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Informationen

Mornye

Mornye VA

Chinesisch: Tong Xinzhu
Japanisch: Iwami Manaka
Koreanisch: Oh Ro ah
Englisch: Michelle Fox

Mornye Forte-Untersuchungsbericht

Resonanzkraft

Astrale Kartierung

Resonanz-Bewertungsbericht

Routinebericht zur Evaluierung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit von leitender Spacetrek-Kollektiv-Forscherin Name: Mornye Zugehörigkeit: Spacetrek-Kollektiv – Forschungsinstitut/Abteilung für Exoschreiter-Ingenieurwesen 1. Einschätzung der Resonanzkraft 1.1 Feststellung des Ausgangszustands Die Probandin wird als Natürlicher Resonator eingestuft. Mornyes Tacet-Zeichen befindet sich an der Außenseite des linken Oberschenkels. 1.2 Fähigkeitsparameter und Eigenschaften – Wirkungsbereich: Ungefähr 20 Meter. Innerhalb dieses Radius zeigt die Probandin eine direkte, fein abgestimmte Manipulation mechanischer Einheiten mit komplexen inneren Strukturen. Die Präzision der Manipulation bleibt über den gesamten Wirkungsbereich stabil, ohne dass eine Abschwächung mit zunehmender Distanz zu beobachten ist. – Aktivierungsvoraussetzung: Die erfolgreiche Aktivierung dieser Fähigkeit erfordert eine vollständige Strukturanalyse der inneren mechanischen Zusammensetzung des Ziels. Die Fähigkeit kann nicht auf Objekte mit unbekannten internen Strukturen angewendet werden. „Warte – was soll das heißen …? Ich habe noch nie erlebt, dass Professorin Mornye eine Maschine nicht manipulieren konnte!“ 2. Überblick über den körperlichen Zustand 2.1 Diagnose Die Probandin weist eine angeborene Hypoplasie des Plexus lumbosacralis auf, was zu einem dauerhaften Verlust der motorischen Funktion im distalen Bereich der Steißbeinregion und zum Verlust der Fähigkeit zur selbstständigen Fortbewegung führt. 2.2 Rehabilitationsstatus Durch ein maßgeschneidertes Prothesensystem mit neuronaler Schnittstelle erlangte die Probandin vollständige Unabhängigkeit beim Gehen und bei Alltagsaktivitäten. Die Funktionsstabilität wurde über mehrere Jahre hinweg aufrechterhalten. Diese Evaluierung stellt eine routinemäßige Bestandsaufnahme dar.

Overclock-Diagnosebericht

Die Wellenformanalyse der getesteten Probe weist ein elliptisches Schwingungsmuster mit stabilem Zeitbereich auf. Obwohl zuvor eine anhaltende Tendenz zu unregelmäßigen Schwankungen festgestellt worden war, hat sich die Wellenform inzwischen wieder normalisiert. Die aktuelle Beurteilung stuft das Ergebnis als im Normbereich liegend ein. Diagnostischer Befund: Übertaktungsschwelle, normal. Systemstabilität, hoch. Derzeit besteht kein Risiko einer Übertaktung. Es liegt eine dokumentierte Vorgeschichte von früheren Übertaktungen vor, wobei der höchste gemessene Schweregrad als leicht eingestuft wurde. Die Probandin berichtet, dass sie vor einigen Jahren freiwillig eine kurze Übertaktungssituation herbeigeführt hat, um den Betrieb eines großen Signalturms aufrechtzuerhalten. Dank rechtzeitiger medizinischer Intervention wurden keine Folgeschäden nach der Übertaktung festgestellt. Regelmäßige ärztliche Untersuchungen werden empfohlen. Es besteht gegenwärtig kein Bedarf an psychologischer Unterstützung.

Mornye Geschätzte Gegenstände & Gefälligkeiten

Modifizierter Sternstapel
Modifizierter Sternstapel
Das Sternstapel-Gerät: Standardausstattung für das Personal des Spacetrek-Kollektivs. Es dient zum Empfang und zur Überwachung der Frequenzsignale Studierender in Echtzeit, wodurch eine schnelle Evaluierung ihres Zustands möglich ist. Mornye hat seine grundlegenden Funktionen jedoch ausgebaut. Sie hat das Gerät eigenhändig so modifiziert, dass es ihre Resonanzkraft speichern und bei Bedarf aktivieren kann. Mit diesen Extras kann der Sternstapel den Zustand ihrer Prothesen überwachen, auf berufliche Nachrichten antworten, Fahrzeuge per Autopilot steuern und sogar Schwebekanonen anweisen, Nährstoffe zu liefern – und das alles, während sie sich auf ihre eigenen Gedanken konzentriert. Ihr Ziel ist einfach: mit maximaler Effizienz arbeiten.
Alter Studentenausweis
Alter Studentenausweis
Ein alter Studentenausweis aus Mornyes Zeit an der Sternenfackel-Akademie. Vor ihrer Einschreibung war sie an den Rollstuhl gefesselt gewesen. Sie lebte ein stilles, zurückgezogenes Leben und verbrachte ihre Tage allein in einem kleinen Zimmer voller theoretischer Abhandlungen. Alles änderte sich, als der Zulassungsbescheid der Akademie eintraf. Die Sternenfackel-Akademie, bekannt als Talentschmiede für außergewöhnliche Köpfe, bot ihr eine Möglichkeit, die sie sich nie zu träumen gewagt hätte. Auch ohne ihre Beine würde sie aus ihrer kleinen Welt heraustreten und sich einen Namen machen können. Ja – dort draußen musste eine größere, lichtere Welt auf sie warten.
„Blick“
„Blick“
„Eine lange Ponyfrisur könnte deine Sicht behindern.“ Der beiläufige Ratschlag einer älteren Kommilitonin veranlasste Mornye zu etwas für sie Ungewöhnlichem: Sie verließ das Labor und begab sich auf einen Markt, den sie sonst kaum jemals besuchte, und kehrte mit zwei einfachen Haarspangen zurück. Sie waren klein und schlicht, gerade stark genug, um ihren schweren Pony hochzustecken. Doch als sie sich im Spiegel betrachtete, beschlich sie ein ungewohntes, unbehagliches Gefühl – als würde ihr gesamtes Blickfeld darauf warten, dass jemandes Blick darauf fiel. Mittlerweile hat sie sich daran gewöhnt, die überlangen Strähnen zu stutzen, die ihr früher die Sicht versperrten. Doch diese beiden Haarspangen, die nun keine wirkliche Funktion mehr haben, stecken immer noch in ihrem Haar.

Mornye Geschichte

Ein Knall
Mornye wusste schon von klein auf, dass sie anderen zur Last fiel.

Ihre Familie behandelte sie in der Regel mit großer Fürsorge. Ihre Mutter gab ihren Beruf auf, um sich zu Hause um Mornye zu kümmern, während ihr Vater Überstunden machte, um die endlosen Arztrechnungen und Untersuchungen zu bezahlen. In diesen frühen Lebensjahren, an die sie sich nur verschwommen erinnert, hob ihre Mutter sie oft in die Arme, flüsterte ihr sanft zu und legte sie dann behutsam zurück auf das kleine Bett, das ihr allein gehörte. Einmal, an ihrem Geburtstag, kam ihr Vater sogar nach Hause, während sie noch wach war. Man saß zusammen, sang ein Geburtstagslied und wünschte Mornye Frieden, Freude und Gesundheit für ihr weiteres Leben.

Mornye nahm diese Momente immer still hin. Sie wusste, dass ihre Mutter den Eindruck hatte, sie könne Worte und Gefühle nicht vollständig verstehen. Genauso bemerkte sie die Traurigkeit, die im Gesicht ihrer Mutter aufblitzte, wenn sie Mornyes unbeweglichen Beine anhob. Sie erinnerte sich auch an das beinahe unmerkliche Zögern, das jedes Mal zu hören war, wenn das Wort „Gesundheit“ fiel. Aber ihre Eltern liebten sie, und das verstand Mornye von Anfang an.

Mit einer Ausnahme. Eines Nachts wurde sie durch einen Streit ihrer Eltern aus dem Schlaf gerissen. Ihr Vater wurde laut, die Worte ihrer Mutter wurden von Schluchzern begleitet. Die ungewohnte Bedrohung in der Luft jagte ihr solche Angst ein, dass sie zu weinen begann. Sie war sich sicher, dass ihre Eltern sie gehört hatten, denn ihr Geschrei verstummte für einen Augenblick – nur um daraufhin noch lauter, schärfer und verzweifelter wieder einzusetzen.

In dieser flüchtigen Pause keimte ein Gefühl in ihr auf, das ihr bis dahin völlig fremd gewesen war: Sie musste sie selbst aufhalten.

Der Rollstuhl stand in greifbarer Nähe am Bett. Sie umklammerte das Gitter am Rand des Bettes und begann, ihren Körper in seine Richtung zu bewegen. Zuerst die Brust. Das war einfach – sie musste sich nur nach vorn beugen. Dann der Bauch. Ein dumpfer Schmerz erfüllte sie, als die weichen Organe gegen das harte Holz gedrückt wurden – ein seltsames Zeichen für ihren Fortschritt. Und schließlich die Beine. Sie sammelte all ihre Kraft und zwang diese widerspenstigen Gliedmaßen in den Rollstuhl.

Und dann – ein dumpfer Knall.

Der Streit war jäh verstummt.

Stille kehrte wieder im Haus ein. Der Rollstuhl war durch die Wucht ihres Sturzes umgekippt. Benommen vor Schmerz stützte sich Mornye mit zitternden Armen auf. Flüssigkeit tropfte an ihrem Körper herunter und floss warm über Haut, die sonst so kalt war.

Ihre Mutter eilte herein, fiel auf die Knie und nahm sie in die Arme, während ihr Tränen der Erschöpfung über das Gesicht liefen.
Stille Pflicht
Mornye war immer schon eine stille Natur – zumindest glaubten das die meisten ihrer Klassenkameraden in ihrer Heimatstadt.

Da sie seit ihrer Kindheit an einen sperrigen Rollstuhl gefesselt war, war ihr das unbeschwerte Leben ihrer Altersgenossen fremd. Also steckte sie ihre ganze ungeheure Energie ins Büffeln und verbrachte jede freie Minute mit Lesen und Rechnen. Ihre Lehrkräfte sahen in ihr eine Musterschülerin, bis sie selbst Schwierigkeiten damit hatten, mit Mornyes Verstand Schritt zu halten. Unter den Schülern kursierten Gerüchte: Ihr Vater arbeitete für ein berüchtigtes, dubioses Unternehmen in der Neuen Föderation, und jeden Tag nach der Schule schob ein finster dreinblickender Bediensteter sie wortlos mit makelloser, eisiger Präzision im Rollstuhl vor sich her. Mornye saß wie eine vorsichtig arrangierte Puppe in ihrem Rollstuhl und ließ alles stillschweigend über sich ergehen.

Was ihre Mitschüler aber noch mehr irritierte, war ihre konstante Zurückweisung von Freundlichkeit. Selbst wenn die Lehrkräfte die Klasse ermahnten, auf sie Rücksicht zu nehmen, selbst wenn Mitschüler freundlich lächelnd auf sie zukamen und fragten, ob sie Hilfe brauche, senkte sie den Kopf, verbarg ihren Blick hinter ihrem Pony und schüttelte nur den Kopf, um alles stillschweigend abzulehnen.

Kinder verlieren schnell die Geduld. Der Großmut der Hilfreichen und Gebenden wich bald dem Groll der Zurückgewiesenen. Schon bald, als sie langsam in ihrem Rollstuhl den Flur entlangrollte, sprach sie niemand mehr an. Sie tauschten eisige Blicke aus und machten schweigend Platz für den schweren Stuhl – wie ein Schwarm Fische, der zeitgleich auseinanderstiebt.

Mornye hatte sich nie an diesen zurückhaltenden Gesten der Anteilnahme gestört. So wie das Festhalten an akademischer Spitzenleistung war dies ihre einzige Möglichkeit, der Welt eine stille Form der Dankbarkeit zu erweisen. Sie war sich immer bewusst, dass man ihr helfen würde, wenn sie um Hilfe bat, sei es aus reiner Herzensgüte oder aus bloßem Pflichtbewusstsein.

Aber sie erinnerte sich auch an die Erschöpfung in den Augen ihrer Mutter. Deshalb schwieg sie, wie sie es immer getan hatte.
Zulassungsbescheid
Mit sechzehn erhielt Mornye einen Zulassungsbescheid von der Sternenfackel-Akademie.

Ihre Resonanzkraft war noch früher erwacht. Es war ein Nachmittag wie jeder andere gewesen, als sie bemerkte, dass sie die schweren Räder ihres Rollstuhls nicht mehr mit den Händen bewegen musste. Es war nichts besonders Spektakuläres daran, denn sie hatte den Mechanismus dahinter bereits verinnerlicht. Ob sie die Bewegung nun in Gedanken oder in der Realität ausführte, spielte für sie keine Rolle. Schließlich war ihr bewegungsunfähiger Körper immer noch auf diesem sperrigen Metallgestell gefangen.

In jener Nacht legte sie sich ins Bett und entdeckte das schwach leuchtende Tacet-Zeichen auf ihrem Oberschenkel – wie ein böser Scherz, der nur für sie bestimmt war.

Doch der Zulassungsbescheid veränderte alles.

Die Sternenfackel-Akademie war weithin als die führende Einrichtung zur Förderung von Talenten auf ganz Solaris bekannt. Ihre Mutterorganisation, das Spacetrek-Kollektiv, repräsentierte die Speerspitze der menschlichen Technologie. Dieses fein bedruckte Blatt schien eine Bresche in Mornyes eingeengte Welt zu schlagen. Es war ein Beweis dafür, dass selbst jemand, der sich nicht bewegen konnte, selbst jemand mit Fähigkeiten, die sie selbst für nutzlos hielt, dennoch „wertvoll“ sein konnte.

Könnte jemand wie sie wirklich einer der leuchtenden Sterne sein, die die Zukunft der Menschheit erhellen würden?

Sie absolvierte das Vorbereitungsprogramm in kürzester Zeit, und ihre Resonanzkraft wurde als ideal für die Abteilung für Exoschreiter-Ingenieurwesen angesehen. Sie wurde zum Genie, über das ihre Kommilitonen tuschelten, zum Liebling ihrer Mentoren und zur jüngsten Lehrassistentin der Abteilung. Doch es war nie genug. Sie verbrachte unzählige Nächte mit Berichten und Experimenten und widmete sich oft gefährlichen Aufgaben, die ihre Resonanzkraft bis an die Schwelle des Übertaktens brachte. Eines Nachts – benommen, weil sie die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels versäumt hatte – fragte sie sich, ob dieser Körper irgendwann zum Eckpfeiler der Wissenschaft werden könnte, so wie sie es sich erträumte. Falls ja, wäre sie selig.

„Es ist schon Mitternacht. Willst du nicht mal eine Pause machen?“

Sie hob den Kopf und blickte in zwei goldene Augen.

Sie kannte diese Person. Es war {Male=der Projektinitiator und ihr Mentor aus einem höheren Jahrgang;Female=die Projektinitiatorin und ihre Mentorin aus einem höheren Jahrgang} an der Sternenfackel-Akademie. Sie hatte sich schon immer zu diesen goldenen Augen hingezogen gefühlt, deren tiefe Einsamkeit Mornye noch nicht verstehen konnte. Sie betrachteten alle mit derselben vorurteilslosen Gelassenheit, ohne das Mitleid, an das sie sich gewöhnt hatte.

„Wenn du keine Pause machst“, sagte diese Person mit ruhiger, fester Stimme, „verpasst du noch die Sterne.“
Die Sterne
Es gab keine Sterne an der Sternenfackel-Akademie.
Damals schaffte die Himmelsprojektionsanlage nur die einfachsten Niederschlagsmuster, und das Spacetrek-Kollektiv>, das noch in den Kinderschuhen seiner Erkundungen steckte, konnte keine Ressourcen erübrigen, um diese unterirdische Welt mit Sternenlicht zu schmücken.

Aber Mornye war nicht klar, dass die „Sterne“, von denen {Male=ihr Mentor;Female=ihre Mentorin} sprach, jene über den Frostlanden waren.

Es geschah während einer wissenschaftlichen Expedition in die Frostlande. Normalerweise hätte niemand daran gedacht, Mornye auf eine solche Mission mitzunehmen, also lehnte sie nicht ab, als {Male=ihr Mentor;Female=ihre Mentorin} sie einlud.

Und so bestieg sie den Sternensteig und machte sich auf in die Welt über dem Frost. Zu ihrer Überraschung wurde sie nicht anders als der Rest des Teams behandelt. Sie saß still in dem brummenden Fahrzeug und analysierte in Echtzeit die Daten, die von der dröhnenden Maschinerie gesammelt wurden. Hin und wieder, wenn der Transporter nicht weiterkam oder es einfach etwas Sehenswertes zu bestaunen gab, trug {Male=ihr Mentor;Female=ihre Mentorin} sie auf dem Rücken durch den Schnee.

Der Wind fegte über die Ebenen und trug Eissplitter mit sich, die ihre fiebrig-warmen Wangen pieksten. Die Entfernung verschwamm zu einem weißen Schleier, doch etwas Großes und Neues schien sich vor ihr zu entfalten.

Am Ende der Expedition erreichten sie die Trümmer einer alten Maschine. Sie saßen auf den Überresten und schauten in den sternenklaren Himmel.

„Gefallen dir die Sterne?“
Die Stimme {Male=ihres Mentors;Female=ihrer Mentorin} durchbrach die Stille. Mornye folgte {Male=seinem;Female=ihrem} Blick und richtete die Augen auf jene Fragmente, die aus Lichtjahren Entfernung zu ihnen gelangt waren.

„Dieser Anblick befeuert den Drang, jenseits des Himmels zu blicken.“
„Ich glaube, du wirst beweisen, dass diese sogenannte ewige Barriere nicht ewig ist. Eines Tages wird die Menschheit sie überwinden und aus eigenem Antrieb das Sternenmeer erreichen.“

Ah. Plötzlich verstand sie.

Das Erste, was ihr bewusst wurde, war die Tatsache, dass sie und alle anderen gleich klein waren.
Sie, ihr Vater, ihre Mutter, ihre ehemaligen Mitschüler und diese Person neben ihr – unter dem grenzenlosen Nachthimmel waren sie nichts weiter als Staub, der auf einem kleinen Planeten dahintrieb.

Dann kamen die Erinnerungen, die sie tief in sich vergraben geglaubt hatte.
Der Schmerz, als sie beim ersten Versuch, über das Gitter zu klettern, gestürzt war.
Der Schrei, den sie an jenem Tag herunterschluckte, als ihre Mutter aus der Tür ging.
Die verstohlenen Blicke in ihrer alten Schule, die Art, wie man ihr still Platz machte.
Die verstörende Ruhe, die sie empfand, als sie sich einmal vorstellte, selbst allem ein Ende zu machen.

Und dann stieg der Trotz in ihr hoch.

Es war ein Gefühl, wie sie es noch nie empfunden hatte. Eine Flut der Auflehnung, die so heftig anschwoll, dass sie alles Unermessliche und Unbegreifliche ertränken konnte. Ein Funke entzündete sich in ihrer erkalteten Brust und verbrannte die Stille, die sie um sich errichtet hatte, um in ihrer eingeengten Welt zu überleben.

Das Sternenlicht neigte sich jedoch zu ihr hin.

Tränen flossen. Ihr Herz raste. Sie streckte die Hand nach der Person an ihrer Seite aus, nach dem fernen Licht, das sich bis in die Unendlichkeit erstreckte.

„Ich … möchte diese Zukunft auch erreichen.“
Und dann, ein weiterer Schritt
„Professorin Mornye, Cody und Vance streiten diesmal über die Komponenten für den Helios-Test. Wir müssen wahrscheinlich, ähm …“

Mornye stieß einen kaum hörbaren Seufzer aus. Über ihr summte der modifizierte Sternstapel vor sich hin und leitete ihre Resonanzkraft in die schwebende Tastatur, während sie auf Neuigkeiten zur Sonnenwendzeremonie antwortete. Die linke Hand passte Simulationsparameter der Zündung auf einem schwebenden Bildschirm an, während die rechte Hand eine Reihe elastoplastischer Berechnungen durchführte. Sie konnte ein Dutzend Arbeitsabläufe gleichzeitig bewältigen, aber Streitigkeiten wie diese waren immer die einzige Variable, die sie nicht kontrollieren konnte.

Zwei frischgebackene Absolventen bekriegten sich – intelligent, ehrgeizig und versessen darauf, sich zu beweisen. Mornye hatte diese Art von Jugend nie selbst erlebt, doch die Szene weckte Erinnerungen an ihre Anfänge am Forschungsinstitut. Sie erinnerte sich daran, wie sie zum ersten Mal mit dem Vorstand wegen ihres Vorschlags, den Sternenhimmel nachzubilden, aneinandergeriet. Nachdem sie endlich die Genehmigung erhalten hatte, setzte ein Leerensturm ein. Sie erinnerte sich daran, dass sie mithilfe der Übertaktung den Signalturm vor dem Ausfall bewahrt hatte, und natürlich an den Moment, als eine herabfallende Komponente ihre Beine zerschmetterte.

… Vielleicht unterschied sie sich doch nicht so sehr von diesen jungen Absolventen.

Als die Angelegenheit geklärt war, hatte die Himmelsprojektionsanlage bereits in den Nachtmodus gewechselt. Eine Schwebekanone lieferte das Abendessen: eine Nährstoffmischung mit „Räuchersteak“-Geschmack – frisch vom Agrarflügel entwickelt. Sie schraubte den Verschluss auf, dimmte den letzten schwebenden Bildschirm und ließ ihren Blick zu den künstlichen Sternen vor dem Fenster schweifen.

{Male=Ihr Mentor;Female=Ihre Mentorin} war schon lange fort.

Seitdem war so viel passiert. Sie hatte ihren Abschluss gemacht und war dem Institut beigetreten. Ihre erste Aufgabe war es gewesen, einen Himmel über Lahai‑Roi zu errichten. Ihre Beine, die nach mehreren Operationen rekonstruiert worden waren, trugen sie nun ohne Angst. Und am Tag ihres Abschieds hatte {Male=ihr Mentor;Female=ihre Mentorin} gesagt, dass Lahai‑Roi bereit sei, auf eigenen Beinen zu stehen.

In diesem Augenblick verstand sie endlich die Emotion hinter diesen goldenen Augen: die Gelassenheit, die daher rührte, dass man nirgendwo wirklich zu Hause war.

Aber das war in Ordnung.

Unten, in der Testhalle, tauchte Helios die Dunkelheit in silbernes Licht. Die Sonnenwendzeremonie – das gewaltige Unterfangen, den Exoschreiter zu erwecken – war ein Schritt, den selbst {Male=ihr Mentor;Female=ihre Mentorin} nie für möglich gehalten hätte.

„Ich weiß jetzt, was ich tun möchte, {Male=Mentor;Female=Mentorin}“, dachte sie.
„Und vielleicht … kann ich weiter gehen, als du es jemals getan hast.“
„Wenn du eines Tages zurückkehrst …, werde ich dann endlich an deiner Seite stehen können?“

Mornye Sprachaufnahmen

Gedanken: I
Ich habe meinen Abschluss an der Abteilung für Exoschreiter-Technik an der Sternenfackel-Akademie gemacht. Meine Abschlussarbeit trug den Titel „Korrelationsanalyse zwischen Energieausstoß und Materialerneuerung in Exoschwärmen“. Der Beitrag weckte das Interesse des Spacetrek-Kollektivs, das ihn zum Projekt „Sonnenwendzeremonie“ weiterentwickelte. Meine Abhandlung beschäftigt sich mit der Verwendung von Mehrphasen-Energieumwandlungsmodulen mittels eines Supraleiternetzwerks …

… Entschuldigung, ich werde mich bemühen, in Zukunft Themen anzusprechen, die dich auch interessieren.
Gedanken: II
Also, welche Geschmacksrichtung der Instantnudeln „Mitternachtssnack“ ist dir lieber? Flechtensalat oder Fischcremesuppe?

Meine nach Vorlesungen angestellten Beobachtungen ergaben, dass dies das zweitmeistdiskutierte Thema unter Studierenden ist, gleich nach „was davon zur Prüfung drankommt“. Ich dachte, da du jetzt hier an der Sternenfackel studierst, könnte dich das interessieren.

Ach, Verzeihung. Ich habe keine Instantnudeln „Mitternachtssnack“ dabei, nur Nahrungsergänzungsmittel … aber wir können ein paar in der Akademie kaufen, wenn du möchtest. Sollen wir?
Gedanken: III
Meine Beine? Prothesen, entwickelt vom Spacetrek-Kollektiv. Vor der Operation war ich wegen einer Krankheit namens Kongenitale Hypoplasie des lumbosakralen Plexus auf einen Rollstuhl angewiesen.

Ich erinnere mich nicht mehr an viel aus dieser Zeit. Mein leeres Zuhause, das stille Klassenzimmer, der Schmerz, wenn ich mal wieder aus dem Rollstuhl gefallen bin … Ich weiß, dass das alles Teil meines Lebens war. Aber die Gefühle sind einfach … weg. Manchmal frage ich mich … ist das der Grund, warum ich heute manche Gefühle in meinem Herzen nicht verstehe?
Gedanken: IV
Ich führe eine Feldforschung durch, um einige ingenieurtechnische Hypothesen zu verifizieren, und ich würde mich freuen, wenn du mich dabei als {Male=Kollege;Female=Kollegin} begleitest.

… Oh, keine Sorge. Wir haben sämtliche Genehmigungen und der Standort ist absolut sicher. Du musst nicht als Leibwache herhalten. Dieses Projekt befasst sich mit Lahai-Roi Spitzentechnologie. Mein Projekt. Ich möchte … dass du daran teilhast.
Gedanken: V
Lahai-Rois' Himmelsprojektionsanlage bildet den Sternenhimmel aus alten Aufzeichnungen ab. Die hellste weiße Masse nahe des Zenits ist Apus Alpha, ein Hauptreihenstern der Spektralklasse A. Rechts davon befinden sich die Doppelsterne des Kreuzes des Südens, die in ihrem Gravitationstanz gefangen sind. Etwas oberhalb befinden sich die Polarsterne, Vulpecula Delta und der Skorpion-Sternhaufen …

Nein, schau nicht mich an. Bitte schau weiter in den Himmel. Im Verlauf der Jahre in Lahai-Roi erinnere ich mich jedes Mal, wenn ich zu diesem Himmel aufschaue, an den Traum, die Sterne zu erreichen … und an die unbeschreibliche Leere, die ich empfinde.

Es gibt Dinge, die ich vor vielen Jahren unter den Sternen nie aussprechen konnte … Ich möchte, dass du sie jetzt hörst.
Mornyes Hobby
Vor einigen Tagen stieß ich auf eine Abhandlung der Huaxu-Akademie von Huanglong mit dem Titel „Peridynamik-basierte Analyse der Entwicklung der Mikrostruktur und des Ausfällungsverhaltens von Tacetit“. 167 Seiten intellektueller Brillanz. Ihre Lektüre hat mir ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit bereitet.
Mornyes Probleme
Ich staune manchmal über die Logik meiner Studierenden. Zum Beispiel haben wir sehr klare Bewertungskriterien für Abschlussprüfungen. Warum bitten sie mich dann, „nachsichtig mit ihnen zu sein“? Regeln sind Regeln. Ich kann nicht einfach ein Auge zudrücken …
Lieblingsessen
Die „Wachmacher-Energiegel-Beutel“ wurde von der Abteilung für Ökologie und Naturschutz entwickelt. Es bewahrt über 95 % der Mikronährstoffe und Kalorien der Ausgangsstoffe. Ein echter Geniestreich für das Spacetrek-Kollektiv.

… Aber der Geschmack? Ich persönlich mag ihn ganz gern. Man schmeckt sämtliche Zutaten in einem einzigen Happen. Äußerst effizient.
Ungeliebtes Essen
Dinge, deren Verzehr zu viel Arbeit erfordert, sind überhaupt nicht effizient …
Ideale
Die Sterne waren lange vor der Entstehung der Menschheit schon da. Wenn wir zu ihrer Pracht aufschauen, sehen wir nur einen Bruchteil der Zeit, die sich über die Weiten des Universums erstreckt.

Doch so klein wir auch sein mögen, wir träumen davon, diesen unermesslichen Abgrund des Weltraums zu überqueren. Mit unserem vergänglichen Wesen fordern wir diese urtümliche Stille heraus. Wir beweisen, dass das Unerreichbare in greifbarer Nähe ist und wir eines Tages selbst Teil des Sternenmeers sein werden.

Das ist die Zukunft, die ich mir wünsche … mit euch allen gemeinsam.
Chat: I
Diese Beinprothesen beinhalten die neueste Medizintechnik des Spacetrek-Kollektivs. Zudem können sie durch meine Resonanzkraft modifiziert werden. Ich habe Funktionen wie Levitation, Übertaktungsanzeigen, Notheizung und Nachtbeleuchtung hinzugefügt … In Sachen Funktionalität gilt: Je mehr, desto besser. Findest du nicht auch?
Chat: II
Die Lähmung meiner Beine hatte minimale Auswirkungen auf meine theoretische Forschung. Und deshalb vertiefte ich mich während meiner Schulzeit zu Hause völlig in das Lesen, Lernen und Studieren von Theorien und das Verfassen von Abhandlungen. Das gab mir das Gefühl, dass ich … wertvoll war, so wie alle anderen.

Und nein, das macht mich nicht traurig. Ich weiß jetzt, dass alles davon bedeutsam war. Ohne Ausnahme.
Über Lyane
Ich wünschte, ich wäre wie sie: die Freiheit, tun und lassen zu können, was man will. Ohne Einschränkungen zu leben. Vor allem ohne die Einschränkungen eines Stundenplans. Es ist schade, dass das Lehrpersonal nicht die eigenen Vorlesungen schwänzen kann …
Über Sigrika
Sie ist eine bemerkenswert gewissenhafte Studentin, aber ihre Hartnäckigkeit ist mitunter kontraproduktiv.

Wenn sie beispielsweise die Antwort auf eine Prüfungsfrage nicht weiß, schreibt sie irgendwelche Formeln hin. Als würde ihr das Punkte einbringen …
Über Daniya
Sie sitzt brav nickend in jeder öffentlichen Vorlesung, als würde sie jedes Wort verstehen. Bis sie unweigerlich einnickt, sich den Kopf an der Rückenlehne stößt und plötzlich aufschreckt, nur um wieder wegzudösen … Erst später habe ich erfahren, dass Studierende allein für Anwesenheit Leistungspunkte erhalten.
Über Luuk Herssen
In meiner Studienzeit war ich oft auf der Krankenstation. Dr. Herssen verschrieb mir ein aus der Neuen Föderation importiertes Medikament, das nur wirkte, wenn ich vor 22 Uhr zu Bett ging. Nach einem Monat hatte sich mein Gesundheitszustand verbessert. Erst später fand ich heraus, dass dieses „Medikament“ nichts als gewöhnliche Pflanzenmilch aus Lahai-Roi war …
Über Chisa
Die Erstsemesterstudentin, die im Leerensturm verschwand … Ich erinnere mich noch genau an diesen Vorfall. Es geschah während meines ersten Jahres als Lehrassistentin an der Sternenfackel-Akademie. Ich habe sogar eine ihrer Arbeiten benotet. Sie war ausgesprochen elegant geschrieben, mit logischer Struktur, gründlicher Analyse und klarer Formatierung.

Jetzt schreibt sie die besten Arbeiten in meiner Klasse.
Geburtstagswünsche
Ich weiß, dass du heute Geburtstag hast.

Auf makroskopischer Ebene nimmt die Entropie im Universum stetig zu, die Zeit fließt nur in eine Richtung und alles Existierende steuert auf den Wärmetod hin. Ein Geburtstag ist also eine Koordinate, die wir selbst festlegen. Er ist der Beweis dafür, dass wir, so unbedeutend wir auch sein mögen, dennoch ein Quäntchen an Ordnung im Sog des Chaos bewahren können.

Das alles „verstehe“ ich auf rationaler Ebene. Aber an deiner Seite höre ich auf, darüber nachzudenken.

Wenn ich in deine Augen schaue, „fühle“ ich nur … die simple Freude, diesen Tag mit dir zu teilen.
Entspannen: I
Aufladung abgeschlossen.
Entspannen: II
Hm. Zeit zum Aufladen …
Entspannen: III
So.
Selbstvorstellung
Ich bin Mornye, Ingenieurin des Forschungsinstituts und Professorin an der Sternenfackel-Akademie. Bitte lass mich wissen, wenn dir mein Fachwissen von Nutzen sein kann.
Begrüßung
Ich muss nicht auf die klare Nacht warten, noch meinen Blick gen Himmel richten, um den Himmel zu betrachten. Ich trage ihn auf dem Rücken, in den Händen und auf den Lidern.
Beitritt zum Team: I
Gut. Prothesen sind vollständig aufgeladen.
Beitritt zum Team: II
Jetzt kann ich dir zur Seite stehen.
Beitritt zum Team: III
Berechnungsergebnisse … Tut mir leid, ich bin unterwegs.
Aufstieg: I
Ich sehe neue Möglichkeiten.
Aufstieg: II
Erstelle Realitätsmodell für akkumulierte Theorien. Keine Sorge, darin bin ich ziemlich geübt.
Aufstieg: III
Variable Parameter, reale Daten, potenzielle Wahrscheinlichkeiten … Ich werde all das berücksichtigen, um unsere Effizienz zu steigern.
Aufstieg: IV
Dein Einfluss war ein … Katalysator für Veränderungen in mir. Bist du zufrieden mit diesem Fortschritt?
Aufstieg: V
Das erinnert mich an meine erste Reise in die Frostlande. Wind und Schnee peitschten mir ins Gesicht. Nach einem Leben im Rollstuhl habe ich mich das erste Mal lebendig gefühlt. Danke, dass du dieses Gefühl in mir wieder zum Leben erweckt hast …
Standardangriff: I
Angriffsformation.
Standardangriff: II
Waffen frei.
Standardangriff: III
Ziel erfasst.
Standardangriff: IV
Fokussiere Ziel!
Schwerer Angriff: I
Maximale Kraft.
Schwerer Angriff: II
Schwebemodule bereit.
Schwerer Angriff: III
Kommandomodus aktiviert.
Schwerer Angriff: IV
Alle Ziele in Sicht.
Schwerer Angriff: V
Angriff bestätigt!
Schwerer Angriff: VI
Befehl ausgeführt!
Schwerer Angriff: VII
Verarbeitung abgeschlossen!
Luftangriff: I
Ziel anvisiert.
Luftangriff: II
Lenkmodul bereit.
Resonanz-Skill: I
Aktiviere Gegenmaßnahmen.
Resonanz-Skill: II
Setze Kraftfeld ein.
Resonanz-Skill: III
Wandle Energie um.
Resonanz-Skill: IV
Nutze die Gelegenheit.
Resonanz-Skill: V
Zugriff bestätigt!
Resonanz-Skill: VI
Überlass das mir!
Resonanz-Skill: VII
Alle Einheiten, Feuer!
Resonanzbefreiung: I
Maximale Leistung autorisiert!
Resonanzbefreiung: II
Initiiere Kritikalitätsprotokoll!
Resonanzbefreiung: III
Sterne, erhört meine Fragen!
Intro- & Outro-Skills
Übernehme vollständige Kontrolle.
Getroffen: I
Korrigiere Körperhaltung …
Getroffen: II
Nur kurz gestolpert …
Verletzt: I
Einige geringfügige Korrekturen sollten reichen …
Verletzt: II
Kraftausstoß beeinträchtigt …
Verletzt: III
Ich kann immer noch … stehen …!
Gefallen: I
Ich will dich … nicht enttäuschen …
Gefallen: II
Ich habe keine Angst, nur …
Gefallen: III
Kalt sind die Sterne …
Echo-Beschwörung
Modellierung abgeschlossen.
Echo-Verwandlung
Strukturelle Überbrückung initiiert.
Feinde in der Nähe
Bedrohung erkannt.
Gleiter
Sicherheitsmaßnahmen … abgehakt.
Sensor
Umweltmodellierung abgeschlossen.
Sprint
Koordinaten fixiert.
Vorratstruhe: I
Ein Fund von einiger praktischer Bedeutung.
Vorratstruhe: II
Gefällt dir? Gehört ganz dir.
Vorratstruhe: III
Expeditionsprotokoll aktualisiert.