierung ein reiner Geist ist.
Chat: II
Während meiner Zeit in Xuanfang-Territorium stieg ich gelegentlich vom Berg herab, um den Einheimischen zu helfen. Mit der Zeit machten sich viele Gerüchte über mich breit. Die meisten davon waren maßlos übertrieben. Manche verehrten mich als Unsterbliche und zündeten mir zu Ehren Räucherstäbchen in ihren Häusern an, während andere die Xuan-Meisterin als allmächtig ansahen. Anfangs wehrte ich mich noch gegen diese Gerüchte, aber irgendwann ließ ich sie einfach gewähren. Schließlich gibt der Glaube daran, dass eine Unsterbliche über Xuanfang wacht, den Menschen den Trost, den sie brauchen.
Über Hsin
Hsin handelt stets aus einer Laune heraus und verfügt im Gegensatz zu den anderen Hütenden von Huanglong über eine ganze Fülle an Emotionen. Sie war es, die mich als Erste einlud, den Ehrentitel der Xuan-Meisterin der Xuanfang-Feste anzunehmen. Damals kam sie oft den Berg hinauf, um mir stundenlang Anekdoten und Geschichten aus der Gegend zu erzählen – es schien mir immer, als hätte sie unendlich viele Geschichten auf Lager. Erst wenn ich auf der Qin spielte, wurde sie still. Manchmal zeichnete sich ein Anflug von Einsamkeit auf ihrem Gesicht ab, während sie der Musik lauschte … Sie dachte immer, sie hätte das erfolgreich vor mir verborgen.
Über Changli
Die Flamme, die sie beherrscht, ist in der Tat eine seltene und gefährliche Kraft. Meine „Kunst der Stille“ konnte den brennenden Schmerz, den sie empfand, jedoch nur lindern. Um nicht von ihm verzehrt zu werden, bleibt ihr nichts anderes übrig, als ihren Geist zu beruhigen und den Fluss ihrer Resonanzkraft zu kontrollieren. Ihre bereits verbrannte Lebenszeit lässt sich zwar nicht wiederherstellen, doch da sie ihre Kraft nun nach Belieben einsetzen kann, wird es ihr von nun an gut gehen – solange sie sich ihrer Grenzen bewusst ist. Auch das verdankt sie dir.
Über Yangyang
Als ich sie zum ersten Mal traf, dachte ich, der Xuanling-Vogel sei zurückgekehrt. Sie versteht, wie die Welt funktioniert, und hört die unausgesprochenen Stimmen ihrer Mitmenschen. Ihre Schwertkunst wirkt sanft, zeichnet sich jedoch gleichzeitig durch eine unübertroffene Entschlossenheit aus. Irgendetwas scheint sie anzutreiben und unaufhörlich einer fernen Reise entgegenzudrängen. Vielleicht ist es gar nicht so, dass sie dem Xuanling-Vogel ähnelt … vielleicht ähnelt der Xuanling-Vogel ihr.
Über Buling
Dieses Kind ist außergewöhnlich begabt und aufgeweckt. Sie hat bereits die Grundlagen ihrer Donnerzauber gemeistert, auch wenn sie diese nur selten zur Schau stellt. Zuerst habe ich sie gründlich auf die Probe gestellt, um das wahre Ausmaß ihres Potenzials zu ermitteln. Hätte sie sich ganz ihrer Kultivierung gewidmet, hätte sie vielleicht schon in wenigen Jahren das Niveau ihrer Meisterin erreicht. Doch dieser Weg ist offensichtlich nicht der richtige für sie. Neulich hat sie mir ein leuchtendes Ritterschwert geschickt und gemeint, es sei ein Souvenir aus Rinascita . Na ja … zumindest hat sie an mich gedacht.
Über Jingran
Vor Jahren kreuzten sich die Wege seines Meisters mit meinen, als er mich beiläufig um eine Weissagung bat, bevor er ins Reich der Trugbilder aufbrach. Ich kenne mich nur wenig mit dieser Kunst aus, aber dennoch kam ich seiner Bitte nach … Das Ergebnis war ein schlechtes Omen. Doch er grinste nur und zog weiter. Später trat dieser junge Mann in die Fußstapfen seines Meisters, wobei das Lächeln in seinem Gesicht noch entschlossenere Züge annahm. Auch wenn der vor ihm liegende Weg gefährlich und das Leben vergänglich ist, frei und ungebunden zu leben … ist wohl auch ein gut gelebtes Leben.
Was Ruoyun betrifft ...
Ruoyun wurde von ihrem Dorf großgezogen, weshalb sie alles daran setzte, sich dafür mit ihren mechanischen Künsten zu revanchieren. Auch heute noch geht vieles von dem, was du in Xuanfang siehst, auf ihre Arbeit zurück. Ihre verstorbenen Eltern gaben ihr den Namen Ruoyun in der Hoffnung, sie möge so leicht und frei leben wie dahinziehende Wolken, doch letztlich war ihre Entscheidung alles andere als leicht. Und die Schwert-Unsterbliche, die sie damals aufsuchte … konnte sie auch nicht beschützen.
Über Jingwei
Meine Meisterin hat schon einen großen Teil ihres Weges hinter sich. Da sie sich von allen weltlichen Bindungen abgewendet und das Karma überwunden hat, ist sie eine wahre Unsterbliche. Sie war es, die mir die Atemübungen und die „Kunst der Stille“ auf der Qin beigebracht hat, auch wenn ich ihren Lehren nicht immer Beachtung geschenkt habe. Ja, sie ist immer noch gesund. Falls du sie jemals treffen solltest, richte ihr bitte meine Grüße aus.
Geburtstagswünsche
Heute ist dein Geburtstag. Komm, setz dich. Ich spiele dir ein Lied vor. Du bist ständig auf Achse, um dieser Welt einen Dienst zu erweisen, und hast dabei nur selten Zeit für dich. Jetzt ruh dich mal eine Weile aus. Die Schüssel Nudeln auf dem Tisch? Ja, Langlebigkeitsnudeln. Ich habe den Teig selbst geknetet und die Nudeln mit meinen fliegenden Schwertern zurechtgeschnitten … Da es mein erster Versuch war, kann ich nicht sagen, wie sie schmecken. Warum probierst du sie nicht mal? Mein Schüler, es gibt in dieser Welt keinen Zauber, der dir Segen bringen kann. Aber aus tiefstem Herzen wünsche ich dir, dass in deinem langen Leben alles so läuft, wie du es dir wünschst, und dass sich alle deine Hoffnungen erfüllen.
Entspannen: I
*Emotion*
Entspannen: II
Zerstöre die Illusionen, offenbare ihre wahre Gestalt … und binde sie.
Entspannen: III
*Emotion*
Selbstvorstellung
Qingxiao, Xuan-Meisterin, Suchende des Weges. Der endlose Fluss der Zeit hat dich zu mir zurückgebracht. Nimm dein Schwert und lass uns diesen Weg gemeinsam gehen.
Begrüßung
Die Saiten der Qin erzählen von längst vergangenen Zeiten. Meine Klinge bringt ewigen Frieden.
Beitritt zum Team: I
Lass uns diesen Weg noch einmal gemeinsam gehen.
Beitritt zum Team: II
Der Weg, der vor uns liegt, ist ungewiss. Bleib in meiner Nähe.
Beitritt zum Team: III
Wie wäre es mit einer Melodie, bevor wir aufbrechen?
Aufstieg: I
Kultivierung braucht Zeit. Wenn du täglich übst, wirst du schon bald Fortschritte sehen.
Aufstieg: II
Diese Schwertkunst hat uns zusammengeschweißt. Möge diese Kraft dich begleiten – als Dank für alles, was du mir gegeben hast.
Aufstieg: III
Mein Bewusstsein nimmt Form an … Dank dir kann ich meiner inneren Dämonin ohne Angst begegnen.
Aufstieg: IV
Es heißt, eine Meisterin müsse ihre Schüler nicht in den Schatten stellen. Und doch habe ich von dir weit mehr gelernt, als ich dir je beigebracht habe. Sag mir, {Male=mein Schüler;Female=meine Schülerin} … wie kann ich mich bei dir revanchieren?
Aufstieg: V
Einst bereiste ich die Welt in dem Glauben, meine Schwertkunst sei unübertroffen. Ich hielt sie sogar für göttlich. Wie naiv ich doch war. Wie der Himmel ist auch der Weg des Schwertes grenzenlos. Schwertkunst ist nur dann göttlich, wenn sie das schützt, was uns lieb und teuer ist, und jene, die wir lieben. {Male=Mein Schüler;Female=Meine Schülerin} … sollte es jemand wagen, dir etwas anzutun, wird er meine Klinge zu spüren bekommen.
Standardangriff: I
Schimmerndes Licht.
Standardangriff: II
Durchbruch.
Standardangriff: III
Spalten.
Standardangriff: IV
Ich bin die Klinge.
Standardangriff: V
In Licht auflösen.
Standardangriff: VI
Vernichten.
Standardangriff: VII
Das Böse auslöschen.
Schwerer Angriff: I
Konzentriere dich.
Schwerer Angriff: II
Eins mit dem Schwert.
Schwerer Angriff: III
Ich bereite dir ein schnelles Ende.
Schwerer Angriff: IV
Durchdringende Melodien, sich erhebender Stahl.
Schwerer Angriff: V
Reines Licht, lass den Himmel erbeben.
Schwerer Angriff: VI
Wie vielen Treffern kannst du standhalten?
Luftangriff: I
Windsturm.
Luftangriff: II
Wolkenbruch.
Luftangriff: III
Durchbrich den Nebel.
Luftangriff: IV
Durchbohre den Himmel.
Resonanzskill: I
Jage den Sternen nach.
Resonanzskill: II
Beherrsche den Wind.
Resonanzskill: III
Reite auf der Klinge.
Resonanzskill: IV
Himmlisches Urteil.
Resonanzskill: V
Der Himmel steigt herab.
Resonanzskill: VI
Durchqueren.
Resonanzskill: VII
Zerstreuen.
Resonanzbefreiung: I
Akkorde, reinigt den Schmutz.
Resonanzbefreiung: II
Schwerter, säubert das Reich.
Resonanzbefreiung: III
Mein ganzer Wille in einem Schlag.
Intro-Skill: I
Durch meine Hand vernichtet.
Intro-Skill: II
Moduswechsel.
Ausweichen
Vorhersehbar.
Gegenangriff: I
Neutralisieren.
Gegenangriff: II
Vernichte!
Ausweichen Angriff: I
Ich bin dran.
Ausweichen Angriff: II
… Stille.
Getroffen
Mein Fehler.
Verletzt: I
Anpassen und überwinden.
Verletzt: II
Keine Sorge … Ich brauche nur einen Moment.
Verletzt: III
Dann werde ich noch schneller zuschlagen.
Gefallen: I
Meine Klinge … kennt keine Reue …
Gefallen: II
Immer … zu spät …
Gefallen: III
Die Saiten … sind gerissen …
Echo-Beschwörung
Höre auf meine Worte.
Echo-Verwandlung
Verwandle dich nach Belieben.
Feinde in der Nähe
Hüte dich vor dem Bösen.
GLEITEN
… Mit dem Schwert fliegt man schneller.
SENSOR
… Ich habe es gespürt.
Sprinten I
Legen wir einen Zahn zu.
Sprint: II
Hole den Wind ein.
Sprint: III
Sei schneller als das Licht.
Vorratstruhe: I
Was für ein glücklicher Zufall.
Vorratstruhe: II
Nimm es. Du wirst schon eine Verwendung dafür finden.
Vorratstruhe: III
Hm … ein echter Glücksfall.