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Informationen

Suisui

Suisui VA

Chinesisch: Sun Yanqi
Japanisch: Fukuen Misato
Koreanisch: Park Ji Yoon
Englisch: Emily Piggford

Suisui Forte-Untersuchungsbericht

Resonanzkraft

Festmahl der Harmonie

Resonanz-Bewertungsbericht

[Kraftbewertungsbericht RA1034-G] Das Tacet-Zeichen der Probandin befindet sich in der Mitte ihrer Stirn. Sie verfügt über die einzigartige Fähigkeit, mit Gewässern in ihrer Umgebung in Resonanz treten zu können, wodurch sie die Strömungen und das kinetische Potenzial von flüssigem Wasser erfassen kann. Sie ist in der Lage, Luftfeuchtigkeit, Regen oder Bäche in einem kontrollierten Gewässer zu kondensieren und so sintflutartige Regengüsse in sanften Nieselregen oder reißende Stromschnellen in beruhigte Gewässer zu verwandeln. Die Resonanzfrequenz der Probandin zeichnet sich durch eine starke ästhetische Harmonie aus. Sobald sie auf ihre Resonanzenergie zurückgreift, öffnen sich ihr Wasserfächer und ihre wallenden Ärmel in einer fließenden Bewegung, wodurch Landschaften inmitten der nebligen Wellen entstehen – als würde ein umfangreiches Meisterwerk zum Leben erweckt. Ihre Rabelle-Kurve weist einen sanften, stetigen Aufwärtstrend auf, bevor sie sich schließlich auf einem gleichmäßigen, hohen Niveau einpendelt. Es kann bestätigt werden, dass sie eine natürliche Resonatorin ist. „Die Frequenz ist fast völlig frei von Schwankungen oder Unterbrechungen und zeigt sich durchgehend gleichmäßig und stabil … Mm, sie spiegelt das Temperament der Probandin perfekt wider.“ – Auszug aus einem Gespräch mit einem Arzt der Huaxu-Akademie

Overclock-Diagnosebericht

Das Wellenformdiagramm der Probandin weist ein gleichmäßiges und elliptisches Muster auf. Die Werte sind durchweg klar und konsistent, und es gibt keine Anzeichen für ungewöhnliche Störungen oder Interferenzen. Zusammenfassung der Diagnose: Die Probandin weist eine niedrige Übertaktungsschwelle auf, die mit einer äußerst hohen Widerstandsfähigkeit gegenüber Resonanzfrequenzen einhergeht. Das Risiko von unvorhersehbaren Schwankungen wird als nicht vorhanden eingestuft. Eine rückblickende Überprüfung ergab keine Hinweise auf eine frühere Übertaktung. Basierend auf dem Gesamtprofil der Wellenform zeichnet sich die Probandin durch eine stabile psychologische Verfassung, außergewöhnliche emotionale Belastbarkeit und ein hohes Maß an Selbstbeherrschung aus.

Suisui Geschätzte Gegenstände & Gefälligkeiten

Anhänger aus grüner Jade
Anhänger aus grüner Jade
Schon seit sie ein Kind war, liebte Suisui es, hübsche Schmuckstücke und andere Kostbarkeiten zu sammeln. Von gefärbten Federn bis hin zu funkelnden Edelsteinen – alles fand in ihrer kleinen Schatzkiste einen Platz. Mit der Zeit wuchs ihre Sammlung zu einem glänzenden Vorrat an Jade und Schmuck an, mit dem sie Yangyang immer wieder liebevoll schmückte. Ihr Lieblingsstück unter all diesen Schätzen war und blieb jedoch der Anhänger aus grüner Jade, den ihr ihre Eltern geschenkt hatten. Die Jade war warm und glatt wie sanftes Wasser und nahm die Form eines Vogels an, der jeden Moment davonfliegen würde. „Trage diese Jade nah an deinem Herzen und lasse deiner Seele freien Lauf. Mögest du deine Flügel ausbreiten wie der Chongming-Vogel, und möge dein Weg immer klar und frei von Hindernissen sein.“
„Frieden und Wohlstand“
„Frieden und Wohlstand“
Ein Fächer, gefertigt von den besten Kunsthandwerkern in Mengzhou. Seine Vorderseite ziert eine mit hauchdünnen goldenen und smaragdgrünen Fäden bestickte Landschaft. Ferne Berge ragen wie dunkle Jade empor, Nebel hängt über den nahe gelegenen Gewässern, und ein paar Koi-Fische gleiten gemächlich durchs Flussgras. Ein Meisterwerk von atemberaubender Schönheit. In dem Jahr, als Suisui die Leitung der Handelsgilde übernahm, drohte eine gewaltige Krise alles zum Einsturz zu bringen, was sie mühsam aufgebaut hatte. Konkurrenten verstärkten ihren Druck, und Verbündete wandten sich einer nach dem anderen von ihr ab. Drei Tage lang hatte sie sich in ihr Arbeitszimmer zurückgezogen, kurz davor, das Kapitulationsdokument zu unterschreiben. Doch am vierten Morgen, als sie das Fenster aufstieß, um frische Luft hereinzulassen, fiel ihr Blick auf diesen alten Fächer, der auf ihrem Schreibtisch lag. Sie erinnerte sich daran, ihn mit dem allerersten Gold gekauft zu haben, das sie je verdient hatte – damals, als ihr jüngeres Ich verkündet hatte, sie würde „die Flüsse und Berge in ihrer Handfläche halten“. Suisui umklammerte den Fächer und leitete ihre Kraft in ihn hinein. Als sie sah, wie die gestickten Wellen langsam zum Leben erwachten, kamen ihre wirren Gedanken endlich zur Ruhe. Am Ende gelang es ihr, die Krise zu überwinden. Von diesem Tag an trug sie den Fächer, auf dessen Oberfläche silberne Wellen, fliegende Vögel und schwimmende Fische zum Leben erwacht waren, stets bei sich. Wenn sie ihn betrachtete, war ihr, als blicke sie auf die friedliche Welt, die sie so sehr liebte.
Briefe zwischen Schwestern
Briefe zwischen Schwestern
Als Suisui zwölf war, färbten sie und Yangyang zwei Stapel Briefpapier mit frischem Pfirsichblütensaft. Vorsichtig nahm Suisui ihren Pinsel in die Hand und zeichnete zwei kleine Vögel in die Ecke des Papiers, die sich aneinanderkuschelten. Der rechte war sie, der linke ihre kleine Schwester. Jahre später brach Yangyang nach Jinzhou auf, um eine Vorreiterin zu werden, während Suisui ihre Reisen als Händlerin fortsetzte. Sie schrieben sich regelmäßig Briefe, und Suisui faltete jede Nachricht ihrer Schwester sorgfältig zusammen, um sie zusammen mit den anderen Briefen aufzubewahren. Viele Jahre sind vergangen, und das Briefpapier ist längst aufgebraucht. Da sie sich nicht dazu durchringen kann, das letzte leere Blatt zu verbrauchen, bewahrt Suisui es sicher auf ihrem Schreibtisch auf. Die beiden aneinandergekuschelten Vögel in der Ecke waren mit der Zeit verblasst, abgegriffen von unzähligen liebevollen Berührungen. Doch jedes Mal, wenn sie die Briefe ihrer Schwester hervorholt, um sie zu lesen, hat sie das Gefühl, dass diese beiden unbeholfenen, schief gezeichneten Vögel sich fest umarmen – ganz gleich, wie viele Meilen zwischen ihnen liegen.

Suisui Geschichte

Frühling
Die Frühlingstage zogen langsam und gemütlich dahin, und die Blumen in einem Innenhof von Mingting erblühten in ihrer ganzen Pracht.

Suisui saß mit gesenktem Kopf an ihrem Schreibtisch, einen Pinsel in der Hand und einen orangefarbenen Farbfleck auf der Wange. Nachdem sie stundenlang konzentriert gemalt hatte, stand sie auf, um ihr Meisterwerk zu bewundern – ein Farbenspiel aus sich überlagernden Blau-, Grün- und tiefen Rottönen. Es war schwer zu erkennen, was es darstellen sollte, aber es strahlte eine behagliche Wärme aus. Zufrieden mit ihrem Werk schnappte sich Suisui das Papier und stürmte nach draußen.

„Yangyang! Yangyang –“

Im Nu war das Papier in Yangyangs Händen. Suisui lehnte sich gegen den Qin-Tisch und sah ihre Schwester an. „Erkennst du, was das ist?“
Yangyang betrachtete das Bild und tippte mit ihrer Fingerspitze erst auf einen goldenen Fleck rechts, dann auf einen weißen links. „Das sind … zwei kleine Vögel, die sich aneinanderkuscheln.“
Suisuis Augen leuchteten auf, und sie schlug mit der Hand auf den Tisch. „Richtig! Es sind Vögel! Ich wusste, dass die Erwachsenen alle blind sind! Die haben gesagt, das seien Küken!“
„Nein, das sind keine Küken“, sagte Yangyang, legte das Bild auf den Tisch und neigte den Kopf. „Bei einem Küken hängt der Schwanz nach unten. Die hier sind aufgerichtet.“
„Stimmt genau!“ Suisui hätte nichts lieber getan, als ihre Schwester hochzuheben und im Kreis herumzuwirbeln. „Nur du verstehst meine Kunst!“
Trotz des überschwänglichen Lobs lächelte Yangyang nur sanft. Sie zeigte auf ein goldenes Cluster auf der rechten Seite. „Bist du das hier, Schwester?“
„Mm-hmm! Das rechts bin ich, und das links bist du.“ Suisui beugte sich weiter vor und zeigte mit dem Ende ihres Pinsels auf den schneeweißen Vogel. „Siehst du, wie anmutig er ist? Genau wie du.“

So verstrich in ihrer Kindheit der Frühling. Draußen hingen schwere Büschel rosafarbener und weißer Blüten zwischen den grünen Blättern herab. Bei jedem Windhauch wurden ihre Blütenblätter auf den Qin-Tisch, die Zeichnungen der Mädchen und in ihre Haare geweht. Das sanfte Sonnenlicht tauchte den Innenhof in einen goldenen Schimmer. Unter dem Dachvorsprung zwitscherten die Vögel, und ihr Gesang verschmolz mit den herüberwehenden Klängen von Yangyangs Qin. Suisui machte es sich auf der Veranda gemütlich, hielt ihr Kunstwerk ins Licht und beobachtete, wie die Farben durch das Papier sickerten.

Damals vergingen die Tage sehr langsam. Stück für Stück rückten die Schatten vor und trugen ganze Nachmittage davon. Und dann, bevor man sich versah, waren schon viele Frühlinge vergangen.
Sommer
Als der Sommer kam, wurde es im Innenhof so heiß und drückend wie in einem großen Bambusdämpfer.

Das unaufhörliche Zirpen der Zikaden erfüllte von morgens bis abends die Luft. Selbst die Lotusblüten im Wasserspeicher unter dem Dachvorsprung hingen lustlos herab, womit sie Suisuis Stimmung perfekt widerspiegelten. Diese lag zusammengesunken auf der Fensterbank und starrte in den von der Sonne gefluteten Himmel. Hinter ihr saß Yangyang, die auf ihrer Qin übte. Sie hatte dieselbe Melodie schon sieben- oder achtmal wiederholt, und ihre Töne schienen in der drückenden Hitze dahinzuschmelzen. Als Suisui dem Spiel ihrer Schwester lauschte, hatte sie das Gefühl, ihr Gehirn würde wie die Musik in der Hitze zerfließen.

„Gehst du raus, Schwester?“, fragte Yangyang, als sie hörte, wie Suisui sich aufrappelte.
„Zum Fluss“, antwortete Suisui und warf ihr über die Schulter ein Lächeln zu, wobei ihr langes Haar über ihre Strickjacke fuhr. „Da ist wenigstens ein bisschen Wind. Hier drinnen ist es mir zu stickig.“
„Aber die Sonne ist viel zu –“
„Die wird mich schon nicht umbringen!“ Ihre Stimme verlor sich bereits hinter der Mauerecke.

Das Flussufer war nicht weit, gerade mal zwei Gassen weiter. Suisui ging zügig und klopfte dabei rhythmisch mit ihrem Fächer gegen ihre Handfläche. Kaum hatte sie das Ufer betreten, schlug ihr eine kühle, feuchte, vom Duft des Schilfs erfüllte Brise entgegen.

Am Kai herrschte reges Treiben. An einem nahe gelegenen Stand klapperte ein Händler mittleren Alters auf einem Abakus herum und rief zeilenweise Zahlen aus, während die Perlen nur so flogen. Wie hypnotisiert trat Suisui näher. Ihre Lippen bewegten sich und murmelten leise, während sie im Geiste mitzählte.

Als der Händler die letzte Perle einrastete und aufblickte, schnappte er überrascht nach Luft, als er ihren strahlenden, konzentrierten Blick bemerkte. „Wo kommst du denn plötzlich her, kleines Mädchen?“
„Herr Liu, das sind dreihundertsiebenundzwanzig Stoffballen, richtig?“, warf Suisui ein und ignorierte seine Frage.
Herr Liu blickte von seinem Handelsbuch zu ihr auf, und unter seinem Schnurrbart zeichnete sich ein Lächeln ab. „Hast du mit meinem Abakus mitgezählt?“
„Das musste ich gar nicht. Ich habe im Kopf mitgerechnet, während du die Zahlen laut vorgelesen hast“, grinste Suisui völlig unbeeindruckt. „Und diese Ladung Teeblätter wiegt 106,5 Jin, oder? Das habe ich im Vorbeigehen mitbekommen.“
Herr Liu legte seinen Abakus beiseite und musterte sie. „Du bist ganz schön clever … Sag mal, möchtest du nicht in meinem Laden arbeiten?“
„Wie viel würde ich denn im Monat verdienen?“
Die Umstehenden brachen in Gelächter aus. Auch Herr Liu lachte leise und stupste sie neckisch mit seinem Fächer an. „Na gut, kleine Chefin, ab mit dir. Mach mir bloß keinen Ärger.“

Amüsiert fächelte Suisui sich Luft zu und schlenderte zum benachbarten Kräuterstand hinüber. Aus Neugier fragte sie seinen Besitzer, warum er nicht die Landwege nutzte, um seine Waren schneller zu transportieren.

„Die Landwege sind zwar schneller, aber auch holpriger“, erklärte ihr der Standbesitzer geduldig. „Und Kräuter sind empfindlich. Wenn sie unterwegs zu Staub zerfallen, sind sie keine Kupfermünze mehr wert.“

Suisui griff nach einem Kraut, roch daran und legte es vorsichtig wieder zurück. „Sieben Tage über Wasser, drei Tage über Land. Aber beschädigte Ware verliert mehr als die Hälfte ihres Wertes, also lohnt sich der Zeitaufwand.“ Sie rechnete kurz im Kopf nach und fand die Logik des Handels ausgesprochen faszinierend.

Allmählich versank am Horizont die Sonne, und die Menschenmenge am Flussufer lichtete sich. Die letzten Frachtschiffe lösten ihre Taue, ihre Segel blähten sich in der Abendbrise und ihre langen Schatten glitten über das in goldenes Licht getauchte Wasser. Suisui saß auf den steinernen Stufen und legte endlich ihren Fächer beiseite. Sie legte den Kopf in den Nacken und verfolgte die Schiffe, wie sie das flache Wasser hinter sich ließen, das Herz des Flusses durchquerten und schließlich zu dunklen Flecken am Horizont zusammenschrumpften.

„Wohin die wohl fahren …?“

Niemand antwortete ihr, aber sie kannte die Antwort bereits. Diese Schiffe transportierten Getreide, Stoffe und Kräuter, die von überall her stammten – aus dem Norden, dem Süden, den Bergen und von den Küsten. Sie würden große Flüsse durchqueren und Gebirgsketten überwinden, um weit entfernte Orte zu erreichen, die sie noch nie gesehen hatte.

„Eines Tages werde ich auch auf einem dieser Schiffe sein und mit einer Frachtliste in der Hand am Bug stehen.“

Bevor die Dunkelheit endgültig hereinbrach, stand Suisui auf und klopfte den Staub von ihrem Rock. Die steinernen Stufen strahlten noch immer die letzte Wärme der Nachmittagssonne aus. Sie drehte sich um und blickte ein letztes Mal auf den Fluss zurück. Unter dem grenzenlosen nächtlichen Himmelszelt tanzten vereinzelte Lichter wie Sterne auf dem dunklen Wasser. Es war unglaublich schön – eine friedliche Welt und ein Leben, das sie von ganzem Herzen liebte.
Herbst
Als der Herbst in Minting Einzug hielt, wirbelte der Wind abgefallene gelbe Blätter gegen das Gitterfenster, bevor er sie davontrug – als würde jemand langsam die Seiten eines alten Buches umblättern.

Yangyang würde nach Jinzhou gehen, um eine Vorreiterin zu werden. Die Entscheidung war vor einem halben Monat gefallen. Obwohl die Familie kein Wort darüber verlor, gingen alle unablässig ihren Beschäftigungen nach, als könnten sie so ihre Abreise hinauszögern. Im Zimmer half Suisui ihrer Schwester beim Packen. Die Truhe aus Kampferholz hatte den ganzen Tag offen gestanden, und der getrocknete Beifuß am Boden verströmte einen frischen, herben Duft. Eins nach dem anderen schüttelte sie Yangyangs Kleidungsstücke aus und legte sie sorgfältig zusammen. Gelegentlich drang das Zirpen eines einsamen Insekts herein, das sich nur ungern damit abfinden wollte, dass es Herbst wurde.

Das Sonnenlicht, das den Duft des Kampferholzes mit sich trug, fiel sanft auf Suisuis Hand. Als sie aufblickte, fiel ihr Blick auf die mittlere Säule der Halle. Reihe um Reihe waren Kerben in das Holz geschnitzt, die sich von der Höhe ihrer Knie bis zu ihren Ohren erstreckten. Die untersten beiden stammten von Yangyang, als sie sieben und neun Jahre alt gewesen war – aus Angst, seine Tochter zu verletzen, hatte ihr Vater nur ganz leichte Einkerbungen gemacht. Suisui erinnerte sich, dass Yangyang damals kaum aufrecht stehen konnte und Halt an der Säule gesucht hatte. Doch schon als kleines Kind war sie außergewöhnlich sanft gewesen und hatte Suisuis Herz mit stillem Stolz erfüllt: Ja, das ist meine geliebte kleine Schwester.

Weiter oben war Suisuis Kerbe, die entstanden war, als sie vierzehn Jahre alt gewesen war – in jenem Jahr, in dem sie rebelliert und angekündigt hatte, von zu Hause fortzugehen, um Medizin zu studieren. Ihr Vater hatte ihr nicht widersprochen, sondern sie einfach einen halben Tag lang vor der Säule stehen lassen. Sie betrachtete die übereinanderliegenden Kerben und dachte darüber nach, wie sie Zentimeter um Zentimeter gewachsen war. Irgendwie wurde ihr klar, dass sich die Jahre sowohl schnell als auch langsam anfühlten – sie war groß geworden, doch sie hatte immer noch viel zu lernen.

Ganz oben rückten Yangyangs Kerben immer näher zusammen. Die aus dem letzten Winter, die Yangyang selbst gemacht hatte, lag kaum einen halben Finger unter der von Suisui. Im Frühling waren sie genau gleich groß.
Von draußen drang vereinzelter Vogelgesang herein. Suisui stieß die Tür auf, und die Herbstsonne schien ihr mit einer flüchtigen Wärme ins Gesicht. Unter dem Dachvorsprung sprang ein Blaurückenvogel von einem Ast, wobei er eine Handvoll raschelnder gelber Blätter mit sich riss.

Yangyang durchquerte gerade den Hof. An der Treppe blieb sie stehen, sah ihre ältere Schwester unter dem Vordach der Veranda und ging hinüber. Suisui schenkte ihr ein sanftes Lächeln.
„Wann brichst du auf?“
„Morgen früh.“
Suisui stieß ein leises „Oh“ aus. Sie wollte noch mehr sagen, doch die Worte lösten sich auf ihrer Zunge auf. Stattdessen streckte sie die Hand aus und rückte Yangyangs Mantelkragen zurecht. Yangyang blieb regungslos stehen und wartete. Erst als Suisui ihre Hände zurückzog, sagte Yangyang mit leiser Stimme: „Ich komme wieder.“
Suisui lächelte. „Nun denn. In Jinzhou weht ein rauer Wind. Pass gut auf dich auf.“
Yangyang nickte. Als sie ihre Eltern nach ihr rufen hörte, drehte sie sich um, um zu ihnen zu gehen. Sie ging langsam und aufrecht, schon ganz in der Haltung einer Vorreiterin.

Und wieder einmal war Suisui allein. Der Blaurückenvogel kehrte auf seinen Ast zurück und zwitscherte mit hoch erhobenem Kopf. Welke Blätter bedeckten die Stufen. Sie bückte sich, um eines aufzuheben, und überlegte, in welchem Buch sie es pressen sollte, bevor ihr klar wurde, dass es eigentlich egal war.

Schließlich geht der Herbst immer vorbei.

Suisui stand auf. Von weit hinter den Mauern drang das entfernte Wiehern eines Pferdes herüber, das wie ein Echo aus Jinzhou klang. Sie wusste, dass das unmöglich war, doch sie stand noch lange da und lauschte, bevor sie sich wieder dem Zimmer zuwandte.

Die Kampfertruhe stand immer noch offen und wartete darauf, dass sie sie schloss.
Winter
Der Winter in Mengzhou brachte nur selten Schnee, doch in jenem Jahr legte sich in nur wenigen Stunden eine weiche, weiße Decke über den See. Der Bootsmann ruderte langsam und schwieg, um diese winterliche Stille nicht zu stören.

Suisui saß am Bug, einen weißen Porzellankrug auf dem Schoß. Der Dampf, der aus dem Ausguss aufstieg, löste sich im gleichen Moment auf, in dem er die kalte Luft berührte. Sie schenkte ihrer Besucherin eine Tasse ein und füllte dann ihre eigene. Das leise Plätschern des Tees, als er auf das Porzellan traf, war kaum zu hören, übertönte aber mühelos das Geräusch der Ruder, die sanft durchs Wasser glitten.

Die Verhandlungen liefen nicht gut. Die Gegenseite wollte einfach keine Zugeständnisse machen, und die Situation war nun schon seit drei Tagen unverändert. An diesem Morgen hatte Suisui eine Einladung verschickt und vorgeschlagen, die Angelegenheit erst einmal zurückzustellen und sich auf dem See zu treffen. Die in einen grauen Umhang gehüllte Besucherin erschien mit einer wohldurchdachten Verspätung kurz bevor die Sonne im Westen unterging und nickte nur kurz, als sie an Bord kam.

Das kleine Boot trieb auf die Mitte des Sees zu. Ein leichter Nebel breitete sich über dem Wasser aus und ließ die Silhouetten der fernen Berge immer mehr verschwimmen. In einer so ungewöhnlich beschaulichen Umgebung ließ Suisui das Geschäftliche selbstverständlich beiseite. Mit ihrer gewohnt scharfsinnigen und redegewandten Art brach sie das Eis, indem sie von ihrer Heimatstadt erzählte. Sie beschrieb ihre Gewässer, die so klar waren, dass man jeden einzelnen Kieselstein auf dem Grund zählen konnte. Sie sprach von ihrer Kindheit und davon, wie sie den Handelskarawanen beim Entladen am Flussufer zugesehen hatte, während die aufgestapelten Säcke meterhoch über ihren Kopf aufragten und das klare, bezaubernde Klimpern der Abakus-Perlen durch die Luft hallte. Sie erzählte von dem Tag, an dem sie in leichtem Nieselregen ihr Zuhause verlassen hatte, als der Schleier des Regens selbst die Gesichter ihrer Eltern verschwimmen ließ, die sich von ihr verabschiedeten. Diese fernen Geschichten waren über Jahre hinweg an Bord ihres schaukelnden Ruderboots mitgereist und schließlich an diesem schneebedeckten See in Mengzhou angekommen.

„Je mehr ich von dieser Welt sehe, desto mehr liebe ich sie“, murmelte Suisui. „Ich möchte, dass gute Dinge dorthin gelangen, wo sie hingehören – Getreide in hungernde Länder, Medizin an die Betten der Kranken, Stoffe zu den Bedürftigen. Aber all das geschieht nicht von selbst. Jemand muss die nötigen Verbindungen herstellen, und ich möchte meinen Teil dazu beitragen.“

Die Besucherin antwortete nicht, sondern setzte nur ihre Teetasse auf ihrem Knie ab und blickte über das Wasser. Suisui beobachtete, wie sich ihre Finger am Rand der Tasse verkrampften und wieder lockerten, bevor sie schließlich ein leises Seufzen ausstieß.

Als das Boot anlegte, war der Schnee dichter geworden und fiel jetzt wie zarte Watte in großen Flocken vom Himmel. Als die Besucherin auf die Steintreppe trat, blickte sie zu ihr zurück und brach endlich das Schweigen: „Wir reden morgen weiter.“ Dann öffnete sie ihren Regenschirm und verschwand im Schneesturm. Suisui sah zu, wie die graue Silhouette in der weißen Landschaft verschwand, und wusste, dass sich das Blatt gewendet hatte.

Suisui stand noch lange am Ufer, bevor sie sich schließlich auf den Weg machte. Ihre Unterkunft lag östlich des Sees, und als sie durch die Tür trat, waren ihre Schuhe klatschnass. Sie kniete sich vor den Kamin, um ein Feuer zu entfachen. Nach einigen Funken fing das Feuer endlich an zu prasseln, und die wohlige Wärme der Glut breitete sich im Zimmer aus. Zuerst wärmte sie ihre Handrücken, und schließlich auch ihr Gesicht. Während draußen vor dem Fenster der Schnee fiel, lehnte sie sich an den Kamin, und ihre Augenlider wurden schwer.

In ihrem Traum war es Sommer in ihrer Heimatstadt. Die Sonne stand hoch am Himmel, und die Luft im Haus war erfüllt vom intensiven Duft abgestandenen Holzes. Karawanen luden Teeziegel ab, Hafenarbeiter trugen schwere Salzsäcke auf den Schultern, und der Kaufmann warf an Schnüren aufgereihte Kupfermünzen auf die Theke – ein rhythmisches Klimpern, das lieblicher klang als jede Musik.

Die kleine Suisui, die einem Erwachsenen gerade mal bis zur Hüfte reichte, stand unter dem Fenster des Kontors. Auf Zehenspitzen stehend spähte sie über das Fensterbrett ins Innere und war wie gebannt. Sie ignorierte jeden, der ihren Namen rief, während ihre Augen vor lauter Konzentration und Begeisterung leuchteten.

Damals verstand sie noch nichts von der Welt des Handels. Sie wusste nur, dass sich die faszinierendsten Dinge der Welt hinter diesem kleinen Fensterrahmen verbargen. Der Kaufmann blickte auf, bemerkte ihren neugierigen Blick und lächelte. Er griff in seinen Pinseltopf und schob einen alten Pinsel durch das Fenster. Suisui streckte die Hand aus, um ihn entgegenzunehmen. Der Pinsel war dicker als ihre Finger und fühlte sich unglaublich schwer in ihrer Hand an. Sie hielt ihn fest umklammert und richtete sich langsam unter dem Fenster auf.

Plötzlich drangen das Klirren von Kupfermünzen, das Läuten der Maultierglocken, das Rufen der Händler und die rhythmischen Gesänge der Hafenarbeiter zu ihr durch und umhüllten ihre zierliche Gestalt. Sie lächelte, wobei sich ihre Augen zu Halbmonden verengten, und verspürte eine unbändige Freude.
Ihre Wanderung durch die Jahreszeiten
Die Nacht senkte sich über das Xuanfang-Territorium, als die Dämmerung Stück für Stück über den Horizont hereinbrach. Suisui ging die Hauptstraße entlang, und ihre Schritte klackerten leise auf den blaugrünen Steinplatten. Das bernsteinfarbene Abendrot des Himmels tauchte die Straße in ein warmes Licht, entlang derer unbeleuchtete Laternen unter den Dachvorsprüngen im Wind schaukelten. Die Läden schlossen für die Nacht ihre Türen. Die Verkäufer trugen hölzerne Ladenbretter hin und her, während ihr ungezwungenes Geplauder im Abendwind verhallte. Suisui bewegte sich durch die tanzenden Schatten, und ihre sich auf dem Boden abzeichnende Silhouette wurde langsam länger.

Das Vollmondfest rückte näher. Stapel bunter Seidenstoffe säumten die Ladenfronten, während die Besitzer die Stoffballen zählten, die sie ins Innere trugen. Eine Gruppe Kinder huschte an ihr vorbei, blieb dann aber wie angewurzelt an der Straßenecke stehen. Mit großen Augen starrten sie auf eine Reihe dampfender mechanischer Kessel und schluckten schwer, bevor sie sich schließlich mit widerwilligen Blicken davon lösten.

Suisui blieb am Stand stehen und schaute dem Treiben eine Weile zu. Der Verkäufer bot „Brokat-Fleischbällchen“ an – glänzende, zarte, mit Frühlingszwiebeln garnierte Frikadellen, die fein säuberlich in einem Bambusdämpfer lagen.

„Ein Korb Brokat-Fleischbällchen, bitte.“
Fröhlich packte der Verkäufer ihre Bestellung zusammen. Suisui nahm den warmen Beutel entgegen, bezahlte und schob ihm dann noch ein paar zusätzliche Shell-Kredite über die Theke.
„Für die Kinder, die gerade hier vorbeigelaufen sind. Bitte gib jedem von ihnen eins“, sagte sie mit leichter Stimme, während sie sich zum Gehen wandte. „Sie müssen nicht wissen, von wem die sind.“
Der Verkäufer blinzelte überrascht, doch als er aufblickte, war sie bereits in der Menge verschwunden.

Als die Dunkelheit hereinbrach, flackerten die Laternen vor den Teehäusern und Tavernen auf und tauchten das Pflaster in ein warmes, goldenes Licht. Suisui schlenderte durch die leuchtenden Flecken, ihren Beutel mit den warmen Fleischbällchen fest in beiden Händen. Als der Wind ihr eine Haarsträhne ins Gesicht wehte, hatte sie keine Hand frei, um sie beiseite zu streichen.

Plötzlich fiel ihr ein, dass sie ihren Wasserfächer vergessen hatte. Unbeeindruckt kicherte sie vor sich hin. Es gab ohnehin nicht viele Gelegenheiten, bei denen sie ihn tatsächlich brauchte. Den eigentlichen Sturm hatte sie bereits während der Belagerung der Xuanfang-Feste überstanden. Jetzt hatte sich alles beruhigt, und es war sogar so friedlich, dass sie sich den Luxus leisten konnte, durch die Straßen zu schlendern und den Menschen dabei zuzusehen, wie sie einen ganz gewöhnlichen Abend verbrachten.

Bei diesem Gedanken beschleunigte sie unbewusst ihren Schritt.

Gleich hinter der schmalen Gasse und jenseits einer kleinen Brücke lag ihr Ziel. Ihre Schwester war dort, und diese Person auch. Sie fragte sich, ob sie die Lampen schon angezündet hatten und ob ihnen das Essen schmecken würde. Sie war durch den Frühling und den Sommer von Mingting gewandert, wo ihr jüngeres Ich mit im Wind wehenden Haaren durch die geschäftige Menschenmenge gelaufen war, ihr Herz gefesselt von der lebendigen Vielfalt der Welt. Sie war durch den Herbst und den Winter von Mengzhou gewandert, an nebligen Morgen in die Nebelschwaden hinausgerudert, um zu verhandeln, und hatte in verschneiten Nächten allein am Kamin gesessen, um immer wieder die Briefe ihrer Familie zu lesen.

Und nun hatten diese Jahreszeiten sie zu diesem Abend geführt. Unter ihren Füßen lag der Weg von Xuanfang. In ihren Händen hielt sie ein leckeres Essen für Menschen, die ihr am Herzen lagen. Suisui wechselte die Hand, in der sie den Beutel trug, und beschleunigte ihren Schritt. Als der vom Ende der Straße heranwehende Wind ihre Ärmel im dunstigen Schein der Lichter der Stadt flattern ließ, blinzelte sie ins helle Licht, ohne jedoch langsamer zu werden.

Die Brücke lag direkt vor ihr.

Suisui Sprachaufnahmen

Gedanken: I
Die Wolken hängen schwer im Himmel und kündigen Regen an, und Nebel steigt vom Wasser auf … Siehst du? Was hältst du von dieser taufeuchten Aussicht heute? Wenn ich in Mengzhou Geschäfte mache, sehe ich oft solches Wetter. Es unterscheidet sich kaum von dem in der Xuanfang-Feste und hat rein gar nichts mit dem Wetter in meiner Heimatstadt zu tun … Vielleicht hat jeder Regenschauer auf dieser Welt sein ganz eigenes kleines Gemüt. Doch genau dieser Nieselregen, der heute auf die blaugrünen Steinplatten prasselt, fiel vor Jahrzehnten auch auf mich. Ich hörte seine Stimme, die mich rief. Und seitdem folgt das Wasser meinem Willen. Es fließt oder ruht auf mein Geheiß. Und wenn ich die Luft auch nur leicht berühre, kommt es zu mir, wie ein alter Freund.
Nun gehe ich im Regen spazieren, ohne dass ich einen Regenschirm oder Schutz brauche. Die Regentropfen kennen mich, und ich kenne sie.
Gedanken: II
Wenn ich von Heimatorten spreche, schweifen meine Gedanken zurück zu meiner Kindheit in Mingting. Alles fühlte sich in der Frühlingsbrise des März so unglaublich beruhigend an – das hohe Gras, die hoch im Himmel fliegenden Vögel und jeder Morgen, der weniger schwer war als der vorherige. Oft schleppte ich Yangyang hinaus, um Drachen steigen zu lassen. Ich spüre noch immer genau den Moment, in dem der Wind sie erfasste und die Schnur sich straff spannte, als hätten wir tatsächlich eine Wolke am Haken. Um sicherzustellen, dass mein Drachen höher flog als alle anderen, rannte ich so schnell ich nur konnte.Der Hof war erfüllt vom Zwitschern der Vögel, dem Rascheln der Blätter und dem Sonnenlicht … Oh, wie es doch durch die Zweige fiel wie zersplittertes Gold und alles, was es berührte, mit seinem Hauch bedeckte. Selbst nach all den Jahren bleibt dies das Schönste, was ich je gesehen habe.
Gedanken: III
Die Frühlingsmonate damals – der Wind so sanft, der Himmel so blau, und die Melodie einer Qin, die ganz gelegentlich über die Hofmauer herüberwehte. In unserem Haus mangelte es nie an Musik. Von morgens bis abends schwebte sie durch jeden Saal und jeden Winkel und umhüllte mich wie fließendes Wasser. Meine Eltern, seien sie gesegnet, wussten immer, dass mir die Geduld fehlte, mich an die Qin zu setzen und meine Technik zu üben. Yangyang hingegen war das genaue Gegenteil von mir. Schon als Kind konnte sie ein ganzes Stück in vollkommener Stille durchstehen. Ihre kleinen Hände klopften den Rhythmus auf ihren Knien, und das mit einer Ernsthaftigkeit, die weit über ihr Alter hinausging. Aber ich? Ich liebte es, mich auf eine freie Wiese zu schleichen und einfach zu tanzen. Ein leichtes Tappen mit dem Fuß, ein Wirbeln der Ärmel und eine zeitlich gut abgestimmte Windböe … In diesen Momenten fühlte es sich an, als könnte ich die ganze Pracht der Natur in meine Arme schließen. Es gab nichts Schöneres.
Gedanken: IV
Jenseits unseres Hofes lag eine völlig andere Welt. Es zog mich zu den Docks, zum Knarren der Seile, die sich in die Holzpfähle gruben, wenn Frachter anlegten, zu den Rufen der Händler und zum rhythmischen Klappern der Abakusperlen. Für mich waren diese Geräusche bezaubernder als jede Melodie. Ich hockte mich an die Stände und spähte in Geschäftsbücher, glich Konten aus, die mich gar nicht zu kümmern hatten, oder breitete Karten aus, um die Route eines Reisenden zu korrigieren. „Dieser Weg ist zu lang“, betonte ich. „Der Fluss spart euch zwei Tage.“ Zunächst lachten die Erwachsenen darüber und taten es als Kinderspiel ab, bis sie merkten, dass ich recht hatte. Meine Mutter scherzte später mit meinem Vater, dass ihre kleine Tochter vielleicht eine natürliche Begabung für den Handel habe …Na, was meinst du?
Gedanken: V
Zunächst sah ich nur das geschäftige Treiben, den lieblichen Lärm des Ganzen. Erst später wurde mir klar, dass „Frieden und Wohlstand“ keine Selbstverständlichkeit sind. Es sind zerbrechliche Dinge, die nur von jenen zusammengehalten werden, die sich um sie kümmern. Da beschloss ich, so ein Mensch zu sein.
Ich liebe dieses Land, aber noch mehr liebe ich das Leben, das darin pulsiert. Ich könnte mich niemals mit der Sicherheit einer ruhigen Ecke zufriedengeben, während andere kämpfen. Dennoch kenne ich die Grenzen der Kraft eines einzelnen Menschen. Ich habe Dörfer gesehen, die von Katastrophen verwüstet wurden, und Menschen, die ihr Zuhause verloren haben – Wunden, die keine noch so große Hilfslieferung jemals ganz heilen kann. Das sind Realitäten, die ich allein einfach nicht zu ändern vermag.
Sag mir … wenn der Tag kommt, an dem ich alles auf die Zukunft dieses Landes setzen muss, wird es dann jemanden geben, der mir hilft, die Vision zu verwirklichen, die ich vor Augen habe?
Was ich mir wünsche, ist eine lebendige und blühende Welt, und in dir sehe ich die Möglichkeit, dies Wirklichkeit werden zu lassen.
Wenn du also bereit bist … dann beschreite diesen Weg mit mir.
Suisuis Hobby
Hehe … die Liste wird leider von Tag zu Tag länger. In letzter Zeit bin ich ziemlich besessen von Antiquitäten und Gemälden. Selbst die kleinen Imitationen von Straßenständen sind auf ihre eigene Art faszinierend. Es gibt bestimmte handwerkliche Tricks, die man erst wirklich zu schätzen weiß, wenn man sie mit eigenen Augen sieht. Ich habe mich sogar an ein paar Skizzen versucht. Sie sind ganz passabel, wenn ich das selbst so sagen darf … Möchtest du mal einen Blick darauf werfen?
Suisuis Ärger
Meine Sorgen …? Das Geld regelt die meisten davon ganz ordentlich – zum Glück. Bis auf eine: Was soll ich jetzt tun, da meine Schwester erwachsen geworden ist? Argh … wann hat sie beschlossen, dass ich ihr nicht mehr die Hand halten muss?
Lieblingsessen
Backwaren natürlich! Von den zarten Erbsenmehlküchlein bis hin zu den mit weißer Bohnenpaste umhüllten roten Bohnenbrötchen. Und dann gibt es da noch die weichen, kissenartigen Reisbällchen. Süß, ohne aufdringlich zu sein, zergehen sie einfach auf der Zunge. Auch die „Schneemöndchen“ hier in Mengzhou habe ich sehr liebgewonnen. Sie haben dieses wunderbare, subtile Aroma in ihrer zähen Kuchentextur, ganz anders als die Geschmacksrichtungen zu Hause. Eines Tages muss ich unbedingt welche nach Hause mitnehmen, damit meine Familie sie probieren kann.
Ungeliebtes Essen
Trotz meiner Zeit in Mengzhou kann ich die eingelegten lokalen Spezialitäten immer noch nicht vertragen. Das ist wirklich eine Tragödie. Ich sehe ein Gericht, das absolut exquisit aussieht, glasig und perfekt angerichtet – nur um dann festzustellen, dass ich mich einfach nicht dazu überwinden kann, einen Bissen davon zu nehmen. Das reicht, um einer erwachsenen Frau einen Seufzer zu entlocken.
Ideale
Ich wünsche mir grenzenlosen Wohlstand. Ich wünsche mir, dass Güter zu ihren Bestimmungsorten gelangen und Menschen an ihren Platz. Ich wünsche mir, dass das warme Licht in jedem Zuhause auf immer und ewig leuchtet.
Chat: I
Klößchen, hier drüben! Siehst du das? Ist sie nicht entzückend? Klößchen hat eine wunderbare Affinität zum Wasser. Sie wirbelt und zwitschert um mich herum, wann immer ich meine Kraft nutze, um die Strömungen zu lenken … Mm, mehr braucht es nicht, um dieses kleine Vögelchen glücklich zu machen.
Chat: II
Meine Familie ließ mir immer freie Hand, doch die Entscheidung, Händlerin zu werden, war nie nur ein spontaner Einfall. Es begann damit, dass ich zuschaute und lernte – beobachtete, wie die Straßenhändler ihre Regeln aufstellten und ihre Geschäfte aushandelten, bevor ich mich selbst daran wagte.Ach, zu sehen, wie sich die Zahlen in einem Hauptbuch langsam verändern, wie Handelswege aus dem Nichts entstehen und wie die Waren, die durch meine Hände gleiten, zu Getreide, Stoff oder Medizin werden, die eine andere Seele am Leben erhalten … Das, {Male=mein Lieber;Female=meine Liebe}, ist mehr wert als alles Gold der Welt. Beim Handel geht es nämlich nicht um Berechnungen. Es geht darum, den Menschen eine Lebensgrundlage zu schaffen.
Über Yangyang
Seit unserer Kindheit sagen die Leute schon, dass Yangyang und mich nur unser Aussehen verbindet, während unsere Seelen unterschiedlicher nicht sein könnten. Ich war es, die alles sehen musste, was die Welt zu bieten hat, während sie der ruhige, sanfte Pol war, der seine Gedanken für sich behielt. Mit der Zeit machten die Leute sogar Witze und fragten, ob wir überhaupt wirklich Schwestern seien.Keine von uns nahm ihnen das je übel. Wir wussten, dass man in dieser ganzen weiten Welt niemals zwei Seelen finden würde, die sich ähnlicher sind. Meine Schwester mag sanft und bescheiden wirken, aber in ihr steckt eine Widerstandskraft, die tiefer reicht, als irgendjemand ahnt. Wenn man den Wind benötigt, bringt sie ihn herbei. Wenn man dem Sturm gegenübersteht, steht sie als Schutzschild da. Das habe ich schon immer gewusst.
Über Hsin
Im Gegensatz zu den anderen Hütenden von Huanglong wirkt Hsin nicht wie eine Gottheit, die von oben auf andere herabblickt. Irgendwie sehe ich in ihr einen Teil, der unverkennbar „menschlich“ ist. Vielleicht habe ich es gerade deshalb gewagt, ihr gegenüberzutreten – weil ich weiß, wie sehr sie diese sterbliche Welt liebt.
Über Qingxiao
In einer meiner Handelskarawanen wurde mir mal von einer Transzendenten erzählt, die die Tacet-Dissonanzen getötet hatte, die ihr den Weg durch Xuanfang versperrten. Das war Meisterin Qingxiao. Angesichts dieser Schuld und der Unterstützung, die sie bei der Verteidigung der Feste geleistet hatte, hielt ich es für angebracht, ihr persönlich zu danken. Natürlich mit angemessenen Geschenken. Aber sie wollte nichts davon annehmen. Sie blieb nur auf ein paar Tassen des Tees, den ich aufgebrüht hatte. Moment mal, ein Tee, den eine berühmte Transzendente schätzt … Das könnte doch ein ziemlich gutes Verkaufsargument sein, oder?
Über Jingran
Katze der Unterweltlaterne … die Gerüchte lassen ihn wie eine Figur aus einer Geistergeschichte klingen. Eine Gestalt in Schwarz, die mit einer Unterweltlaterne durch die Schatten schwebt und von der Kälte der Unterwelt umhüllt ist. Ich bin ihm nur ein paar Mal begegnet. Trotz seiner Jugend haben seine Augen den Ausdruck von jemandem, der bereits Stürmen getrotzt hat, die schwächere Menschen zerbrechen würden. Er ist völlig ungehemmt, und das macht mich neugierig: Gibt es irgendetwas auf dieser Welt, das ihn tatsächlich aufhalten könnte?
Über ihre Mutter
Die Leute kennen sie als Meisterkomponistin, aber für mich bleibt sie die sanfte Gestalt auf der Veranda, die meine Schwester und mich an regnerischen Tagen in ihre Arme nahm, um uns Geschichten von der Welt da draußen zu erzählen. Ich drängte sie immer, weiterzuerzählen, während Yangyang sie einfach nur still und mit großen, staunenden Augen beobachtete. Hehe, ich glaube, das war der Rhythmus unserer Kindheit.
Über ihren Vater
Man könnte auf der ganzen Welt keinen aufgeschlosseneren Menschen finden als meinen Vater. Von Beruf ist er Lehrer, aber er ist keineswegs der Typ, der anderen Vorträge hält. Er hat die Gabe, so mühelos witzige Sprüche zu klopfen, dass selbst die langweiligsten Klassiker in seinen Händen zu fesselnden Geschichten werden. Ich muss bei seinen Briefen immer laut lachen. Er schreibt mit so viel Flair, dass Ereignisse, die tausend Meilen entfernt stattfinden, in seinen Händen zu Neuigkeiten von nebenan werden. Du musst das einfach selbst erleben, wenn du uns eines Tages in Mingting besuchst. Wir haben hier wunderschöne Aussichten und, das verspreche ich dir, den besten Tee, den du je trinken wirst.
Geburtstagswünsche
Heute ist dein Geburtstag. Oh, natürlich habe ich ihn mir vorgemerkt.
Ich habe darüber nachgedacht, ein großes Festmahl für dich zu organisieren, eines, bei dem der Tisch unter all den Gerichten ächzt und niemand vorzeitig gehen darf. Aber dann ist mir eingefallen, dass man so eine Feierlichkeit ja jederzeit veranstalten kann. Heute solltest du deinem eigenen Herzen folgen. Ob das nun bedeutet, dass du eine lebhafte Gesellschaft um dich hast oder dich in eine ruhige Ecke zurückziehst, in der dich niemand stört – ich werde dafür sorgen, dass du genau das bekommst, was du willst. An einem Tag wie diesem darfst du ruhig ein bisschen egoistisch sein.
Ich bin ein furchtbar „gieriges“ Wesen, das gebe ich zu. Ich glaube, die besten Tage sollte man langsam auskosten und die schönsten Begegnungen noch lange nach dem Ende der Feier genießen. Die Welt ist groß und die Zeit ist lang. Ob du nun einen Saal voller Köstlichkeiten oder einfach nur in aller Ruhe eine Tasse Tee genießen möchtest – du musst mich nur fragen.
Möge jedes Jahr so strahlend sein wie der heutige Tag. Mögest du immer deinem Herzen folgen, und möge jeder Weg, den du beschreitest, dich zum Licht führen.
Entspannen: I
Sieh genau hin, Dumpling … Siehst du? Wirkt doch ziemlich lebensecht, oder?
Entspannen: II
Mögen Frieden und Wohlstand dieses Land auf ewig segnen.
Entspannen: III
*Emotion*
Selbstvorstellung
Wenn selbst das nicht reicht, um den Weg zu ebnen, dann sollen Flüsse und Berge der Beweis dafür sein, wie viel ich zu riskieren bereit bin.
Begrüßung
Wo klare Bäche fließen, da wartet der Frühling.
Beitritt zum Team: I
Ich wusste, dass du das sagen würdest.
Beitritt zum Team: II
Dieses Ensemble … wirklich ausgesprochen interessant.
Beitritt zum Team: III
Perfektes Timing, Liebling.
Aufstieg: I
Das Rauschen des Wassers … Ich höre es. Nicht aus den Bächen oder dem fallenden Regen, sondern von irgendwo weit tiefer. Eine Resonanz, die aus dem Innersten jedes Lebewesens heraufdringt und nacheinander die Hügel und die Gewässer erweckt.
Aufstieg: II
Im nebligen Regen von Mengzhou greifen die meisten Menschen nach ihren Regenschirmen aus Ölpapier oder huschen unter den nächsten Dachvorsprung. Aber mir macht die Nässe nichts aus. Ich schlendere gemächlich durch den Regen, während die Tropfen einfach um meine Schultern herumfliegen und davonschweben, um sich einen anderen Ort zum Herabfallen zu suchen … Also, bleib ganz nah bei mir, Liebling. Regenschirme brauchen wir hier nicht.
Aufstieg: III
Ich glaube, das Kostbarste auf dieser Welt ist das Licht, das die Augen trifft, sobald man sie öffnet. Die ersten Strahlen der Morgendämmerung, die Oberfläche des Flusses, die in goldenen Flecken schimmert, während Fischerboote in kleinen Gruppen zum rhythmischen Knarren der Ruder dahintreiben. Dann erwacht der Markt zum Leben. Bambusdeckel heben sich und daraus entweichen weiße Dampfschwaden, die den Duft frischer Brötchen mit sich tragen. Er vermischt sich mit den fernen Melodien der Teehäuser und dem Lachen spielender Kinder … Ich höre diese Geräusche jetzt nicht nur. Ich spüre den Puls, der hinter ihnen steckt. Einen Puls, der sich zu einem dichten Gewebe verflechtet, das ich niemals verlieren möchte.
Aufstieg: IV
Die Leute sprechen vom Handel, als ginge es dabei nur um Kauf und Verkauf. Doch wenn man genauer hinschaut, endet jede Handelsroute vor der Haustür eines Menschen. Getreide aus dem Norden. Tee aus dem Süden. Kräuter aus den Bergen. Stoffe von den Küsten. Jemand muss all das miteinander verknüpfen, wie eine Nadel, die einen Faden zieht, und den Mangel eines Landes durch den Überfluss eines anderen ausgleichen.Diese stillen Austauschvorgänge sind es, die die Welt seit Generationen am Laufen halten. Wasser kann Stein abtragen, oder es kann einen Garten nähren. Handel kann nach Profit streben, oder er kann eine Welt retten. Dies ist der Weg, den ich gewählt habe.
Aufstieg: V
Die Berge und Flüsse sind wie ein Gemälde, das zum Leben erwacht ist. Und diese Welt – diese pulsierende, atmende Welt – ist so lebendig … doch sie ganz allein zu erleben, ist eine einsame Angelegenheit. Also … lass uns den Rest von ihr gemeinsam entdecken. Wie groß diese Welt doch ist, mit ihren grenzenlosen Wundern, die geduldig warten. Auf dich. Auf mich.
Standardangriff: I
Der Atem des Frühlings singt.
Standardangriff: II
Wolken im Sonnenlicht.
Standardangriff: III
Wellen tanzen im Licht.
Standardangriff: IV
Der Nebel lichtet sich …
Standardangriff: V
Gesänge steigen auf …
Standardangriff: VI
Heimkehrende Wolken …
Standardangriff VII
Untiefen im Mondlicht.
Standardangriff VIII
Ein Blatt trägt …
Standardangriff: IX
Grüne Hügel.
Schwerer Angriff: I
Wasser erklingt …
Schwerer Angriff: II
Treibendes Blau …
Schwerer Angriff: III
Klare Flüsse …
Luftangriff: I
Das Grün haftet.
Luftangriff: II
Emporstrebendes Grün.
Luftangriff: III
Verschmelzt zu einer Einheit.
Resonanzskill: I
Wogende Pracht erwacht.
Resonanzskill: II
Das Wasser berührt den Himmel.
Resonanzskill: III
Gebadet … in den Farben der Natur.
Resonanzbefreiung: I
Im Wasser gespiegelt, in Blau getaucht.
Resonanzbefreiung: II
Die Wolken vergehen, Klarheit bleibt.
Resonanzbefreiung: III
Jenseits des satten Dunsts zieht der Regen herauf.
Intro-Skill: I
Folge dem Strom.
Intro-Skill: II
Hinein in die Landschaften!
Intro-Skill: III
Werde Teil der Landschaft.
Intro-Skill: IV
Ich bin dran, Yangyang.
Intro-Skill: V
Reite auf dem Wind.
Ausweichen: I
Du hast den Takt verloren.
Ausweichen: II
Fließe wie Wasser.
Ausweichen: III
Kommst du noch mit?
Ausweichangriff
Du bist aber voreilig.
Getroffen: I
Mein Fehler.
Getroffen: II
… Ein Fehltritt.
Verletzt: I
… Fast hätte mein Kleid Falten bekommen.
Verletzt: II
Das … werde ich in meinem Hauptbuch vermerken.
Gefallen: I
Das süße Rauschen der Welt … ich wollte mehr davon.
Gefallen: II
Solche Schönheit … und doch muss auch sie vergehen.
Gefallen: III
Diesen Weg … werde ich nicht weiter beschreiten.
Echo-Beschwörung
Nun komm schon. Ich könnte noch einen Tanzpartner gebrauchen.
Echo-Verwandlung
Vielleicht noch ein wenig mehr Bühnenzeit?
Feinde in der Nähe
Irgendwelche neuen Tricks? Beeindrucke mich ruhig.
GLEITEN
Der warme Atem der Welt, vor meinen Augen.
SENSOR
Du kannst dich nicht vor mir verstecken.
Sprinten
Das richtige Momentum.
Vorratstruhe: I
Gutes Gewicht, schöner Glanz.
Vorratstruhe: II
Sieht so aus, als hätten die Waagschalen sich zu meinen Gunsten geneigt, hm?
Vorratstruhe: III
Mm, das ist wirklich Qualität.